Family, Life

Aus Babies werden Kinder

Man wird ja doch gelassener mit der Zeit. Früher hat mich alleine der Gedanke an ein Geburtstagsparty für Dreijährige in Panik versetzt und ich wollte nur noch wegwegweg.

Es ist nicht, daß ich mir nicht doch was Schöneres vorstellen könnte, eine Horde Kleinkinder die Treppen rauf und runter rasen zu lassen. Und es ist auch erstaunlich, wie wenig Flüssigkeit doch so eine Kindergartenkindblase halten kann. Und noch erstaunlicher, wieviel, wenn leider vor lauter spielen selbige vergessen wurde.

Aber das ist ok. Mein Kind ist komplett zufrieden im Bett und erzählt mir in fast ganzen, grammatikalisch zu dreiviertel richtigen Sätzen, wie schön es heute war. Und so schnell die Zeit auch vergeht, so seltsam ist es doch, daß zwischen diesen beiden Bildern nur drei Jahre liegen sollen.

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Seufz, und bevor ich hier die sentimentale Mutter gebe, setze ich mich wieder mit meinem Glas Rotwein in die Badewanne. Das hab verdient. Damals wie heute.

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Family

Lesen lernen mit der Antifa

Meine Tochter ist ja sehr begeistert, was Lesen angeht. Sie kann nicht anders, das sind nun wirklich ihre Gene. Genauso wie das Kinobesuchen, dem sie am Samstag mit dem Autor gefrönt hat. Auf dem Rückweg, wie sollte es anders sein, bescherte Ihnen die wunderbare BVG Pendelverkehr und sie standen vor einer vollgeschmierten Wand und warteten auf das private Taxi, das sie abholen sollte.

Und was tut eine gerade fast des Lesens mächtige, schwer gelangweilte 6jährige? Sie liest. Laut.

„Nnnnn….Naaaaaaa….Naaaassss…..Was ist das für ein Buchstabe, Daddy?“

„Das ist ein Z.!“

„Naaaaziiiiiiiis, Nazis, ggggg…..giiiiiiiii….gibbbt….gibts…“

Natürlich las sie das laut und sehr vernehmlich in einer Meute von Leuten gelesen, bis sie irgendwann die Lust verlor. Und bevor sie, fragen konnte, was „Nazis gibt´s in jeder Stadt. Bildet Gruppen und macht sie platt“ bedeutet, wurde der Autor vom nahenden Mutterschiff gerettet. Wofür er sehr dankbar war.

Es ist nicht einfach, ein Kind in der Großstadt lesen lernen zu lassen.

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Zitat des Tages

Zitat des Tages

Wegen akuter Zeitprobleme aufgrund der Kombination von einer erstaunlichen Häufung von Aufträgen und der Teilnahme am Nano, werden sich die Zitate diesen Monat etwas häufen. Das hat damit zu tun, daß a) die Einträge nicht so lang sind und b) meine Kinder gerade einen Hammer nach dem anderen raushauen.

Heute zum Thema: Niemals würde ich mein Kind dressieren.

Ich habe gerade Kind Nummer Zwei in den Kindergarten gebracht. Es ist Freitag, der Autor hat Urlaub und wir dachten uns, es sei eine gute Sache, das Kind in die Welt eines Mittagskindes einzuführen. Und so erklärten wir ihm, daß er nach dem Mittagessen abgeholt wird und heute nicht in der KiTa schläft. Ausnahmsweise!

Auf den Weg zur Verwahranstalt – zu Fuß – sprach er von nichts anderem.

„Heute nicht schlafen im Kindergarten. Mein Papi kommt!!“ Wichtiger Tonfall.

„Ja, ausnahmsweise.“ Nur keine falschen Ideen aufkommen lassen.

„Anahmswegen.“ Wir arbeiten gerade an neuen Worten und deren korrekter Aussprache.

„Wie heißt das?“ Die Antwort kommt prompt und laut und in Millisekunden.

„Danke.“

Bitte, mein Kind, gern geschehen!

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Family, Life, Reise

Seemannsgarn, heute schwankend

Eltern sollten ja bereit sein, Opfer für ihre Kinder zu bringen. Was das angeht, haben der Autor und ich unser Soll für die nächsten drei Jahre erfüllt.

Als wir nämlich letzte Woche auf Rügen waren, wollte ich meinen Kindern was bieten und ihnen die Kreidefelsen zeigen. Und da keines der Kinder bisher ordentlich Schiff gefahren ist, freuten sie sich wie Bolle. Meinem Sohn zuliebe haben wir uns für das „Honk-Schiff“ entschieden, weil es nämlich tutet, wenn es an der Seebrücke Binz anlegt.

Das Honk-Schiff schwankte schon bedenklich, als es anlegte und erstaunlich viele Leute stiegen aus – was uns hätte stutzig machen sollen. Aber selbst wenn wir drauf geachtet hätten, Kind Nummer Zwei hätte Hechtsprung auf das Schiff gemacht, wären wir nicht wie versprochen rauf gegangen.

Mir war schlecht, kaum dass wir abgelegt hatten.

Und zwar richtig schlecht. Ich war die erste, die runter gegangen ist, weil es unten angeblich weniger schaukelte. Ich hab den Horizont wie eine Wahnsinnige fixiert. Irgendwann bin ich einfach nur mit einem der ansprechenden, blauen Tütchen rausgestürmt und bin da geblieben. Mit dem Tütchen in der Hand und habe ein frisches Stückchen Ingwer visualisiert, was angeblich in Natura gegen Seekrankheit helfen soll. So aber nicht. Ganz und gar nicht. Dafür hat sich nach 30 Minuten im kalten Wind das Zittern vor Kälte mit dem Würgen die Waage gehalten.

Und zum Schluß hab ich vor lauter Horizont und frieren nur noch gebetet, daß hinter mir die Seebrücke bald erscheint. Zusammen mit etwa 90% aller anderen Passagiere. Zu denen auch der Autor gehörte, der sich aber besser im Griff hatte als ich und die beiden Kinder bespaßte. Die wiederum zu den restlichen 10% gehörten, beim Autor unten bleiben mußten (weil ich auf Deck niemanden hätte beaufsichtigen können) und sich zu Tode langweilten, weil keiner mit ihnen spielen wollte und alle grün im Gesicht waren.

Ich schwöre, ich hab das letzte Mal einen Fuß auf irgendwelche Planken gesetzt, unter denen im weitesten Sinne Wasser ist. Und mein bis dahin auf Platz Zwei der WelchenUrlaubichimmernochmalmachenwollte-Wunschliste – eine Fahrt auf der Queen Mary II – wurde gestrichen.

Ersatzlos.

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Life

Zitat des Tages

Kind Nummer Eins wurde gerade zur Rede gestellt, weil sie unmotiviert einen Wutanfall bekommen und rumgebrüllt hat. Ihre kleinlaute Erklärung

„Ach, Mama, ich weiß ja, aber ich war so frusfriert!“

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