Pyjama vs. Monster

Manchmal frage ich mich, ob meine Kinder nur Dinge tun, damit ich was zu schreiben habe. Vorhin zum Beispiel – da dachte ich mir so, was ich wohl schreiben sollte. Und während ich so nachdachte, fragte mein Sohn, ob er denn seinen tollen, neuen, blauen, schnellen, wahnsinnigen, seit Dienstag nicht mehr aus den Augen gelassenen Racing Car Flanell Schlafanzug anziehen dürfe, den sein Vater ihm heute morgen in seinem Zimmer im Gästezimmer ausgezogen hat, um ihn kindergartenfertig zu machen.

„Klar, hol ihn aus dem Keller.“ Kleine Beine rennen zur Treppe, verweilen, kommen wieder zurück.

„Mama, mußt Du holen, das ist scary.“ Grooooooße Augen.

„Quatsch, mach das Licht an, dann ist es auch nicht dunkel.“ Das meine Kinder auch kein Klischee auslassen müssen.

„Doooooch, das ist scary.“ Die Händchen falten sich, werden unter das kleine Kinn gelegt, die Augen werden, wenn möglich, noch größer.

„Schatz, das mußt Du selbst schaffen.“ Sonst renne ich hier nur noch.

Dreimal rannte er noch zwischen Wohnzimmer und Kellertreppe hin und her, sehr unschlüssig, trappelte hin und her, drehte sich im Kreis bis er tief durchatmete, das Licht anknipste und todesmutig runterging und in Rekordgeschwindigkeit wieder oben. Und war sooooo stolz, als er wieder oben war und holte sich das wohlverdiente Lob ab.

Nun frag ich mich, wenn ein Flanell-Schlafanzug mit kleinen roten Autos drauf eine solch magische Wirkung entfaltet, was würde dann erst eine Carrera-Bahn für Möglichkeiten eröffnen?

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Published in: on 22. Oktober 2009 at 19:32  Schreibe einen Kommentar  

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