Multimediale Kindheit, die fünfte oder so

Ich gestehe, ich bin auch so eine. So eine Mutter, die ihrem 7jährigen Kind ein Handy kauft. Ich war nicht immer so. Ich war auch mal eine, die gesagt hat, daß ein Grundschüler kein Handy braucht, wosinwadennhia!?

Und dann geschah es aber, daß ich an einem Nachmittag vom Kind Nummer Zwei Sport aus meine Tochter zuhause anrief mit der Maßgabe, sie könne jetzt zur Christenlehre gehen, ich würde dann kommen und sie abholen. Was ich auch tat, sogar fünf Minuten vor der Zeit. Sie stand schon draußen und hatte eisekalte Hände. Und als ich sie fragte, warum sie denn nun schon vor der Kirche und so kalt sei, meinte sie

„Mama, heute ist Christenlehre ausgefallen und ich wollte nicht nach Hause gehen, weil ich Angst hatte, wenn Du vom Sport nicht erst nach Hause kommst, sondern direkt hier hin und ich bin nicht da, dann machst Du Dir Sorgen und das wollte ich doch nicht!“

Also hat sich das Kind lieber alleine eine Stunde lang in die Kälte neben den Friedhof gestellt.

Und ich finde, wer solch vernünftigen Gedankengänge hat, der ist auch verantwortungsvoll genug, mit einem Handy umzugehen. Und Mutter neue Seelenpein zu ersparen.

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Published in: on 24. Oktober 2010 at 21:09  Schreibe einen Kommentar  

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