Die Strafe der Technik

Diese Familie ist ja durch und durch technologisiert. Jedem seinen Laptop, ein Desktop für die Kids, Wii für alle, iPods ebenfalls zum teilen und irgendetwas sagt mir, daß dieses Jahr Weihnachten ein iPad seinen langen, irrigen Weg zu uns finden wird.

Doch ja, ich lebe gerne in einem Zeitalter, in dem ich bestimmen kann, wann ich was höre, lese, sehe oder in meinem Fall auch arbeiten kann.

Aber manchmal, manchmal frage ich mich, ob das wirklich alles nur Sonnenschein ist. Ich erinnere mich daran, daß ich gute Einfälle für das Blog hatte, wenn ich die Wäsche aufgehangen habe. Da ich heute bei der Hausarbeit immer den iPod im Ohr und da dann immer Podcasts – meistens Zeitzeichen oder andere geschichtliche Happen – konzentriere ich mich darauf. Genauso beim Joggen. Und vor dem Schlafengehen – ich erinnere mich noch, wie meine Gedanken gewandert sind, jetzt lullt mich die Sprache ein und schlafe dabei ein,

Und je mehr interessante Dinge ich im Netz finde, desto weniger Zeit bleibt für wirklich eigene Sachen, denn leider hat sich die Zeit nicht mit der Wissensfülle ausgedehnt.

Nicht, daß man mich hier falsch versteht, das ist kein Artikel über das böse Medienzeitalter, beileibe nicht. Es ist eher die Erkenntnis, daß auch Menschen, die mit der Herausforderung Technik aufgewachsen sind, sich ab und an mal zurücklehnen sollten und ohne sämtliches Gerät ein paar Stunden versuchen auskommen. Und einfach nur seine Gedanken wandern zu lassen. Länger als zwischen zwei Titeln,

Ja, das werde ich tun, gleich, wenn ich ins Kino fahre. Ich nehme den iPod nicht mit. Brauche ich gar nicht.

Hat mein Handy eigentlich Radio?

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Published in: on 20. Juli 2010 at 13:08  Schreibe einen Kommentar  

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