Besser die Cocktails nie schmeckten

Es war dann doch noch ein sehr schönes Weihnachten. Die Achse des Videos Westpolen-Münsterland-USA hat geklappt und die gesamte Familie hat die Bescherung zusammen gefeiert. Jedenfalls virtuell und das war mehr, als man unter den gegebenen Umständen erwarten durfte. Die Notgeschenke sind gut angekommen und am zweiten Weihnachtstag machte das Christkind dann in Form von Opa und Urgroßmutter Überstunden. Viele Überstunden.

Und für die Mutter gab es noch ein besonderes Weihnachtsgeschenk, wir sind nämlich mit drei Generationen zum Potsdamer Platz in meine Lieblingsbar gegangen um dort *einen* Cocktail zu trinken. Nach dem vierten haben wir uns dann doch wieder gen Osten aufgerafft. Uroma mit drei Irish Coffee und einem Cocktail intus, Opa mit vier Painkillern und Mutter Possum mit nicht wesentlich weniger Alk im Blut. Aber wirklich geschwankt ist keiner von uns – Genetik lügt eben nicht.

So, und nachdem Weihnachten denn auch gut über die Bühne ist, freue ich mich auf Silvester. Und dann kann 2009 auch bitte, bitte endlich gehen. Und gnade 2010 Gott, wenn es sich wagt, auch nur ansatzweise so schlecht zu werden wie das letzte Viertel diesen Jahres.

Wir sehen uns dann auf der anderen Seite.

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Published in: on 28. Dezember 2009 at 20:56  Schreibe einen Kommentar  

Das etwas andere Weihnachten

Nun ist es ja nicht nur so, daß uns nur das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Gerade, als wir uns entschlossen, einen beherzten neuen Versuch zu machen gen Westen zu starten, bekam Kind Nummer Eins Ohrenschmerzen und Fieber. Da sie zusätzlich schon seit Wochen hustet, war ich am 23ten um 8 Uhr bei der Kinderärztin. Diagnose: Mittelohrentzündung, Fieber – absolut kein Weg führt ins Münsterland. Zumal man ja nicht sicher sein konnte, wie denn die Straßenverhältnisse sein würden.

Also krankes Kind ins Bett gepackt, gesundes sehr zum Erstaunen der Erzieher in die Verwahranstalt gebracht und zugesehen, daß wir Weihnachten nicht verhungern. Als ich vom Einkaufen wiederkam, schlief das arme Kind. Und das tat es auch Stunden später noch. Und als sie dann aufwachte, sah ich mich bemüßigt, ihr Fiebersaft zu geben, zumal sie beim atmen – wie sie das fast schon panische Luftschnappen nannte – Schmerzen im Bauch hatte. Erneutes Fiebermessen, ergab dann über 40 Fieber. Und da bekam ich dann Angst, zumal die Kurze auch komplett apathisch war.

Also den Sohn vom Kindergarten weg zu den Nachbarn organisiert, das panisch schreiende Kind

„Ich will nicht ins Krankenhaus, nein, nein, nicht ins Krankenhaus, ich will Weihnachten nicht im Krankenhaus sein!“

gepackt und in die Rettung gefahren – ich hab einfach aufgehört zu zählen, wie oft ich dieses Jahr da war. Diagnose: akute Bronchitis, anfangenden Lungenentzündung unten links. Ja, danke dann auch. Womit sich ein verspätetes Weihnachten am zweiten Weihnachtstag bei Opa dann auch erledigt hatte. Das ist dann das zweite Kind, daß innerhalb von drei Jahren eine Lungenentzündung etwa 48-24 Stunden vor Weihnachten bekommt.

Aber da wir in Zeiten des Antibiotikas leben hat sie sich schon wieder bekrabbelt, zumindest das hohe Fieber ist weg und die schlimmsten Schmerzen auch.

Und deswegen werden wir gleich den schönsten Baum der Welt schmücken, Plätzchen essen und auf´s Christkind warten. Und wir werden dankbar sein, daß zumindest wir vier alle zusammen sein dürfen, an diesem heiligen Abend.

In diesem Sinne wünsche ich allen gesegnete und friedvolle Weihnachten!

Published in: on 24. Dezember 2009 at 14:40  Schreibe einen Kommentar  

Das Wunder von Weihnachten

hat sich heute hier abgespielt.

Eigentlich wäre ich nämlich gar nicht hier zuhause, sondern in der alten Heimat. Und ich war auch schon unterwegs mit Kindern, vielen Quilts, Geschenken, einem großen Fresskorb und einem auch ansonsten bis an den Rand vollgepackten Wagen. Ich war schon im Dorf neben unserem, ca 500m von der Autobahn entfernt, als der Possumvater anrief und mich quasi anbettelte, nicht zu fahren. Er hatte gerade einen bekannten Nachrichtensender an und sah einen Unfall nach dem anderen. Und genau auf meiner Strecke konnte man dem Eis zusehen, wie es sich auf den Straßen bildete.

Nun ist es eine Sache, sich zu überlegen, zu fahren oder auch nicht zu fahren, weil das Wetter üsselig werden könnte. Eine ganz andere ist es sehenden Auges ins Blitzeis reinzuschlittern. Ich hab dann umgedreht und bin wieder heim gefahren. Was natürlich Gebrüll von hinten nach sich zog.

„Jetzt sind wir alleine zu Weihnachten und haben keinen Baaaaaahaaaauuuuuum!“ Kind Nummer Eins ist seit jeher sehr vorausschauend und praktisch veranlagt.

„Ich will zu Oooooooooooooopaaaaaaaa!“ Kind Nummer Zwei hingegen hat das Konzept Weihnachten noch nicht so ganz begriffen.

Um also die Kinder zu beruhigen, versprach ich einen Film und Weihnachtsbastelei für den noch zu besorgenden Baum. Beides wurde begeistert angenommen und bis zum Nachmittag natürlich auch nicht vergessen.

Und so sass ich dann am späten Nachmittag mit beiden Kindern bei Weihnachtsmusik am Tisch und habe Sterne in allen Formen gebastelt. Und es hat mir sogar Spaß gemacht, was schon ein kleines Wunder an sich ist.

Das eigentliche, große Weihnachtswunder ist aber: Die Sterne sehen sogar noch gut aus und sind durchaus vorzeigbar. Und zwar nicht nur die von den Kindern sondern meine auch. Ja, in Zeiten wie diesen passiert wahrlich Seltsames.

Und so werde ich mal schauen, wie ich hier in eineinhalb Tagen Weihnachten auf die Beine gestellt bekomme. Wäre ja nicht das erste Mal. Und wie ich uns kenne auch nicht das letzte Mal.

Published in: on 22. Dezember 2009 at 21:17  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Possum-Mutter sitzt bei Weihnachtslieder und Kerzen mit den Kindern am Tisch und hilft beim Wunschzettel schreiben.

„Mama, was wünscht Du Dir eigentlich?“ Kind Nummer Eins ist ja manchmal richtig selbstlos.

„Ich wünsche mir liebe Kinder.“ Was habe ich diese Aussage früher von meiner Mutter gehaßt.

„Wie geht das?“

Man kann Kind Nummer Zwei wirklich nicht vorwerfen, er würde sich nicht bemühen.

Published in: on 21. Dezember 2009 at 17:03  Schreibe einen Kommentar  

Die Sache mit der Schlange

Passend zur Jahreszeit lese ich meiner Tochter im Moment abends aus ihrer Kinderbibel vor. Gestern war die Bethlehem-Story dran, heute wollte sie „die Geschichte mit den beiden Kindern und der Schlange“ hören, also hab ich ihr die Schöpfungsgeschichte vorgelesen. Danach fragte sie

„Mama, warum haben die denn die Früchte gegessen, wo die das doch nicht durften?“ Ja Kind, wenn das die Menschheit wüßte…

„Schatz, das weiß ich nicht genau, vielleicht gerade weil sie verboten waren.“ Kind schaut mich an, man hört es quasi hinter ihrer Stirn arbeiten.

„Mama? Mama, wie haben denn die Früchte geschmeckt?“

Hat der Vatikan für solche Fragen eine Hotline?

Published in: on 19. Dezember 2009 at 22:25  Schreibe einen Kommentar  

Ich Tarzan

Der Nächste, der mir erzählt Jungs und Mädchen seien nicht unterschiedlich gepolt, den laß ich einen Tag mit meinem Sohn spielen.

So erzählte er letztens allen Ernstes meiner Freundin, einer ausgebildetem Musicaltänzerin, er könne leider nicht zu ihr zum Tanzen kommen.

„Ich bin gar kein Mädchen.“

Aha. Und das hat was damit zu tun, daß er nicht in die Tanzstunde will?

„Na, ich bin gar kein Mädchen. Ich bin ein Junge.“

So richtig interessant wurde es dann aber, als seine kleine Freundin bei uns war. Die beiden spielten nämlich Mann und Frau. Wohlgemerkt, beide drei Jahre alt.

„Ich bin die Mutter.“ Kleines Mädchen ganz groß.

„Ich bin der Papa. Und ich geh jetzt zu work.“ Kleiner Junge stapft zu mir ins Arbeitszimmer und holt sich eine Tastatur. Geht raus, kommt wieder reingerannt und fängt an, kleine Spielsteine zu sammeln und

„Und Wurst….und Fisch….und Gemüse….und fruit…“ vor sich hin zu murmeln.

„Sag mal, was machst Du da eigentlich?“ Mutter ist ganz fasziniert.

„Ich muß einkaufen gehen. Food nach hause bringen. Ich bin der Papa.“ Sprachs, brachte seine Schätze heim zu Muttern, die ihm auch gleich das Essen bereitete.

Also ich gebe zu, bei uns ist es der Autor der aus dem Haus zum Arbeiten geht – aber mein Kind weiß, daß ich auch arbeite. Und bei uns kauft Papa auch nicht ein, daß tue ich schon selbst – ich habe eine Abneigung gegen eingedostes Essen.
Bei meiner Freundin, deren Tochter da ja begeistert mitspielte ist es so, daß beide zuhause im Studio arbeiten – nix mit Papa geht weg zur Arbeit. Und ich habe auch noch nicht gesehen, daß da die Jäger- und Sammelleidenschaft ausgebrochen ist.

Will sagen: Unsere Kinder leben gerade ihre Gene und was weiß ich nicht aus. Um denen entgegen zu wirken, wurde der Autor jetzt dazu verdonnert, wenigstens ab und an mal für die Familie zu kochen. Obwohl ich da bin. Für die ganze Familie.

Niemand hat mir vor der Mutation zur Mutter gesagt, daß ich mit meiner Entscheidung zum Kind in letzter Konsequenz mein Leben eine gehaltvolle und ausgewogene Ernährung aufs Spiel setze.

Published in: on 18. Dezember 2009 at 13:23  Schreibe einen Kommentar  

Steve – verzweifelt gesucht!

Ich frag mich ja nicht zum ersten Mal, was die Menschen – also auch ich, die ja noch ins analoge Zeitalter hineingeboren wurde – ohne Internet getan haben. Damals. Unvorstellbar, wie ist das gegangen? Was hatte man für Quellen? Wo finde ich die heute noch?

Ich habe heute Weihnachtskarten addressiert und bin durch meine digitale Adressdatei gegangen. Da der Hang zum Perfektionismus von jeher einen weiten Bogen um mich gemacht hat, ist ebenjene sehr unvollständig. Ich habe zwar Namen drin, aber das ist es oft auch schon. So auch bei einem ganz lieben, netten Bekannten aus Studententagen. Ich bin in meinem virtuellem Kramkasten über seinen Namen gestolpert und will jetzt wissen, was aus ihm geworden ist.

Nun ist es nicht so, daß ich nichts über ihn finde, der Gute ist Schauspieler und war an den Theatern Europas durchaus aktiv die letzten Jahre, es gab Interviews mit dem Mann, seitenlange Zeitungsartikel, sogar einen niederländischen (glaub ich zumindest) Wiki-Eintrag hab ich gefunden- allein, ich finde absolut keine EMail- oder sonstige Kontaktadresse. Geschweige denn eine Homepage. Oder gar einen Twitternamen. Xing, Facebook, Stayfriends – Fehlanzeige. Es ist zum Haareraufen!

Theoretisch könnte ich natürlich bei einem der Theater oder der Zeitugen anrufen – das hätte man wohl früher gemacht, denke ich. Aber das ist so 90er!

Wenn also irgendjemand eine Mailadresse eines gewissen Steve Karier kennt oder er selbst dies hier liest – Zufälle gibt es ja immer wieder – Kontaktadresse findet sich in diesem Blog und sie mündet in einem Postfach an dessen Bildschirm jemand sitzt, der sich sehr über eine Info freuen würde.

War das jetzt subtil genug?

Published in: on 15. Dezember 2009 at 21:37  Schreibe einen Kommentar  

Ein weiterer Samstagabend im Dezember

Gestern war ja der 12te und eigentlich wollte ich wieder beim 12 von 12 mitmachen. Ich hatte auch schon genug Fotos, die ich dann nett einstellen wollte.

Und dann überredete mich der Autor doch ein Bad zu nehmen, während er mit der Brut und Leuchtstäben den unteren Teil des Hauses unsicher machte. Die Idee war gut. Das Wasser war warm, der Geruch von Schokolade und Vanille hing leicht in der Luft und Nora Roberts macht sich in der Wanne immer gut. Als ich aus der Wanne kam, war es 19:30. Und – ich weiß nicht wie es passieren konnte – ich lag plötzlich im Bett.

Ich wurde das erste Mal wach, als die Kinder kurz reinkamen, um mir gute Nacht zu wünschen. Und dann das zweite Mal, als der Autor sich neben mich legte. Das muß so um kurz nach acht gewesen sein.

Das Nächste was ich dann mitgekriegt habe, waren zwei langsam aufwachende Kinder, zwischen denen ich lag. So gegen 7:15 heute morgen. Ich kann mich nicht daran erinnern, das letzte Mal 12 Stunden geschlafen zu haben. Aber ich muß sagen, es hat, den Samstagabend auf eine so ganz und gar unkonventionelle Art und Weise zu verbringen.

Manchmal.

Hach, sind wir wieder unkonventionell dieser Tage.

Published in: on 13. Dezember 2009 at 10:00  Schreibe einen Kommentar  

Alle Jahre wieder…

Wenn immer wieder kehrende Krankheiten ein Gutes haben, dann ist es das, daß man sich zu einem gewissen Maß dran gewöhnt und man weiß, was zu tun ist.

Denn eigentlich waren wir schon überfällig. In den letzten Jahren hatten wir in der jeweils Mitte bis Ende November üble Kruppanfälle. Nachzulesen hier und hier. Und ich hatte schon Hoffnung, daß unser Sohn dem dieses Jahr entwachsen sei.

Diese Hoffnung zerplatze gestern nacht, als ich aus dem Kino nach Hause kam. Der Autor empfing mich mit der Info, daß der Kleine bellt, aber keine Atemnot hat. Tja, das tat er dann die halbe Nacht, aber immerhin schlief er dabei weiter. Von der akuten Atemnot des letzten Jahres war diesmal – man ist ja auch für die kleinen Dinge im Leben dankbar – nichts zu sehen. Inhaltor ist in dieser Jahreszeit immer aufgeladen und Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kruppanfällen können wir mittlerweile im Schlaf.

Und so haben wir heute morgen einen topfitten, aber hustenden kleinen Jungen zu Hause, der seinen Vater an den Rand der Erschöpfung treibt, während seine Mutter surft dringend arbeiten muss.

Stellt sich allerdings die Frage, warum sich immer nur solche Sachen wiederholen. Ich persönlich hätte so gar nichts dagegen, wenn sich Dinge wie eine großzügige Steuerrückzahlung ebenfalls so in diesem Zeitraum wiederholen würden.

Published in: on 10. Dezember 2009 at 09:09  Schreibe einen Kommentar  

Musik ist ihr Leben – seins eher nicht

Gerade als Mutter, die musikalisch eher – nun eher unbeleckt ist, versucht man ja die eigene Scharte auszuwetzen, indem man seinen Kindern alle Möglichkeiten dieser Welt gibt. Und außerdem gibt es einem die Möglichkeit, in die Kinderversionen von Opern zu gehen, die man dann wengistens auch versteht. Sehr praktisch das.

So waren wir heute in der Zauberflöte für Kinder – mit Erzählerin, damit auch ich kapiert habe, worum es eigentlich geht. Meine Tochter war ebenfalls ganz begeistert und bewegte ihre Finger beim Klaviersolo, als wenn sie selbst spielen würde – ihre Klavierlehrerin war ganz begeistert, ihre Mutter verwundert. Sie ging mit der Story mit und sie kommt nach mir – Sopranstimmen sind nicht für unsere Ohren bestimmt. Als die Königin der Finsternis ihr bei „Der Hölle Rache“ – das ist das mit dem Trällern in der Stimme – sang, beugte sie sich zu mir und meinte

„Mama, die Königin der Nacht hat ein tolles Kostüm an, aber sie fiept wie ein Vogel!“

Drei Stunden später waren wir, des Ausgleichs wegen, auf der monatlichen Blue Session des Dorfes mit ehrlicher Rockmusik. Die fand Kind Nummer Eins ebenfalls klasse. Während Kind Nummer Zwei – er hat sich ganze zwei Sekunden im Raum aufgehalten, bevor er zu seiner Freundin sprintete – den ganzen Weg nach hause sich beschwerte, daß die Musik zu laut gewesen sei.

Auch ist etwas, auf das wir in 10 Jahren mit großer Wehmut zurück schauen werden.

Published in: on 6. Dezember 2009 at 21:46  Schreibe einen Kommentar