Fußball, Feuer und Furcht

Es hat gebrannt gestern nach dem Spiel. Fünf Häuser die Straße weiter rauf. Es gab einen Knall, dann stieg Rauch auf und dann sind wir auch schon mitsamt den anderen Nachbarn und Freunden und Freundesfreunden hingerannt, haben Hunde weggesperrt, Autos weggeschoben, andere Nachbarn gewarnt, Feuerwehr eingewiesen, aufgelösten Menschen Obdach und Hilfe angeboten und sind dann wieder gegangen.

Und da standen wir dann noch lange zusammen mit besagten Freunden und Nachbarn und beobachteten aus der Entfernung von ebenjenen fünf Häusern die Löschmaßnahmen, hörten den Hubschrauber kommen, auf dem Sportplatz landen und wieder starten, hielten Kinder davon ab hinzurennen und das Ganze als Happening anzusehen.

Und ich fragte mich die ganze Zeit: Bin ich jetzt eine gossipgeile Schaulustige? Oder bin ich jemand, dessen Welt eben nicht am eigenen Gartenzaun endet und der sich für das interessiert, was in seiner Straße und seinen Bewohnern passiert. Fakt ist, wir haben geholfen und nicht dämlich im Weg rumgestanden und blöde Kommentare gemacht. Und ganz sicherlich haben wir keine Hilfsarbeiten der Profis behindert. Und doch frage ich mich, wie das Zusammenstehen auf der Straße von aussen ausgesehen haben mag.

Ich denke, die Linie von sich wirklich sorgen und nach Neuigkeiten heischen ist eine feine, aber sie ist da. Und natürlich will ich wissen, ob alle Beteiligten wieder auf den Beinen sind und was das Feuer ausgelöst hat. Und sicherlich werde ich mich auch nicht empört abewenden, wenn jemand darüber redet – dann könnte ich die nächste Woche gar nicht mehr aus dem Haus. Aber ich denke immer noch, daß es Unterschiede gibt, wie über eine Situation redet. Und so wie ich meine Nachbarschaft einschätze, wird es hier keine Bösartigkeit geben.

Und ich wollte mich gerade darüber beschweren, daß das Leben hier langsam vor Hitze einschläft. So einen Gedanken sollte ich mal besser gar nicht mehr zulassen.

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Published in: on 4. Juli 2010 at 12:44  Schreibe einen Kommentar  

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