You better watch out, Santa!

Meine Tochter war heute mit einer Freundin auf einem sehr traditionellen Weihnachtsmarkt. Es hat ihr auch gut gefallen. Bis auf die Tatsache, daß ihre Freundin vom Weihnachtsmann eine Glocke geschenkt bekam und sie nicht. Bei sowas reagiert Kind Nummer Eins immer sehr empfindlich. Was sie zu genauer Betrachtung des Mannes in Rot bewegte, was sie mir zuhause denn auch gleich noch in der Türe mitteilte.

„Mama, das war gar nicht der Weihnachtsmann. Der war verkleidet.“ Ich wußte es, eines Tages kommt es raus.

„Ach, und woran hast Du das gemerkt?“ Nur noch dieses eine Jahr, bitte, bitte! Es ist so schön, wenn sie noch dran glauben.

„Mama, wegen der Schuhe. Der hatte ganz unweihnachtsmannige Schuhe an!“

Ich sage ja immer, ohne die richtigen Schuhe ist das ganze Outfit dahin!

Published in: on 28. November 2009 at 20:15  Schreibe einen Kommentar  

Die eierlegende Wollmilchsau

Es gibt in meinem Leben bekanntlich eine Menge Dinge, von denen ich nie dachte, daß ich sie mal tue. Meist haben sie irgendwie mit meinem Leben als Mutter zu tun. Darüber vergißt man ja, daß ich noch andere Leben habe. Das als Selbstständige zum Beispiel, deren Definition ja ist, alles selbst zu machen und ständig am Ball zu bleiben. Und eigentlich macht das sehr viel Spaß, denn man erstickt nicht in Routine.

Für ein neues Projekt muß ich zum Beispiel einen 300 Seiten langen Text erstellen. Mit allem Zipp und Zapp und bearbeiteten Bilder und erstellten Tabellen und 4 verschiedenen Verzeichnissen und das Ganze dann bitte in konvertierter, unzerschossener Form unter Zeitdruck. Und zu diesem Behufe teste ich jetzt seit zwei Wochen verschiedene Textprogramme.

Ich war schon bei Adobe, Neo-, Open- und WordOffice, Pages und jetzt arbeite ich mich gerade zu Papyrus vor. Und je mehr ich suche, desto mehr finde ich und desto mehr finde ich vor allem die Schwachpunkte.

Das waren noch Zeiten, als ich meine Diplomarbeit mit Word95 geschrieben habe – es gab nämlich nix anderes, das man als Dosennutzer, der eher technisch unbeleckt war, nutzen konnte, ohne vorher ein halbes Informatikstudium zu absolvieren. Und wenn es das gegeben hat, dann habe ich nicht gewußt, wo ich es herbekommen hätte, denn das Internet steckte noch in seinen Kinderschuhen und in Computerläden ging man als Normalsterbliche nur, wenn man neue Hardware brauchte.

Ich weiß gar nicht, ob ich bei Word95 schon automatisch ein Inhaltsverzeichnis generieren konnte. Fußnoten gingen schon, wurden aber immer wieder zerschossen. Wenn man ein Indexverzeichnis wollte, dann konnte man sich das zu Fuß erstellen – und das meine ich wörtlich. Und jedesmal hat irgendwas im Druck meinen Rechner abstürzen lassen. Meine Diplomarbeit hat mich 2 Drucker gekostet. Aber damit konnten – mußten – wir alle leben.

Heute hingegen hab ich die Qual der Wahl, aber irgendwie ist keine Software perfekt. Das eine kann hervorragend Bilder bearbeiten und einbinden, das andere läuft stabil, das nächste konvertiert gut. Was es nicht gibt, ist ein Progrann das alles gut kann – ist das so schwer? Ich mein, alles was ich will, ist ein Textprogramm, mit dem man eine wissenschaftliche Dokumentation ordentlich und für einen Kunden zufriedenstellend schreiben kann.

Aber bis mir jemand so ein Programm schreibt, nehm ich eben die bestschlechteste Alternative. Wäre nur gut, wenn ich endlich mal rausfinden würde, welche das ist.

Published in: on 26. November 2009 at 22:26  Schreibe einen Kommentar  

Expeditionen in die deutsche Sprache

Man soll es ja nicht meinen. Kind Nummer Zwei kann ja quasseln, babbeln und reden ohne Unterlass, daß es eine wahre Freude ist. Laut tut er seine Meinung kund, sagt klar, was er will und macht sehr deutlich, was er nicht will. Soweit, so gut. Ich bin dankbar und froh, daß beide Kinder anscheinend nicht unter Sprachproblemen leiden.

Außer, ja außer mein Sohn soll sich entschuldigen. Was er in letzter Zeit recht häufig soll, weil es in seiner Kindergartengruppe gerade irre in ist, mit Schimpfwörtern um sich zu werfen. Laut dem Erzieher ist mein Kind dankenswerterweise nicht derjenige, der jeden Tag mit einem neuen Wort ankommt – aber er nimmt es sehr genau mit seiner Pflicht, die anderen von seinem neu aufgeschnappten Wissen partizipieren zu lassen. So auch zu Hause. Wie im Kindergarten jedoch, lassen wir das nicht durchgehen. Und so spielt sich momentan mindestens drei mal täglich folgendes Drama ab.

Kind Nummer Eins probiert bei mir oder Kind Nummer Zwei ein neues, nicht salonfähiges Wort aus und wartet auf die Reaktion. Die prompt vom Mutter kommt, mit der Auffoderung dieses Wort nicht mehr zu sagen und sich zu entschuldigen. Daraufhin sind seine Lippen versiegelt. Mutter versucht es mit gleichem Erfolg noch einmal. Handelt es sich um das erste Mal an diesem Tag, probiert sie es ein drittes Mal, sonst ist die Geduld schon aufgebraucht. Kind kommt in sein Zimmer, auf dem Weg dorthin geht lautes Gejammere und Geschrei über die Ungerechtigkeit und Willkür der Erziehungsberechtigten los.

Nach zehn Minuten kommt dann ein sehr ruhiges und gefaßtes Kind wieder runter, geht als erstes zu mir und will gekuschelt werden. Wäre da nicht da nicht der Gang nach Canossa.

„Hast Du mir was zu sagen?“ Kind schaut weg.

„Nun?“ Kind inspiziert die Küchenfliesen.

„Kiiiihiiiind.“ Erster beherzter Versuch, der Mund geht auf und wieder zu und wieder auf bis ein sehr, sehr leises

„Tschulligung.“ erklingt. Grooooooße Kinderaugen.

„Und für was entschuldigst Du Dich?“ Noch größere Kinderaugen.

„Börenwösensollichnich.“ Oder so ähnlich jedenfalls. Genau versteht man das vor lauter Genuschel irgendwie nie. Aber immerhin. Und es zeigt auch Erfolg.

Er sagt jedes Wort nur einmal – allerdings es gibt viele Schimpfwörter in der deutschen Sprache. Und dabei haben wir noch Glück, daß er bei seiner Auffassungsgabe nicht in einem internationalen Kindergarten ist.

Published in: on 23. November 2009 at 22:12  Schreibe einen Kommentar  

Allein zu dritt

Kann mir mal wer sagen, warum die Leute das Strohwitwendasein so toll finden? Ich find das, ehrlich gesagt, nur nervig.

Ständig hat man mindestens ein Kind dabei, weil man ja zuhause niemanden hat, der mal kurz auf den Kurzen aufpassen kann – und die Große ruft nach 10 Minuten an, man sei schon sooooo lange weg.
Man kann quenglige Kinder nicht mal eben zum Vater abschieben, weil die Fluggesellschaften noch keine Dreijährigen alleine mitnehmen – außerdem wäre diese Maßnahme vielleicht doch etwas drastisch, nur weil Kind Nummer Zwei einen Elefanten- statt einen Windmühlenspekulatius bekommen hat.
Dauernd rennt man selbst hoch, weil eines der Kinder hustet, niest, aufs Klo muß, den Reissack nicht findet, Wasser oder doch noch mal inhalieren will – das wird schlimmer, wenn eines der Kinder krank wird, was sich nur noch um Tage handlen kann.
Mal abgesehen von einem sehr kalten Bett, daß nicht wirklich warm werden will des Nachts – selbst wenn die Temperaturen auch nachts hier gerade zweistellig sind.

Kurz, es mag ja sein, daß man das zeitweilige Alleinsein mag, wenn man einen Kerl hat, der pathologisch klammert, ständig bemuttert werden will und man keine Kinder hat. Ich hab aber welche und auch ansonsten einen sehr angenehmen Zeitgenossen zum Gatten. Und mir geht das alleine den Alltag schmeissen jetzt schon auf den Geist.

Und dabei hab ich den Autor erst heute zum Flughafen gebracht.

Published in: on 21. November 2009 at 23:07  Schreibe einen Kommentar  

Liebe ist,

…wenn man für eine Selbstverständlichkeit von seinem Mann Blumen per Boten bekommt.

Danke, mein Engel! You made my week!

Published in: on 18. November 2009 at 21:44  Schreibe einen Kommentar  

ThanksGiving light

Manchmal überrasche ich mich ja selbst. Wegen schon erwähnten Umdisponierungsmaßnahmen fand gestern Abend das Possumsche ThanksgivingDinner statt. Die letzten Jahre lief das in etwa so ab, daß ich die zwei Tage davor in Panik verfalle, koche, putze, backe und am Ende des Tages mich nur noch mit Hilfe eines guten Roten auf den Beinen halten kann. Da wir diesmal aufgrund der Umstände irgendwie alles stark reduziert haben und ich vor lauter Arbeit auch gar keine Zeit hatte, mich aufzuregen, war genau das diesmal anders. Das hatte durchaus seine Vorteile.

Und dadurch, daß ich nicht die Zeit hatte, dauernd auf die Rezepte zu schauen, die sich noch im Computer befanden, hab ich das erste Mal uralte Familienrezepte….nun…ich habe sie einfach angepaßt. Du weißt, daß Du in der Küche des Landes Deines Ehepartners angekommen bist, wenn Du anfängst ohne schlechtes Gewissen Jahrhunderte alte Rezepte zu verändern. Und sie dann auch noch schmecken.

Außerdem ist die Tage vorher einfach viel passiert, da relativiert sich so einiges. Es ist schlicht egal, ob der Süsskartoffelauflauf einen Tick zu süss ist oder das Fleisch ein Mü zu durch – Himmel, es gibt wahrlich Schlimmeres im Leben. Hauptsache man ißt zusammen, das Essen ist genießbar und man hat Spaß.

Und so war ich mit den Vorbereitungen um halb vier nicht nur soweit fertig, daß alles nur noch in den Ofen geschoben werden mußte, ich habe auch noch ein Bad genommen – das sogar fast entspannend gewesen wäre, wenn nicht kleine Hände mir ein mittlerweile als vermißt gemeldetes grün-gelbes Boot ins Wasser werfen wollten und Sechsjährige dringend Fragen fragen wollten, die sie aber leider gerade vergessen hatte.

Was soll ich sagen, es war einfach nett und lecker und gut. Ich wäre nur dankbar, wenn wir das das nächste Mal ohne vorherige Erinnerung daran, daß so ein Event die Hektik vorher nicht wert ist, über die Bühne bringen könnten.

Published in: on 15. November 2009 at 22:24  Schreibe einen Kommentar  

Und für die Dramaturgie ein kleiner Bruch

Es ist ja nicht, als ob nicht genug in meinem Leben passieren würde. Es ist momentan so, als ob sich jemand unser Jahr angeschaut und gemeint hätte, uns fehle noch ein wenig Dramatik, um es abzuschließen und ups! das war jetzt ein wenig viel. Sorry for that.

Nachdem wir also aus nicht weiter zu erwähnenden Familiengründen einmal kurz unsere Planung für den November nebst längerer Abwesenheit des Autors von der Familie zwei bis vier Mal über den Haufen geworfen hatten, war ich am Mittwoch im Supermarkt, um für unser – nunmehr vorgezogenes – ThanksGiving-Dinner einzukaufen. Ich lud gerade die Cranberries ins Auto, als das Handy ging. Der Autor ließ mich wissen, ich möge stantepedes heim kommen, die beste aller Tanten-Nachbarinnen sei bei uns gestürzt und habe sich den Knöchel gebrochen. Selten habe ich Lebensmittel so unachtsam in den Wagen gepfeffert.

Gerade zuhause angekommen, hörte ich schon den Rettungswagen und meine Nachbarin schaute mich mit großen Augen an und meinte, sie habe aber so gar keine Zeit, auszufallen. Das ginge jetzt gerade gar nicht. Was der Rettungssanitäter nach einem Blick auf ihren Knöchel anders sah und sie einfach mitnahm. Nachdem sie weg war, erzählte mir der Autor wie es sich zugetragen hatte.

Als gute Nachbarin wollte sie Kind Nummer Zwei ein nachträgliches Geschenk und beiden Kindern Adventskalender zu kommen lassen. Auf dem Rückweg ist sie dann gestolpert, hingefallen und es hat zwei Mal geknackt. Nun war das bei uns vorne am Tor. Leider ist unsere Klingel kaputt – wir hatten sie auf der Liste relativ weit oben, sind aber noch nicht dazu gekommen, zu reparieren. Also zieht sich die alte Dame zur Straße und will das Auto anhalten, das da gerade kommt. Die Fahrerin sieht sie auch, bremst ab und macht einen Bogen um sie und fährt weiter! Das ist so unglaublich, daß ich gar nicht drüber nachdenken und schon gar nicht drüber schreiben will. Also dreht arme Verunglückte um und schleift sich auf allen vieren die ganze lange Einfahrt zurück zu unserem Haus mit dem Kommentar „Nur gut, daß ich katholische Knie hab – die sind Kummer gewohnt!“

Die alte Dame nicht mehr ganz junge Nachbarin wurde noch in der gleichen Nacht operiert, komplizierter Bruch an zwei Stellen, nächste OP am Montag. Kinder Nummer Eins und Zwei malen fleißig Genesungsbilder und ich bekoche ebenso fleißig den Onkel-Nachbarn, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen, weil ich nicht da war.

Es wäre wirklich nett, wenn heute mal nichts passieren würde. Nur ausnahmsweise.

Published in: on 13. November 2009 at 15:32  Schreibe einen Kommentar  

Aus Babies werden Kinder

Man wird ja doch gelassener mit der Zeit. Früher hat mich alleine der Gedanke an ein Geburtstagsparty für Dreijährige in Panik versetzt und ich wollte nur noch wegwegweg.

Es ist nicht, daß ich mir nicht doch was Schöneres vorstellen könnte, eine Horde Kleinkinder die Treppen rauf und runter rasen zu lassen. Und es ist auch erstaunlich, wie wenig Flüssigkeit doch so eine Kindergartenkindblase halten kann. Und noch erstaunlicher, wieviel, wenn leider vor lauter spielen selbige vergessen wurde.

Aber das ist ok. Mein Kind ist komplett zufrieden im Bett und erzählt mir in fast ganzen, grammatikalisch zu dreiviertel richtigen Sätzen, wie schön es heute war. Und so schnell die Zeit auch vergeht, so seltsam ist es doch, daß zwischen diesen beiden Bildern nur drei Jahre liegen sollen.

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Seufz, und bevor ich hier die sentimentale Mutter gebe, setze ich mich wieder mit meinem Glas Rotwein in die Badewanne. Das hab verdient. Damals wie heute.

Published in: on 10. November 2009 at 19:55  Schreibe einen Kommentar  

Lesen lernen mit der Antifa

Meine Tochter ist ja sehr begeistert, was Lesen angeht. Sie kann nicht anders, das sind nun wirklich ihre Gene. Genauso wie das Kinobesuchen, dem sie am Samstag mit dem Autor gefrönt hat. Auf dem Rückweg, wie sollte es anders sein, bescherte Ihnen die wunderbare BVG Pendelverkehr und sie standen vor einer vollgeschmierten Wand und warteten auf das private Taxi, das sie abholen sollte.

Und was tut eine gerade fast des Lesens mächtige, schwer gelangweilte 6jährige? Sie liest. Laut.

„Nnnnn….Naaaaaaa….Naaaassss…..Was ist das für ein Buchstabe, Daddy?“

„Das ist ein Z.!“

„Naaaaziiiiiiiis, Nazis, ggggg…..giiiiiiiii….gibbbt….gibts…“

Natürlich las sie das laut und sehr vernehmlich in einer Meute von Leuten gelesen, bis sie irgendwann die Lust verlor. Und bevor sie, fragen konnte, was „Nazis gibt´s in jeder Stadt. Bildet Gruppen und macht sie platt“ bedeutet, wurde der Autor vom nahenden Mutterschiff gerettet. Wofür er sehr dankbar war.

Es ist nicht einfach, ein Kind in der Großstadt lesen lernen zu lassen.

Published in: on 8. November 2009 at 21:36  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Wegen akuter Zeitprobleme aufgrund der Kombination von einer erstaunlichen Häufung von Aufträgen und der Teilnahme am Nano, werden sich die Zitate diesen Monat etwas häufen. Das hat damit zu tun, daß a) die Einträge nicht so lang sind und b) meine Kinder gerade einen Hammer nach dem anderen raushauen.

Heute zum Thema: Niemals würde ich mein Kind dressieren.

Ich habe gerade Kind Nummer Zwei in den Kindergarten gebracht. Es ist Freitag, der Autor hat Urlaub und wir dachten uns, es sei eine gute Sache, das Kind in die Welt eines Mittagskindes einzuführen. Und so erklärten wir ihm, daß er nach dem Mittagessen abgeholt wird und heute nicht in der KiTa schläft. Ausnahmsweise!

Auf den Weg zur Verwahranstalt – zu Fuß – sprach er von nichts anderem.

„Heute nicht schlafen im Kindergarten. Mein Papi kommt!!“ Wichtiger Tonfall.

„Ja, ausnahmsweise.“ Nur keine falschen Ideen aufkommen lassen.

„Anahmswegen.“ Wir arbeiten gerade an neuen Worten und deren korrekter Aussprache.

„Wie heißt das?“ Die Antwort kommt prompt und laut und in Millisekunden.

„Danke.“

Bitte, mein Kind, gern geschehen!

Published in: on 6. November 2009 at 09:18  Schreibe einen Kommentar