Das Klo hierzulande irgendwo

Ich war ja über den ersten Advent in der alten Heimat, damit meine Tochter die alte Familientradition des Weihnachtsmarktbummels erlernt. Da mir das zu kalt war, hab ich das zum Patenonkel ausgelagert, der dann dem Kinde auch gleich noch bis Montag Herberge gegeben hat. Und dafür gesorgt hat, daß das Kind es dann jetzt nicht mehr unter vier Weihnachtsmärkten am Tag tut. Danke dafür.

Nun ist es ja so, daß man mit zwei Kinden mindestens eine Pause auf der Fahrt zu den Verwandten macht. Wenn man Glück hat. Dankenswerterweise haben meine mittlerweile keine Tröpfchenblase mehr, aber einmal muß schon aus Prinzip sein. Und so stand ich auch diesmal wieder in einer dieser netten, modernen Drehkreuzbezahltoiletten.

Und wie ich da so vor der Tür stand, weil Kind Nummer Zwei sehr vehement auf seine Privatsphäre bei bestimmten Dingen bedacht ist, höre ich es. Entspannungsmusik vom Feinsten, dahinter leises Wassergeplätscher gelegt und eine weichgespülte Sametpfötchenstimme, die mir versprach, ich würde mich wohlfühlen und ich solle mich entspannen, in dieser angenehmen Atmosphäre. Auf dem Raststättenklo. Und ich muß sagen, fast hätte ich mich meditativ geöffnet, hätte es nicht aus der Kabine mit der angelehnten Türe lauthals und die Musik übertönend geschallt, daß mein Sohn den letzten Teil des privaten Geschäftes von mir noch mal überprüft haben wollte.

Manchmal ist es hart, von so weit oben in der höheren Spähren auf die Erde zu knallen, aber immerhin weiß ich, wo ich jetzt hingehen kann, wenn der Weihnachtsstress mich übermannt und ich eine kurze und nur 70 Cent günstige Entspannung haben will. Ja, es sind die kleinen Freuden im Leben.

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Published in: on 3. Dezember 2010 at 07:51  Schreibe einen Kommentar  

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