Mütterlicher Egoismus und blutende Füße

Manchmal, manchmal möchte ich die obere Etage einfach zumauern und nach 4 Jahren mal gucken, wie es da oben aussieht.

Eben gerade, beide Kinder haben mütterliche Order bekommen aufzuräumen. Und erst nach 3 Minuten großes Geschrei.

„Maaaaaaaamaaaaa, der hat soooooooooooo gemacht. Auuuuuaaaaaaa!!!“

Kind Nummer Eins hält sich das Ohr, genaue Rekonstruktion der Geschehnisse nicht mehr möglich.

„Sohn, hast Du Tochter wehgetan!“ Warnender Mutterton on.

„Ja, ich wollte das haben.“ Mit Fingerzeig auf die Taschenlampe.

„Mir egal, hast Du oder hast Du nicht?“ Mutter kann ja so uneinsichtig ob guter Gründe sein.

„Ja!“ Arme verschränken sich, die Unterlippe schiebt sich vor, die Augen gehen auf halb acht.

„Entschuldigst Du Dich?“ Als ob ich die Antwort nicht schon wüßte.

„Nein!“ Immerhin zeigt das Kind eine gewisse Konsequenz – es sind die kleinen Dinge im Leben, über die man sich freuen sollte.

Was eine Denkpause in seinem Zimmer zur Folge hatte. Nach der er raus kam, es oben Gewisper gab und die beiden irgendwas spielten. Und dieses Spiel hieß nicht Zimmeraufräumen. Und nach nur 4 Minuten wieder Geschrei. Also das Ganze noch mal von vorn. Ich bin ja nix, wenn nicht leidensfähig.

Im Moment schwillt das Wutgebrüll im Denkpausenzimmer wieder an. Ich bin ja so ein reaktionäre und hinterwäldlerische Mutter, daß ich den Anspruch habe, auch im Privatbereich meiner Kinder den Teppich sehen zu wollen und mir im nicht unwahrscheinlichen Falle eines nächtlichen Alptraumes im Dunkeln nicht irgendwelche Legoteile in den Fuß zu rammen.

Ich egositisches Ding, ich.

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Published in: on 16. August 2010 at 16:58  Schreibe einen Kommentar  

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