Die eierlegende Wollmilchsau

Es gibt in meinem Leben bekanntlich eine Menge Dinge, von denen ich nie dachte, daß ich sie mal tue. Meist haben sie irgendwie mit meinem Leben als Mutter zu tun. Darüber vergißt man ja, daß ich noch andere Leben habe. Das als Selbstständige zum Beispiel, deren Definition ja ist, alles selbst zu machen und ständig am Ball zu bleiben. Und eigentlich macht das sehr viel Spaß, denn man erstickt nicht in Routine.

Für ein neues Projekt muß ich zum Beispiel einen 300 Seiten langen Text erstellen. Mit allem Zipp und Zapp und bearbeiteten Bilder und erstellten Tabellen und 4 verschiedenen Verzeichnissen und das Ganze dann bitte in konvertierter, unzerschossener Form unter Zeitdruck. Und zu diesem Behufe teste ich jetzt seit zwei Wochen verschiedene Textprogramme.

Ich war schon bei Adobe, Neo-, Open- und WordOffice, Pages und jetzt arbeite ich mich gerade zu Papyrus vor. Und je mehr ich suche, desto mehr finde ich und desto mehr finde ich vor allem die Schwachpunkte.

Das waren noch Zeiten, als ich meine Diplomarbeit mit Word95 geschrieben habe – es gab nämlich nix anderes, das man als Dosennutzer, der eher technisch unbeleckt war, nutzen konnte, ohne vorher ein halbes Informatikstudium zu absolvieren. Und wenn es das gegeben hat, dann habe ich nicht gewußt, wo ich es herbekommen hätte, denn das Internet steckte noch in seinen Kinderschuhen und in Computerläden ging man als Normalsterbliche nur, wenn man neue Hardware brauchte.

Ich weiß gar nicht, ob ich bei Word95 schon automatisch ein Inhaltsverzeichnis generieren konnte. Fußnoten gingen schon, wurden aber immer wieder zerschossen. Wenn man ein Indexverzeichnis wollte, dann konnte man sich das zu Fuß erstellen – und das meine ich wörtlich. Und jedesmal hat irgendwas im Druck meinen Rechner abstürzen lassen. Meine Diplomarbeit hat mich 2 Drucker gekostet. Aber damit konnten – mußten – wir alle leben.

Heute hingegen hab ich die Qual der Wahl, aber irgendwie ist keine Software perfekt. Das eine kann hervorragend Bilder bearbeiten und einbinden, das andere läuft stabil, das nächste konvertiert gut. Was es nicht gibt, ist ein Progrann das alles gut kann – ist das so schwer? Ich mein, alles was ich will, ist ein Textprogramm, mit dem man eine wissenschaftliche Dokumentation ordentlich und für einen Kunden zufriedenstellend schreiben kann.

Aber bis mir jemand so ein Programm schreibt, nehm ich eben die bestschlechteste Alternative. Wäre nur gut, wenn ich endlich mal rausfinden würde, welche das ist.

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Published in: on 26. November 2009 at 22:26  Schreibe einen Kommentar  

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