Internet, Life

Deppenaward bitte einmal hier

Ein Forum, das ich mein Stammforum nennen, hat eine nützliche Einrichtung, die sich „Depp des Monats“ nennt. Bis jetzt bin ich immer haarscharf dran vorbeigerauscht. Jetzt nicht mehr, glaube ich. Die Krone werd ich diesmal wohl nicht mehr los. Aber von vorn.

Gestern, ich war wegen akuter Eitelkeit mit Eisfüssen und steifgefrorenen Fingern im Treptower Park unterwegs, geht das Handy und ein sehr aufgebrachter Autor mokierte sich sehr laut und ausführlich darüber, daß ich ganz offensichtlich die Rechnung des Gutachters nicht bezahlt hätte, er hätte schon angerufen, wie peinlich das denn wäre, bitte. Nun war ich aber ganz, ganz sicher, das überwiesen zu haben. Und sogar, daß ich BLZ und Kto-Nummer zweimal überprüft hatte.

Da gestern abend nichts mehr zu regeln war, rief ich also heute morgen bie der Bankhotline an und plusterte mich ohne Ende auf. Die nette Dame an der Hotline meinte dann nach einigem Suchen, jaja, das wäre schon richtig, ab einer bestimmten Summe würde die Bank automatisch blocken. Worauf ich mich echauffierte, daß es soviel nun auch nicht gewesen sei und was sie sich einbilden würden, mir vorzuschreiben, was ich überweisen dürfe und was nicht und was, zum Geier, sie das denn anginge.

Die Dame hörte sich das sehr ruhig an und meinte, das sei schon richtig und niemand wolle mir etwas vorschreiben, aber leider, leider hätte ich nicht derart viel Geld auf meinem Konto und mein Dispo wäre schon weit vor 100.000 Euro ausgeschöpft. Es könne natürlich sein, daß ich einfach Punkt und Komma vertauscht hätte. Das käme schon mal vor. Und genau das wäre ein Grund, warum die Bank sich vorbehalten würde, da zu intervenieren.

Ich habe eine Entschuldigung gemurmelt und das Gespräch sehr hastig beendet. Und mir fest vorgenommen, ab jetzt einfach den Autor unsere Überweisungen machen zu lassen.

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Zitat des Tages

Der Autor meditiert ja fleißig – sehr zur Freude unserer Katze, die schon in dem Moment, wo der immer noch sehr knackige Autoren-Po den Zafu berührt neben selbigen steht und gekrault werden will.

Aber nicht nur die Katze findet Entspannungstechniken toll. Auch Kind Nummer Eins ist angetan, zumal in Ihrer Verwahranstalt Yoga angeboten wird. Und so erfuhr ich nach unserem Mittagschlaf gestern von ihr.

„Mama, ich hab mir Daddys Matte und das runde Kissen geholt und hab Yoga gemacht, als ihr geschlafen habt. Ich weiß zwar nicht, wie das geht, aber ich hab das mal gemacht.“

Hah! Naturtalent das Kind. Andere brauchen dafür Jahrzehnte!

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Hilfe, der Schnee kütt

Daisy ist Geschichte und die Welt steht erstaunlicherweise noch. Kaum ist die letzte Flocke gefallen, streiten sich die Experten, ob zu früh oder zu spät, zuviel oder zuwenig gewarnt wurde. Und der Rest der Bevölkerung jammert ob der weissen Last.

Leute, wir haben Januar und der befindet sich in einer Jahreszeit names Winter. Das Weiße da draußen nennt sich Schnee und ist für diesen Monat total normal. Und wer meint, die Investition von Winterreifen wäre eine unnütze, der soll entweder seinen Wagen stehenlassen oder wenigstens nicht meckern – vor allem dann nicht, wenn er die Schuld zugesprochen bekommt, weil er einen Unfall verursacht. Zudem war diese plötzlich über uns hereinbrechende, in dieser Jahreszeit wirklich absolut nicht zu erwartetende Schneekatastrophe nun wirklich lange angekündigt. Muß ich da verstehen, warum man unbedingt abends um kurz vor zehn noch mit Kindern auf die Autobahn muß oder ausgerechnet in die Gegend zu fahren, die vom Schneesturm vorgesehenermaßen am heftigsten heimgesucht wird?

Ich hab da echte Probleme, Mitleid aufzubringen. Zumal Daisy uns den Gefallen getan hat und eine Wochenendschicht eingelegt hat. Die große Mehrheit mußte eben nicht zur Arbeit, sondern hätte es sich nett zuhause gemütlich machen können. Stattdessen mußten ihretwegen aber die Leute, die arbeiten mußten THW-Mitarbeiter, Rot-Kreuzler, Johanniter. Straßenräumer, Feuerwehrleute, Polizisten und wie die Engel alle heißen raus, obwohl sie woanders wesentlich dringender hätte gebraucht werden können.

Es ist weder der Strom ausgefallen noch kam es zu Lebensmittelengpässen noch wurden reihenweise Dächer abgedeckt. Im Gegensatz zu anderen Ländern haben wir wirklich Glück. Also sollten sich einige Meckerbolzen mal am Riemen reißen und ihren gesunden Menschenverstand – falls vorhanden – einschalten.

So, und jetzt geh ich Schnee schippen.

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Schulmädchen Mode

In Brandenburg ist es, genau wie in den anderen Teilen des Landes, sehr, sehr kalt. Und es liegt Schnee. Damit sind die zwei Voraussetzungen erfüllt, damit die Kinder nur noch in ihren, vorletztes Jahr vom Christkind gesponsorten, sauteuren Skianzügen vor die Tür gehen. Sie sind auch kuschelig warm und es wird ihnen nicht kalt.

Nur leider steht am Ende der Pause oder des Spaziergangs ein Aufenthalt im Warmen an. Tagsüber dann gerne in Schule und Kindergarten. Und drinnen machen sich die Dinger nicht gut. Für Kind Nummer Zwei im Kindergarten kein Problem, er flitzt in Strumpfhose durch die Verwahreinrichtung wie 90% der anderen Kinder auch und gut ist es.

Bei Kind Nummer Eins geht das natürlich nicht mehr. Sie ist groß und braucht etwas, um ihren bestrumpfhosten Po zu bedecken. Da mir das Teil mit Hose zusammen aber schon wieder zu warm ist, soll es ein Rock sein. Nun hat meine Tochter noch genau zwei Röcke die passen. Und auch das nur noch leidlich. Also war ich die letzten zwei Tage los, um einen normalen Jeansrock für sie zu erwerben. Oder einen irgendwie gearteten anderen Rock.

Und genau das scheint unmöglich. Es gibt Röcke in Größe 128, aber ja. Die Dinger sind gerade mal breitere Gürtel und bedecken noch nicht mal das, was sie bedecken sollen. Hallo? Mein Kind ist 6 und nicht 16. Ich find es aus Sicht einer Mutter auch mit 16 nicht erstrebenswert, so eine Entschuldigung von einem Rock anzuziehen (als Teenager sah ich das naturgemäß etwas anders), aber da ist es wengistens verständlich – und da hab ich damit wahrscheinlich auch nichts mehr zu tun. Aber kann mir mal bitte jemand erklären, warum man für Erst- bis Drittklässler solche Fähnchen produziert? Und dafür im Gegenzug keine mehr, die vielleicht so eine Handbreit über dem Knie enden?

Womit ich von meinem Verbraucherrecht Gebrauch machen werde und keines dieser Miniest-Dinger kaufen werde. Dann muß mein Kind eben mit den alten beiden, noch irgendwie passenden Röcken rumlaufen. Die kneifen zwar etwas am Bauch, aber wenigstens gucken sie noch unter dem Pulli hervor, den sie da drüber anzieht.

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Die Welt da draußen

Ich gebe ja zu, Silvester war bei uns auch deswegen etwas ruhiger, weil die Nacht davor zumindest für mich eher das Gegenteil war.

Der Mann von der Parkbank, der zwar seit zwei Jahren sein Blog verwaisen läßt, aber sonst wirklich sehr nett ist, wurde 45 und hatte in einen Club in Hamburg geladen. Und bekanntlich macht der Mann die besten Feten Hamburgs – da darf man nicht fehlen.

Nun bildet ja Reisen bekanntlich und diese hatte es diesbezüglich in zweierlei Hinsicht in sich.

Erstens kenne ich jetzt den feinen, fast graduellen Unterschied zwischen Gin-Tonic, der mit Gordon´s und Gin-Tonic, der mit Bombay Gin gemacht wurde. Ich habe hierzu spontane wissenschaftliche Untersuchungen angestellt, das Ergebnis immer und immer wieder in Frage gestellt und bin zu folgendem Ergebnis gekommen: Bombay schmeckt besser. Eindeutig. Irgendwann nach dem 6. Drink verschwimmt hier allerdings diese feine Linie wieder. Keine Ahnung warum, ich werde da weitere Testreihen durchführen müssen.

Und zweitens, was man als assimilierter Berliner ja gerne mal vergißt, es gibt Städte in Deutschland, die sind intrinsisch freundlich. Das fängt mit den zwei Taxifahrern an, die einen freudig strahlend auch nur 800 m vom sorgsam ausgewählten Hotel zur Fetenlokalisation fahren (und ein paar Stunden später wieder zurück), mit dem ehrlich gemeinten Satz, daß man bei dem Wetter nun wirklich nicht von einer Dame verlangen kann, zu laufen. Und das noch in diesen wirklich schönen, wenngleich auch hohen Schuhen. Ein Berliner Kollege hätte was von „Ziehn Se sich vermünftige Schuhe an, dann könnse auch loofen und ich müßte Se nich die paar Meter fahn“ gebrabbelt. Das geht mit dem Pizzadienst weiter, dessen indischstämmiger Lieferbote nicht etwa mit der Schulter zuckt, wenn die Zentrale das Besteck vergessen hat, sondern auf selbige schimpft und schnell runter zur Rezeption rennt und mir Gabel und Messer besorgt, damit ich mich nicht erst noch groß umziehen muß. Und geht bis zu der Apthekerin, die mir ohne ein weiteres Wort, dafür aber mit einem wissenden und mitleidigen Lächeln gleich das Glas Wasser gleich neben die Kopfschmerztabletten stellte.

Und deswegen war dann die letzte Nacht des Jahres auch ruhiger als die davor, schließlich muß man sich von soviel Freundlichkeit erst erholen. Das hält ja kein Mensch aus.

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Zitat des Tages

Kind Nummer Zwei hat gerade ein erhebliches Problem, Dinge zu teilen. Eine Phase, der man erfahrungsgemäß damit begegenet, daß seine primären Instinkte angesprochen werden. Sprich: Seine Gier.

Und so kam es gestern, daß ich nach einer kleinen Episode sehr effektvoll meiner Tochter ein Eis für heute versprochen habe mit expliziter Ausklammerung meines Sohnes.

Gerade kam dann von Kind Nummer Eins, die bei sowas zumindest ein Gedächnis wie ein Elefant hat

„Mama, wie meintest Du das denn gestern, daß ich ein Eis bekomme und mein Bruder niiiihiiiiicht!“ Hab ich? Warte mal…

„Eh…“ Mutter versucht gerade den gestrigen Tag zu rekapitulieren.

„Oder hattest Du das nur wieder als Erpressung gemeint?“

Ok, ich schreib doch keinen Erziehungsratgeber.

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Ein ganz normales Silvester

Wie sagte Frau Schäfchen so schön? Der obligatorische Beitrag zum Jahreswechsel.

Nicht, daß eben jener sonderlich aufregend gewesen wäre. Nein, das nicht. Aber er war schön. Einfach schön. Der Autor mußte ausnahmsweise weder um Mitternacht noch um 6 Uhr an Neujahr arbeiten, wir hatten die Familie Lostinabadbook hier, haben weder geraclettet noch gefondued (dafür hatten wir ein wirklich leckeres Bulgogi) und hatten einfach einen netten Abend.

Die Kinder haben oben im geschmückten Zimmer gesessen und Party gespielt, die Männer haben die Wii belegt und wir Frauens haben nett in Küche nebeneinander gesessen, beide den Laptop vor uns, Crémant und Trüffel daneben und haben die Silvesterparty auf WDR2 gehört.
Um Mitternacht dann das kleine Sortiment vom Netto in die Luft gejagt, mit den Nachbarn angestoßen, noch ein wenig geredet und ab ins Bett. Und heute morgen hatten wir dann alle zusammen (bis auf den Autor, der hatte dann 11 Uhr Schicht, man kann schließlich nicht alles haben im Leben) ein nettes, ruhiges Frühstück und eine Schlittenausfahrt

Klingt langweilig? Ganz im Gegenteil, es war einfach wirklich entspannend – das letzte Viertel des letzten Jahres war nervenaufreibend genug. Es war genau das, was wir brauchten und ich gäbe einiges dafür, wenn dieses Jahr so harmonisch, ruhig und schön werden würde wie der letzte Abend des vorherigen Jahres.

Aber irgendwas sagt mir, daß ich weiterträumen soll.

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