Am Sonntag will mein Liebster mit mir schwimmen gehen

Weil wir wegen des samstäglichen guten Wettes einen Gartentag eingelegt haben und damit das dörfliche Familienfest leider ausfallen lassen mußten, waren wir gestern im Schwapp. Die Kinder und wir lieben es, weil es überschaubar ist und trotzdem alles bietet, was man sich von einem Spaßbad wünscht. Inklusive neue Erkenntnisse in das Leben.

1) Die MasterBlaster Wasserrutsche mit den Reifen macht sich in Kombination mit einer lädierten Rippe ganz, ganz schlecht. Und ebenso schlecht ist es für besagte Rippe, mit Kind Nummer Zwei zwischen den Beinen alle, aber auch alle Rutschen runter zu gehen. Mehrfach. Dieses Kind kennt einfach keine Angst vor Höhe oder Geschwindigkeit. Meine Gene.

2) Es gibt da draußen eine schier unendliche Anzahl von Menschen mit extrem häßlichen Tatoos. Himmel! Nicht falsch verstehen, ich mag schöne Tatoos, auch gerne große. Wenn sie denn zum Träger passen und gut gestochen sind. Aber wenn man aufgrund der Rutschfreudigkeit des eigenen Sohnes und der eines anderen Kindes immer wieder auf den Rücke des Vaters starren muß, den ein Säbelzahntiger (oder war es ein Pittbull mit langen Reißzähnen?) ziert, aus dessen aufgerissenen Maul die Rückenhaare des Trägers sprießen, dann ist das schon nicht schön. Und wenn man sich schon ein rot-grünes Sternenbild auf den rechten Arm, Schulter und Brust stechen läßt – muß man dann einen orange-braunen Bikini dazu anziehen? Und ja, ich weiß, eine Schwangerschaft verlangt ihren Zoll. Und ich weiß auch, daß man nicht zwingend an solche Sachen denkt, wenn man sich mit 20 eine Sonne um den Nabel tättowieren läßt. Aber wenn man dann die Kinder bekommen hat und aus der Sonne eine Supernova geworden ist, dann sollte man sich überlegen, einfach einen Badeanzug statt eines Zweiteilers anzuziehen. Finde ich.

3) Was mich aber wirklich erschreckt hat, war die Anzahl der dicken Kinder. Also nicht gesund moppelig, kurz vor dem Wachstumsschub, sondern kurz vor der Adipositas stehend. Durch die extensive Rutschlust meines Sohnes war ich quasi auf einer Plattform festlötet und hatte viel, sehr viel Zeit zu beobachten. Manche Kinder haben es nicht ohne Pause die drei Treppen zur obersten Rutsche hochgeschafft und wirklich geschwommen ist von diesen Kindern kaum eines. Dafür sind sie mittags ins Restaurant und haben eine Erwachsenenportion der obligatiorischen Schnitzel mit Pommes und zerkochtem Alibigemüse inklusive großer Cola alleine ratzeputz verdrückt. Die gleiche Portion, die für den Autor und mich zusammen gereicht hat und von der immer noch was übrig geblieben ist. Und die dazugehörigen Eltern waren nicht wesentlich besser.

Der nächste, der über die fetten Amis mit ihren XXL-Portionen lästert, der möge seinen Astralkörper doch bitte einfach mal an einem verregneten Sonntag in ein durchschnittliches deutsches Spaßbad bewegen. Und dann reden wir weiter.

So, und ab jetzt gibt es bei uns ob dieses gesehenen Schreckgespenstes nur noch gedünsteten Fisch, knackiges Gemüse und Vollkornnudeln. Minus des Dünstens und des Vollkorns.

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Published in: on 31. Mai 2010 at 08:18  Schreibe einen Kommentar  

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