Ja, meine Suppe ess ich wohl

Es gibt Tage, da kann man auf den Tisch stellen, was man will und es wird nicht gegessen, weil das passende Filly gerade nicht zur Hand ist, die Sonne scheint oder eben auch nicht oder weil der gerade gebastelte Papierflieger nicht fliegt. So ein Tag war heute nicht.

Nun bin ich keine der Mütter, die Panikattacken schieben, wenn ihre Kinder mal eine Mahlzeit auslassen. Das gemeine mitteleuropäische Kind verhungert in Normalfall nicht, wenn es genug Nahrung angeboten bekommt. Ich bin aber sehr wohl eine Mutter, die redlich gepisst ist, wenn sie in ihrer reichlich bemessenen Freizeit in der Küche steht und das Essen, was gestern noch un-be-dingt gewünscht wurde, heute plötzlich nicht mehr schmeckt.

Und ich ahnte Böses, als meine Kinder den gesamten Nachmittag über mit schwer schokoladenverschmierten Nikolausmündern durch das Haus liefen. Da ich selbst heute meinen dezemberlichen Backtag hatte und die Küche in dementsprechenden Zustand war, servierte ich Kindern und Autor das Bauerngulasch heute als Picknick getarnt vor dem Fernseher. Und verschwand ob der Plätzchenbräunungsbeobachtung wieder Richtung Ofen. Nach zwei Minuten stand Kind Nummer Zwei vor mir.

„Mamaaaaa? Mama, die Sosse da heute…..die schmeckt sehr gut.“ Drehte sich um und ging wieder. Und wie ich mich noch von meinem Schock erholte, kam Kind Nummer Eins kurz rein

„Mama, das Essen schmeckt lecker. Wollte ich nur mal sagen.“ Drehte sich ebenfalls um und wendete sich den wichtigen Dingen wie dem vorabendlichen Kinderprogramm zu.

Nein, das ist jetzt nichts Weltbewegendes, aber man kann auch mal schreiben, wenn was gut läuft. So, wie man auch mal sagen kann, wenn ein Essen gut schmeckt.

Find ich.

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Published in: on 6. Dezember 2010 at 21:01  Schreibe einen Kommentar  

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