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Wenn auch die Ohrenschützer nicht mehr helfen

Ich bin wieder auf dem Berg – diesmal nicht im Vorarlberg sondern in Kärnten. In der gleichen Besetzung wie immer mit Kindern und Possumvater. Der Autor hütet Haus und Katze, hört sich die Skifortschritte seiner Kinder an und ist ansonsten froh, eine Woche Ruhe zu haben bringt das Haus auf Vordermann.

Dafür haben wir Sonne und Schnee satt, was ich ausnahmsweise richtig genießen kann, denn nichts und niemand zwingt mich, eine Einfahrt dreimal am Tag zu schippen. Aber weil man ja so mit Nichtstun auch nicht seinen Tag verbringen will und das letzte Erlebnis ja nun auch schon ein Weilchen her ist, hab ich mich von Kind Nummer Eins zu einem erneuten, beherzten Versuch eines Skikurses breitschlagen lassen.

Schon beim Vorfahren, also testen, was der einzelne Fahrer so kann, wurden wir auf eine Nebenübungspiste verfrachtet. Offiziell, damit die Kinder ihre Gruppeneinteilung zügig über die Bühne bekommen. In Wahrheit wollte man aber einfach keine unschuldigen Kinder gefährden. Ausserdem war die unsere Übungspiste noch ein klein wenig flacher als die der Kinder. Nachdem also alle Erwachsenen durch waren, blieb für meine Gruppe ausser mir noch genau eine andere Beherzte, die in etwa meinen Skikenntnisstand hat, übrig. Man gab uns einen sehr, sehr geduldigen Skilehrer, der offensichtlich die Herausforderung liebt.

Angefeuert von Kind Nummer Eins Rufe, während sie zum Tellerlift fuhr

„Du schaffst das, Mama, Du kannst das!“, klammerte ich mich also tapfer an das Schleppseil und ließ mich wie ein Affe auf dem Schleifstein hochziehen. Endlose Male mit anschließenden unzähligen Übungen. Und gerade, als ich anmerken wollte, daß der rechte Arm nun gar nicht mehr zu mir gehört, meinte der optimistischste Skilehrer von allen

„Und jetzt gehts auf die da!“ und zeigte weit, weit nach oben.

Ich mache es kurz – aus irgendeinem mir nicht verständlichen Grunde klappte es. Ich schneepflückte mich durch den Hang und fiel nur einmal. Und das war nicht meine Schuld, weil meine Mitschülerin mich leider umnietete. Was aber auch sein Gutes hatte, weil ich jetzt weiß, warum mittlerweile fast alle Leute auf der Piste einen Helm tragen. Und da das alles so gut geklappt hat, habe ich beschlossen, mein Glück zu strapazieren und habe die ganze Woche nachgebucht. Ich, das Possum, habe mir jetzt in den Kopf gesetzt, wirklich Skifahren zu lernen. Wenn der Berg so unbelehrbar ist – bitte, er wird sehen, was er davon hat.

Übrigens hat das Hotel auch einen ganz hervorragenden Wellnessbereich – mit mehreren Saunen, die einen mittelalten Körper wieder zum Leben erwecken.

Ich nutze ihn täglich.

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Die Karte des Erfolgs

Nun hat sie es also endlich auch nach Deutschland geschafft, die Tiger-Mom Amy Chua, ich hatte ja schon drauf gewartet. Der Kampf zwischen westlicher und asiatischer Kultur ist einfach zu publikumswirksam, als das die Medien nicht voll einsteigen würden.

Nun gebe ich zu, ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber ich habe einige Interviews mit ihr gelesen und gesehen. Ich weiß, daß sich Mrs Chua beschwert hat, daß der erste große Artikel, der den ganzen Medienhype ausglöst hat, falsch zusammengeschnitten war. Und ich will mich auch nicht in irgendwelche Diskussionen der tieferen Art einlassen, denn in das Thema spielt – in den USA, wo es deutlich mehr chinesische Immigranten gibt als in Deutschland, noch mehr als hier – zuviel an Gesellschaftlichem mit rein. Aber eines kann und kann und kann ich nicht verstehen:

Wie kann ein Elternteil, egal ob Mutter oder Vater, einem vierjährigen Kind sagen, ich will Deine selbstgebastelte Geburtstagskarte nicht? Du hast Dir nicht genug Mühe gegeben, ich will eine andere, hier hast Du sie wieder. Alleine der Gedanke an das Gesicht des Kindes in dieser Situation läßt mich unglaublich wütend werden. Wie kann man so hartherzig sein? Was für ein Mensch ist man, wenn man so etwas tut? Und will ich das überhaupt wissen? Seitdem ich das gelesen habe, denke ich dauernd an unsere letzte Anziehaktion. Wie kann man einem Kind diesen Stolz und diese Freude etwas selbst geschafft zu haben, nehmen? Nur, weil es nicht „perfekt“ ist. Weil es „besser“ geht.

Aber mal abgesehen vom Offensichtlichen – was hat ihr Kind daraus gelernt? Daß es akkurater arbeiten soll? Vielleicht, ich glaube aber eher nicht. Ich denke, es hat gelernt, daß es nur dann geliebt wird, wenn es Dinge nach dem Gusto der Mutter tut, aber nicht nach dem eigenen. Daß sogar Überraschungen und Geschenke ihrer Kontrolle unterliegen. Aber sicherlich hat es nicht gelernt, die Mühe und die Leidenschaft eines anderen wert zu schätzen. Ich sehe schon gedanklich vor mir, wie dieses Kind dereinst Geschenke verweigert und sich dann wundert, warum keiner mehr mit ihm spielen lernen will.

Ich bestreite überhaupt nicht, daß diese Frau ihre Kinder liebt, aber ich glaube einfach, daß ihr Ansatz ein anderer ist. Ihre Philosophie ist, daß nur Erfolg im Leben wirklich zählt und er der Schlüssel zum Glück ist. Ich hingegen bin der Meinung, daß nur ein glücklicher und zufriedener Mensch seinen Erfolg wirklich genießen und was aus ihm machen kann.

Sowas passiert halt, wenn man nicht von asiatischen sondern europöischen Eltern kommt und wenn man nicht in Harvard, sondern in Bochum studiert.

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Das Klo anderswo – heute im Fernsehen

Das der Autor und ich bekennende Dschungelcamp-Gucker sind, ist hinreichend bekannt. Wir fallen in die Kategorie der Menschen, bei denen, wie der Spiegel es neulich so treffend beschrieb, der Geist willig, aber der Fernbedienungsfinger schwach ist.

Nun hat diese Sendung ja das Phänomen, daß sie zwar Einschaltquoten wie doof hat, aber leider kaum Werbeeinnahmen, weil natürlich wenige Firmen mit Mehlwürmern, Emuhoden oder Schleim assoziert werden wollen. Und bei Sendungen, die über das D-Promi-Auffanglager berichten, zieht sich das wohl auch noch hin und so kommt es zu Werbungen, für Produkte, von denen ich nicht dachte, daß es sie im mitteleuropäischen Raum des frühen 21ten Jahrhunderts wirklich gibt.

Ich meine, bin ich wirklich die Einzige, die da sofort an die drei Muscheln denkt? Oder das Teil für eine Parodie hält? Man beachte übrigens bitte die unterschiedlichen Spots für Männer und Frauen – das nenne ich mal Diversifikation. Vor allem, wenn man die einmal die Toilette des Dschungelcamps einmal im Bild gesehen hat – aus Rücksicht auf das eh schon niedere Niveau dieses Post und die Gefühle von Zartbesaiteten spare ich mir einen Link – brrrrrr. Für Neugierige: Google ist auch hier sehr hilfsbereit.

Zurück zum Wasserduschentrockenföhn-Klo. Es mag ja sein, daß es Menschen gibt, denen selbst das Hinternabwischen noch zu viel ist – aber ich überlege mir gerade, was geschieht, wenn man da so vor sich hinne sitzt und dann der Strom ausfällt. Und kein Papier weit und breit. *Das* ist dann ja erstmal….uuuuaaaahhh!

Und ich höre genau an dem Punkt auf zu überlegen, was passiert, wenn man Kinder hat. Denn die neigen schon bei stinknormalen Toiletten zum Spültastenverweigern. Da will ich mir nicht vorstellen, was bei so einer Popodusche passiert. Oder eben nicht passiert.

Wobei man natürlich den Werbemachern eine gewisse Weitsicht attestieren muß – war doch die Verdauung einer speziellen Dame dieses Mal ein echtes Thema in den diversen Gazetten – da kann man schon gut dran anknüpfen.

Ich glaub, bevor hier alles das Rohr runtergeht, hör ich einfach mal auf, darüber und über weitere Badezimmerszenarien nachzudenken. Wird echt Zeit, daß das Dschungelcamp aufhört, damit wir hier wieder sowas Ähnliches wie Niveau reinbringen.

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Zitat des Tages

Okok, es ist nicht orginell, es ist nicht neu – aber es ist immer wieder gut.

Gestern, Kind Nummer Zwei holt das Betthupferl aus dem Gefrierschrank.

„Mama, ich hab ein After Eight für Dir!“

„Für Dich!“

„Ich hab schon eins!“

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Ich blogge, also bin ich

Man hat ja bei den Blogstatistiken immer die Links, mittels derer Leser auf den eigenen Blog kommen. Meist überfliegt man die, da es die üblichen Verdächtigen sind. Aber manchmal sieht man einen neuen Link, der auch aus einer komplett unerwarteten Richtung kommt und wird neugierig.

So geschehen vorgestern, als ich plötzlich Hits über Zakuabumis-Anime-Blog bekommen habe. Und weil ich ein neugierig Ding bin, hab ich geschaut, wie die Jungs und Mädels auf mich kommen.

Irgendwo in den Kommentaren zwischen fünf und sieben Uhr tauche ich dann auf zum Thema „Warum wieso weshalb braucht man Kommentare und warum hat das Possum keine“. Und da bilden sich zwei Meinungen raus:

Erstens: Die Frau macht ein Mami-Blog, das interessiert keine Sau keinen Menschen, die hat keine Kommentare, weil die niemand liest. Hmpf. Das stimmt so auch nicht. Das tut mir auch weh!

Die zweite Meinung war dann schmeichelnder, nämlich, daß ich meine Kommentarfunktion abgestellt habe, weil mir nämlich „Selbstpräsentation von Natur aus fremd ist“. Das gefällt mir schon besser. Hat aber bei sämtlichen Freunden und Bekannten, die mich länger als 3 Minuten kennen eine Reaktion hervorgerufen, die man grob mit einem lauten „Muuuuhaarharhar“ beschreiben kann, gefolgt von der Aufforderung doch mal bitte die Taschentuchbox rüberzureichen, damit man sich die Tränen aus den Augen tupfen kann.

Und ich würde auch gerne sagen, daß mir dieser Schwanzvergleich „Ich hab aber mehr Hits als Du, ätschibätschigäbele“ total egal ist, weil ich – natürlich – nur für mich selbst schreibe. Stimmt aber so auch nicht, aber wenn man den Autoren zum Manne hat, dessen Hits von einem Tag, die einer ganzen Woche von mir covern, dann wird man einfach demütig und realistisch. Aber sind wir doch mal bitte ehrlich, wenn ich nicht wollte, daß es jemand liest, dann würde ich ein Tagebuch offline schreiben und gut wäre es.

Natürlich haben wir Blogger alle einen gewissen Hang zur Selbstdarstellung, sonst würden wir das Ganze hier nicht machen. Und natürlich ist mir meine Blockstatistik nicht egal, ich schreibe ja für andere Leute, ansonsten…s.o. Und ja mein Ego wird gestreichelt, wenn ich mal einen neuen Höchststand erreiche.

Und nein, ich mache meine Kommentarfunktion nicht auf und stelle mich damit heldenhaft dem Vorwurf der Kommunikationsverweigerung. Denn wenn ich die auch noch zulasse, dann komm ich hier vor lauter moderieren und antworten nicht mehr zum schreiben. Und das will ja keiner.

Hoffe ich.

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Zeichen der Zeit

Kann mir mal irgendjemand erklären, wozu es den sogenannten Empire-Stil gibt? Ich kenne keine Frau, die darin nicht aussieht wie im 7 Monat schwanger – keine. Mich eingeschlossen. Ich gehe jede Wette ein, daß die Modeindustrie diese Art Oberbekleidung nur erfunden hat, um jeden Funken von aufkeimendem positiven Körperbewußtsein wieder im Keim zu ersticken.

Dicht gefolgt von Designern/Einkäufern/werauchimmerverantwortlich dafür verantwortlich ist, die Größe M mal eben zwei Nummern kleiner zu konzipieren, damit man auch ja nicht auf die Idee kommt, man wäre mit einer mehr oder minder normalen Figur auch nur ansatzweise tageslichttauglich.

Und wenn man sich von solchen Kleinigkeiten noch nicht in seinem schwarzen Loch verkriecht und es wagt in eine Parfümerie zu gehen, in der das Kind, das eigentlich noch zur Schule gehen sollte, einen sehr seelenvoll anschaut und sagt

„Ach, ich geb ihnen dann doch noch mal eine Probe von unserem ganz neuen Anti-Wrinkle-Produkt mit, wenn sie schon keine normale Anti-Aging-Creme wollen.“.

Dann, ja dann sollte man eigentlich gleich schon mal anfangen, statt High Heels Angorawäsche zu sammeln und sich nach einem geeigneten Seniorenstift umschauen.

Danke dafür. Ich hab am Wochenende beschlossen, ich geh ab jetzt in die Marktforschung und erklär den Damen und Herren Produktmanagern unter 32 mit Größe XS mal, daß es ein durchaus lebenswertes Leben jenseits der 4 und der 55kg gibt. Zumindest, wenn man was zum Anziehen findet.

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Zitat des Tages

Meine Kinder lieben ja bekanntermassen youtube. Und da speziell einerseits Juliane Werding für Kind Nummer Zwei, der die Texte in seinem zarten Alter fast auswendig kann. Meine Tochter hingegen mag es etwas härter. Ihr derzeitiger Favorit ist „I Love Rock N Roll“ von Joan Jett und als sie das Video zum 34 Male sah, sinnierte sie so vor sich hin

„Hm, wann war das wohl? Ich würd ja sagen, in den 80ern, aber da hatten die noch keine E-Gitarren!“

Doch mein Schatz, wir hatten damals sogar schon elektrisches Licht. Meistens jedenfalls.

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