Rückblick September

Nach einer ereignislosen Bahnfahrt (und ich hatte mich so darauf gefreut, darüber meckern zu können. Menno, noch nicht mal darauf kann man sich bei der Deutschen Bahn verlassen) und einem netten 87jährigen Geburtstag vom Possumgroßvater, ist man ja schon froh, daß es nette Blogger gibt, die mir immer wieder Inspiration sind. Vielen Dank, liebes Schäfchen!

Gelesen: „Blameless“ von Gail Carriger
Gesungen: Mit den Kindern, bis sie mich dringlich baten aufzuhören
Gehört: Podcast von GeoAudio „Goldrausch in Kalifornien“
Gesehen: Das A-Team
Getrunken: Cremant – gerade jetzt:-)
Gegessen: Griechische Lammkeule
Gekocht: Viel gute deutsche Hausmannskost
Gefreut: Über die überraschend guten Noten von Kind Nummer Eins
Geknipst: Viel zu wenig diesen Monat
Gelacht: Beim Runterrasen von Sommerrodelbahn und Wasserblaster
Geärgert: Über Gerüchte, die nicht stimmten
Genäht: Ich ziehe den Joker – wie immer
Gekauft: Eine Sau – jetzt tot
Gespielt: Rummicub
Gefeiert: Den besagten 87jährigen meines Opas
Gefühlt: Einmal die komplette Palett durch

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Published in: on 30. September 2010 at 19:58  Schreibe einen Kommentar  

Es ist nur eine Phase – leider

Mütter sind ja gerne mal notorische Meckerer. Sie tun gerne kund, in welch schwieriger Phase ihre Kinder gerade sind, bedauern sich selbst und beten sich gegenseitig das Müttermantra vor.

Weniger häufig bekommt man zu hören, daß das Kind gerade unglaublich gut drauf ist. Wahrscheinlich um keine bösen Geister heraufzubeschwören, denke ich mal. Und auch, um vor anderen Müttern nicht als Angeberin dazustehen, man lobt seine Brut nicht über den grünen Klee, das macht man einfach nicht, irgendwie.

Da ich mich noch nie drum geschert habe, was man tut und was nicht, mache ich es heute aber doch, denn beide Kinder waren trotz des verregneten Wochenendes durchaus erträglich. Und als Kind Nummer Eins ohne zu Murren in die unwirtliche Welt zur Schule hinaus mußte, nahm sich Kind Nummer Zwei sein Spielzeug und ließ Mutter in Ruhe ihre Mail lesen und dabei den Kaffee trinken. Und zwar ohne alle zwei Minuten Kakao, Brot, Apfel, Caaaaaaaaaaaaaaaaaaaandy zu wollen. Und als dann noch das Telefon ging, setzte er sich auf die Couch, nahm Schwesterleins Comic und las darin. 45 Minuten lang. Ruhig.

Als ich auflegte und gerade ob dieser Ungewöhnlichkeit sorgenvoll Fieber bei ihm messen wollte, legte er den Kopf schief, machte große Augen und fragte

„Mama, bin ich liiiiieeeb?“ was ich natürlich bejahte. Und darauf wartete, daß er jetzt eine irgendwie geartete Belohnung wollte. Und tatsächlich ging der Mund wieder auf

„Mama, ich bin heute den ganzen Tag lieb. Was kann ich anziehen?“ Und so zog er sich an, putzte die Zähne, sprang fröhlich ins Auto und hüpfte in den Kindergarten. In dem man mich am Nachmittag fragte, welche Drogen ich dem Kind gegeben hätte, so ein freundliches Kind über Stunden hätte man selten gesehen und wo man besagtes Zeug bitte kistenweise ordern könnte.

Währendessen er sich alleine wieder anzog und meinte, man könne dann jetzt zum Friseur gehen. Wo er wiederum flugs auf den Stuhl kletterte, auf ein Bild tippte, wie er die Haare gerne hätte und erwartungsvoll in den Spiegel blickte. Auf die Frage, ob er denn etwas trinken wolle kam ein

„Oh, ja, bitte“ und ein „Oh vielen Dank!“ als der Saft vor ihm stand. Der gesamte Salon stand für einen Moment still und aus dem Off kam von einer dauergewellten Dame die ungläubige Frage

„Wie alt ist dieses Kind? Ist der immer so? Kann ich bitte meinen Enkel bei Ihnen in die Erziehung geben?“

Ich wartete ja quasi sekundlich auf einen längst überfälligen Ausraster – allein, er kam nicht. Der Tag ging so weiter. Bis zum Schlafen gehen. Einschließlich.

Gut, es ist unheimlich, aber ich sowas muß auch mal gesagt werden. Und dokumentiert. Damit ich mich an diesen Tag erinnere und mir diese Zeilen zur Ermutigung durchlesen kann, wenn die Komplementärphase wieder eintritt und ich verzweifelt nach Adressen für eine Militärakademie suche, die Dreijährige aufnimmt.

Und die Phase kommt bestimmt.

Published in: on 27. September 2010 at 21:43  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Gerade im Bad. Tochter und Sohn putzen sich die Zähne, Sohn ist komplett übermüdet durch nur unzureichenden Mittagsschlaf und einer abendlichen Einladung bei Freunden. Dementsprechend unleidlich war er gerade.

Kind Nummer Eins guckt sich das den Zahnputzturnus durch an, nimmt die Bürste aus dem Mund, schaut dann sehr gequält und meint seufzend in diesem Kinder-Erwachsenen-Ton

„Ach Mama, ich hasse es, wenn er diese Phase hat. Ich hoffe ja mal stark, daß die bald vorbei ist!“

Ich auch, mein Kind, ich auch!

Published in: on 25. September 2010 at 21:28  Schreibe einen Kommentar  

Opium für den Autor

Es ja nicht so, als ob ich nicht meine eigenen Abhängigkeiten habe, vor allem, wenn man eigentlich arbeiten sollte. Ich verweise nur auf meine Fanfic-Sucht. Und das geht auch gerne mal soweit, daß ich dann leider eine Nacht durcharbeiten muß, weil ich tagsüber anderweitig abgelenkt war. Ich bringe also von Hause aus wirklich viel Verständnis mit.

Aber was hier im Moment abgeht, ist nicht zu glauben. Wie der eine oder andere vielleicht mitbekommen hat, ist das Demo von CIV 5 rausgekommen. Man kann 100 Züge oder so probeweise machen. Und seitdem ist der Autor weder aufnahmefähig noch funktionell zu gebrauchen.

Sei es nun, daß er Kind Nummer Eins vom freiwilligen Aufräumen ihres Zimmers runterholte, weil er mit ihr dringend den Countdown bis Download machen mußte. Oder meine Wäsche eine Nacht auf der Leine verbrachte, weil

„Eh, ja, hab ich in der Dämmerung noch gesehen. Wieso muß die rein?“. Nein, mein Schatz, die habe ich für ein Verrottungsexperiment rausgehängt.
Oder mein iPod, der mysteriöserweise verschwunden war, auf wiederholte Nachfragen ein abwesendes

„Ne, hab ich nicht gesehen“ kam, genau neben seinem Laptop auftauchte.

Seufz, und das ist erst der Anfang. Wenn nämlich das eigentliche Spiel freigeschaltet hat, dann bin ich wohl für ein paar Wochen alleinerziehend, denke ich mal. Bis natürlich auf die Zeiten, an denen mein Lieblingsfanfic wieder ein update bringt. Da werden unsere Kinder sich dann wohl selbst erziehen müssen.

Es ist hart, ein Kind von uns zu sein.

Published in: on 22. September 2010 at 17:26  Schreibe einen Kommentar  

Rasen in Brandenburg

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie schnell eine Geschwindigkeit erscheint, wenn man sie ohne den Schutz von Stahl und Glas spürt. Zum Beispiel 38,92 km/h. Das war nämlich meine amtlich gemessene Geschwindigkeit heute. Mit dem dreijährigen, juchzenden Passagier vor mir. Windschnittig tief vornübergebeugt sind wir nämlich auf einer Sommerrodelbahn durch Brandenburgs Wälder gerast. Es war ja so genial. Und muss ich erwähnen, daß ich in meinem Durchgang die Schnellste war?

Und da meine Kinder meine Kinder sind, wollten Sie den letzten Durchgang mit mir fahren, weil

„Daddy, Du bist einfach zu lahm, tut mir leid. Kann ich mit Mama fahren und schnell sein. Bitte!“

Hah, meine Gene!

Published in: on 19. September 2010 at 20:19  Schreibe einen Kommentar  

Freitagsfüller

Ganz ab und an mache ich auch gerne mal hier mit:

1. Zum Frühstück brauche ich Kaffee. Ein herzhaftes Brot ist nett, aber ohne Kaffee geht hier gar nichts.

2. Ich bin auch nur ein Mensch, und das ist auch gut so .

3. Der letzte Fehler für den ich mich entschuldigen musste wurde großzügig von meiner Tochter abgenickt.

4. Im Moment fühle ich mich ein wenig wie in April bei diesem Wetter.

5. Ich habe mich sehr geärgert, über den Regenschauer, der kam gleich nachdem ich beide Maschinen aufgehangen habe.

6. Die Erfüllung aller meiner Wüsnche bitte, wenn ich jetzt spontan einen Wunsch bei der guten Fee äußern dürfte.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf auf hoffentlich drei schlafende Kinder, damit ich wenigstens noch ein wenig was geschafft bekomme, morgen habe ich einen Besuch auf der Sommerrodelbahn geplant und Sonntag möchte ich einfach mal faulenzen !

Mehr davon gibt es bei Barbara.

Published in: on 17. September 2010 at 17:48  Schreibe einen Kommentar  

Und die Einschläge kommen wieder näher

Man weiß, die vier am Anfang des Alters rückt bedrohlich näher, wenn

– sich der gesamte Körper wieder ein Stück Richtung Erdanziehung verschiebt – obwohl die Waage nicht mehr anzeigt.

– man demzufolge wieder dreimal die Woche laufen und einmal zum Yoga geht – nicht, daß es was helfen würde.

– die Tochter einen fragt „Mama, was hast Du eigentlich damals mit 18 so gemacht? Oder ne, was fandest Du mit 39 gut?“ Danke mein Kind, das brauche ich im Moment.

– man zwar nicht den Remix, wohl aber das Orginal-Lied kennt – und das gleiche für Filme gilt.

– man merkt, daß Antifalten-Cremes doch irgendwo ihre Berechtigung haben – aber leider eine durchlesene Nacht auch nicht ausradieren können.

– man einen spontanen Hustanfall bekommt, wenn der Jungspund von Vater vom Kind Nummer Zwei Freund über die nahende 3 vor der Jahreszahl jammert – phhh, 30!

– man seine engeren Weggefährten aufgrund der schieren Anzahl nicht mehr in einem Zelt auf der nahenden Party unterbringen kann – man aber schon mit der Absage von mindestens einem Drittel kalkuliert, weil Kinder im Oktober dauernd krank werden.

– man anfängt, nicht nur ehrlich mit anderen sondern auch mit sich selbst zu werden – ganz böse.

– man nicht mehr denkt „Was fange ich nur in der Zukunft an“ – sondern „Wie verbringe ich die restliche Zeit sinnvoll?“

– man sich überlegt, was man in dieser Zeit alles schaffen wollte – und was man wirklich geschafft hat.

– man sich nach all den düsteren Gedanke strafft, sich selbst eine Idiotin schimpft – und endlich anfängt besagte Party ordentlich zu planen!

Schließlich will man die drei mit einem anständigen und würdigen Tritt aus seinem Leben kicken!

Published in: on 14. September 2010 at 20:24  Schreibe einen Kommentar  

12 von 12 im September

Sonntag, Sonne und September – Zeit, mal wieder beim 12 von 12 mitzumachen.

Wie immer, ohne Kaffee geht gar nichts…

Das war ja mein Ziel heute – endlich den dritten Tarabotti-Roman durchzubekommen. Das war dann mal eher so eine schöne Illusion. Denn

die Gartenarbeit ruft. Meine Blasen hab ich dann aus Rücksicht auf die zarteren Gemüter nicht fotographiert.

Aber man weiß ja, wofür man es macht! Außerdem

wurde unser neuer Brunnen von Unkraut befreit, derweil

Kind Nummer Zwei sicher stellt, daß auch wirklich kein Kaninchen mehr übrig geblieben ist.

Unsere garteneigene, überdiminsionierte Alien-Libelle an ihrem Stammplatz.

Danach schnell zum dorfeigenen Reittunier – Kind Nummer Eins kommentierte schon erstaunlich fachfraulich.

Während der Rest der Familie schläft – wir sind gerade gegen Mittag – versucht Mutter verzweifelt das, was von ihrer Figur noch übrig ist zu halten.

Das Duschen überspringe ich jetzt mal. Statt lesen mache ich danach mit Kind Nummer Eins glorifiziertes Kopfrechnen und danach

ein kleines Diktat geschrieben. Was da raus kam, erspare ich wiederum den zartbesaiteten unter uns. Danach wieder Gartenarbeit und jetzt….

ein Glas Shiraz rosé. Bis dato hatte ich keine Ahnung, daß es sowas überhaupt gibt. Aber er ist durchaus trinkbar. Den werde ich mir jetzt gönnen. Zusammen mit meiner viktorianischen Seelenlosen. Hoffentlich.

Mehr 12 von 12 gibt es hier.

Und wo bekomme ich jetzt eine anständige Massage her?

Published in: on 12. September 2010 at 18:54  Schreibe einen Kommentar  

Der Himmel zwischen den Kindern

Jetzt ist es offiziell, wir sind nicht die Kaninchenpersonen. Gestern morgen will ich den Hasen ihr Frühstück bringen und sehe Piti tot in seinem Käfig liegen. Keine Ahnung was es war, aber er sah sehr friedlich aus, was auf einen schnellen Tod hoffen läßt.

Jedenfalls war gestern wieder ein Tierbegräbnis angesagt, diesmal nach Absprache mit den Profis im Kindergarten im Beisein von Kind Nummer Zwei. Nachdem wir das also erstaunlich untränenreich hinter uns gebracht haben, beschließt Mutter, das Kind abzulenken und mit ihm einkaufen zu gehen. Im Radio dudelte natürlich irgendwas mit Haustieren und so kam von hinten

„Mama, mein Kamimchen ist nicht tot. Mein Kamimchen wohnt jetzt in a box in der Erde.“ Ohweh. Wir wollen nicht, daß das Kind denkt, der arme Hase würde jetzt sein Leben in einem Erdloch fristen.

„Nein, mein Schatz. Der Hase ist jetzt im Himmel.“ Hat bei Kind Nummer Eins schließlich auch geklappt – jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, bis sie Oma aus dem Flugzeug heraus in den Wolken gesucht und nicht gefunden hat.

„Mein Kamimchen ist jetzt in the Space???“ Sohn ist total aufgeregt und überlegt schon mal, wie er auch mal kurz tot sein kann, damit er endlich ins Weltall kommt.

Wir sollten wirklich mehr in die spirituelle Entwicklung unseres Kindes investieren, scheint mir.

Published in: on 8. September 2010 at 07:06  Schreibe einen Kommentar  

Alles für die Katz

Ich war gestern in einem bekannten Laden für Tierbedarf. Unsere Hasen brauchen eine erstaunliche Menge an Heu und Stroh, die ich nie unter 3kg pro Einkauf mit nach Hause nehme. Lohnt sich sonst nicht.

Und wo ich schon mal da war, dachte ich, ich schau mal nach Katzenfutter. Unsere Katze, so lieb sie ist, verträgt nämlich nur eine Sorte Trockenfutter. Und mit vertragen meine ich nicht, daß sie nichts anderes frisst, beileibe nicht. Auf solche Befindlichkeiten nehme ich im übrigen auch keine Rücksicht bei meinem Viehzeug. Aber Timmi bricht alles andere aus. Wie in Man-steht-morgens-auf-und-tritt-in-Katzenkotze. Das braucht man nicht wirklich, also bekommt das Vieh eben nur diese eine Sorte.

Aber ich dachte, ich schau mal, vielleicht gibt es ja was für Katzen mit empfindlichem Magen.

Gab es. Was ich so aber nicht erwartet hatte, waren die Massen an Tierfutter für Katzen mit dem einen oder anderen Zipperlein. Zwei Gänge voll. Und das war nur das Trockenzeug, das Nassfutter in allen Varianten nahm dann noch mal vier Gänge ein. Wer kauft so ein Zeug? Und teuer – das war ganz unglaublich. Aber das war nichts gegen die Nahrungsergänzungsmittel für die Biester. Als ich dann endlich beim Trinkwasser für Katzen in der Flasche angekommen war, hab ich aufgegeben, mich zu wundern.

Ich meine, wir verwöhnen unseren Kleinzoo bestimmt. Die Hasen kriegen ihren Gemüseabschnitt und frisches Fleisch fällt bei der Essenszubereitung für die Katze auch immer ab. Aber stilles Mineralwasser für Katzen? Ich hab das schon bei Babies für idiotisch gehalten, geschweige denn für Vierbeiner. Was kommt als Nächstes? Katzenyoga oder Hunde Tai Chi?

Unser armer Gartentiger muß übrigens weiterhin mit seiner einen Sorte vorlieb nehmen. Ich bin nicht bereit, für seine Abwechslung ein halbes Zweisternegourmetmenü auszugeben.

Man hat es als Katze von egoistischen Dosenöffnern schon schwer.

Published in: on 5. September 2010 at 19:14  Schreibe einen Kommentar