Party, Pool und Padelatschen

Am Freitag waren wir auf einer Poolparty. Im Februar. Eine Freundin von uns wurde 40 und hatte beschlossen, 39 Jahre normale Winterdrinnensitz-Parties seien genug. Was ich als Mutter von zwei Winterkindern, Ehefrau eines noch nicht ganz Frühlingsgeburtstagsautoren und Herbstlerin sehr gut verstehen kann.

Und weil man so eine Poolparty im Winter nicht mal eben so aus dem Ärmel schüttelt, wußten wir schon drei Monate vorher Bescheid. Schon alleine wegen des Schichtdienstes des Autors. Was sich auszahlte, denn er hatte frei beantragt und auch bekommen. Womit er irgendwie anscheinend mit den Vorbereitungen seinerseits abgeschlossen hatte.

Es war also Freitagnachmittag, Kind Nummer Zwei war aufgrund mangelnder Schwimmkenntnisse anderweitig untergebracht und ich wollte noch eben kurz mit Kind Nummer Eins Besorgungen erledigen, vorher aber schnell die Schwimmtasche packen. Und so erwischte ich den Autoren noch schnell im Messenger. Es entspann sich der folgende Dialog:

„Sag mal, wo sind denn Deine Badelatschen?“ Es war ein Babyschwimm- und Rehabad, da legen die auf solche Dinge Wert.

„Ehhhhh – ich glaub die hab ich nach dem letzten Sommer entsorgt?“ Bitte?

„Seufz, ok, ich fahr dann schnell im Schuhgeschäft vorbei – sonst nochwas?“ Augenroll, hätte man mir das nicht ein paar Tage eher sagen können?

„Naja, ich brauch noch einen Bademantel?“ WUS?

„WUS?“

„Ich kann doch da nicht die ganze Zeit so rumrennen und ich hab keinen Bademantel mehr. So was Flauschiges oder so wäre toll!“ Den herzigen Augenaufschlag sah man quasi durch das Avatar.

„Ich fasse zusammen, Du weißt seit drei Monaten von der Fete und Dir fällt drei Stunden vorher ein, daß Du weder Badelatschen noch Bademantel hast.“ Ich wußte, mein Mann hat eine gewisse entrückte Art, die praktischen Dinge des Lebens zu sehen, aber das war ein neuer Höhepunkt.

„Und Du willst jetzt, daß ich Dir das noch besorge…!“ Hier. Auf dem Dorf. Ne, ist klar.

„Eh – jaaaaaaaaaa?!“ Heuwägelchen. Tief durchatme. Nagut. Unmögliches wird sofort erledigt und in Wundern hab ich mittlerweile eine gewisse Routine entwickelt.

Und deswegen hab ich natürlich noch Badelatschen bekommen. Und einen Bademantel. Im Hugh-Hefner-Style. Strafe muß sein.

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Published in: on 20. Februar 2011 at 09:17  Schreibe einen Kommentar  

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