Dinge, die immer an Wochenenden passieren

Es ist November. In drei Tagen, so hat es Wetterdienst vorausgesagt, soll es schneien. Und somit der perfekte Zeitpunkt für unsere Heizung, ihren Geist aufzugeben. Meinte sie. Und zwar genau gestern. Also eigentlich wahrscheinlich schon in der Nacht auf gestern, denn irgendwie wurde es nach einem Familiennickerchen doch sehr kalt.

Und genau wußten wir es dann, als Autor und Kind Nummer Zwei nach dem Abriss der im Keller nass gewordenen Verkleidung – ganz andere, nicht minder nervige Geschichte – duschen wollten. Und es von oben schallte

„Possum, das Wasser wird nicht warm!“.

Also runter zur Heizung, alles schien gut, Kontroll-Lampe (die wird im Verlauf der Geschichte noch eine größere Rolle spielen) leuchtete. Gas lief aber nicht. Also die Notrufnummer beim hiesigen Versorger angerufen, der uns versicherte, es gäbe keine Abschaltungen und wenn man uns das Gas gesperrt hätte, dann wäre ein Mann mit einem Plombiergerät in unseren Keller gegangen, das hätte wir sicherlich bemerkt. Und wir sollten doch den Entstörungsknopf, der mit der roten Lampe, mal ein und aus schalten.

Haben wir getan, es tat sich mehr so gar nichts. Also den Mann für alle Fälle unseres Vertrauens angerufen – es war mittlerweile Samstagabend 18 Uhr – und uns die Nummer des Heizungsmonteurs wiederum seines Vertrauens geben lassen. Der war leider gerade irgendwo in Brandenburg unterwegs, versprach aber am nächsten Tag vorbei zu kommen. Den Abend verbrachten wir schon mal mit Berechnungen, wie wir uns welche neue Brennwerttherme aus den Rippen schneiden könnten.

Mittags rief ich dann an, zwar war es dank Kamin nicht wirklich kalt hier war, aber so ganz ohne warmes Wasser will man sich ja auch nicht mehr unter die Menschheit trauen.

„Jaaaaaa“ meinte der gute Mann „haben sie denn schon den Entstörungsknopf gedrückt?“

„Ja, mehrmals!“ Sooooo doof sind wir ja nun auch nicht.

„Sie meinen schon den unten und nicht den an der Konsole, der zeigt nämlich nur an, daß da eine Störung ist und der unten am Kessel, das ist der, der das Ganze wieder entstört!“ Ok, wir sind so doof.

Also krabbele ich auf dem Boden rum, finde den *richtigen* Entstörungsknopf und drücke ihn, es brummt und rumort, das Ding springt an. Und seitdem ist es auch an. Zwar braucht die Fußbodenheizung ein Weilchen, aber so heißes Wasser, das aus dem Hahn kommt ist ja schon sehr praktisch.

Allerdings kommt der Heizungsmann morgen trotzdem kurz vorbei und checkt das Ding noch mal durch. Der Winter ist lang und hat noch viele Wochenenden.

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Published in: on 21. November 2010 at 22:16  Schreibe einen Kommentar  

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