Life

Du weißt, Du hast es geschafft

wenn sich Dein Nachbar, der mit den 20 Jahren mehr Gartenerfahrung als Du selbst, sich vor Dir aufbaut und sagt:

„Ich warte jetzt auf Dich. Deine Schneeball-Hotensie wird toll und toller und meine kümmert vor sich hin. Jetzt beschneide ich erst, wenn Du beschneidest!“

Ich hab heute beim Zurückschneiden ein Gesicht gemacht, das hoffentlich so aussah als das ich wüßte, was ich tue. Und nicht, das zeigt, wie es ist – nämlich dass ich heute endlich mal Zeit dafür hatte.

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NagNag, die Horrorente

Ich bin ja ehrlich gesagt ziemlich froh, dass meine Kinder sehr im Leben stehende Erzieher und Lehrer haben. Ansonsten würde spätestens am Dienstag das Jugendamt bei uns vor der Tür stehen.

Denn es ist ja nicht nur so, dass die Brut mit dem Autor die besten Strategien von Plants vs. Zombies durchgeht – und mehr und mehr bessere Erbsenkopfabschießmethoden findet als er. Oder dass mein Sohn Sonnenblumen ob ihrer Feuerkraft als Lieblingsblumen nennt.

Nein, heute im Auto hat 3/4 der Familie über Horrorfilme, wie sie gemacht werden und wie sie verbessert werden, geredet. Es fing ganz harmlos mit Godzilla an (Kind Nummer Eins kam von sich aus von Erdbeben und Japan auf Godzilla und KingKong). Der Autor erklärte dann die unterschiedlichen Stilmethoden von japanischen und westlichen Filmen. Und irgendwie spannte er dann den Bogen zu Invasion of the Bodysnatchers – ohne näher auf den Inhalt einzugehen, irgendwo hat sogar er Grenzen. Worauf meine Tochter meinte, sie stelle sich unter Bodysnatchers jetzt eine Ente vor, die „Nagnag“ macht und damit die Seelen der Erdenbewohner stehlen würde. Enten.

Jedenfalls gingen die drei alle möglichen Filme durch, die ausser dem Vater noch keiner von uns je gesehen hat, die Kinder erklärten, was sie sich drunter vorstellen und meine Tochter erklärte, sie würde jetzt dann Filmedreherin werden wollen. Was sie mit Sicherheit auch ihrer Lehrerin und Hortnerin erzählen wird. Und mein Sohn redet eh von nichs anderem, als davon, daß sein Daddy mit ihm wieder die Welt retten geht.

Und das mir, die schon bei Scream so blass und elend geworden ist, dass sie aus dem Film gelaufen ist und von den Halsabschneidern der UCI Kinowelt im Ruhrpark Cola, Fanta, Bier irgendwas angeboten bekam, damit sie nur ja nicht umkippt.

Und ich hatte so gehofft, ich würde mit meiner Tochter nett einen Dirty Dancing-Abend zelibrieren könnte.

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Zitat des Tages

Gestern bei uns im Garten. Der Nachbarsjunge präsentiert stolz sein neues Handy. Er rattert die Funktionen runter, Musik, Spiele, Klingeltöne – drückt hier und zeigt da. Kind Nummer Eins ist vorschriftsmäßig beeindruckt.

Auch Kind Nummer Zwei schaut ihn sinnend an und fragt schließlich interessiert und ernst:

„Kann man mit dem Handy auch anrufen?“

Womit er einen Senior Marketing Manager sehr, sehr unglücklich gemacht hat.

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Weil ich ein Junge bin

Je älter Kind Nummer Zwei wird, desto mehr möchte ich jenen Gendertheoretikern ins Gesicht lachen, die mir erzählen möchten, das Verhalten von Kindern sei soziokulturell geprägt und auch ansonsten anerzogen.

Weil auslachen aber schwer unhöflich ist und man das nicht macht, wünschte ich mir, ich hätte das Verhalten meiner Kinder dokumentiert, damit die Herren und Damen Wissenschaftler an einem exemplarischen Beispiel sehen, wie sehr wir anscheinend von unseren Genen beherrscht werden.

Da wäre zum Beispiel das Computerspielen. Der Autor beiden Kindern frühzeitig die hohe Kunst des Computerspielens gezeigt. Allein, mein Sohn reißt meinem Mann Tastatur/Maus/Lenkrad aus der Hand um selber die Pflanze/die Truppen/das Auto zu bewegen. Meine Tochter findet das auch total spannend – solange sie zugucken und hilfreiche Kommentare machen darf. Jedes noch so subtile bis hartnäckige „Spiel doch mal selbst“ wird mit einem Abwinken quittiert. Ausser auf dem DS – da wird mit Vorliebe selbst gespielt. Am liebsten, wenn irgendjemand dabei ist – und sei es der kleine Bruder.

Womit wir beim Thema Spielen an sich sind. Der Vierjährige tut, was anscheinend alle kleinen Jungs tun – schießen. Gut, das pengpengpeng ist heutzutage abgelöst durch elektronische Schießgeräusche – aber dennoch. Meine Tochter hat zwar nicht nur mit Puppen gespielt (ihre Barbiephase war hart, aber kurz), ihre Elfenarmee ist jedoch meist sehr friedlich unterwegs.

Dann hätten wir das Benehmen. Mein Sohn ist gerade in der FurzRülpsundsonstigeGeräusche-Machphase. Seiner Schwester entfleucht zwar auch immer mal ein eindeutiges Körpergeräusch, aber nie absichtlich und mit Vorsatz. Auch ihre Freundinnen hatten diese Phase, wenn überhaupt nur sehr, sehr kurz. Die Freunde meines zweiten Kindes hingegen und er erproben sich und ihre Körperfunktionen schon sehr, sehr lange.

Womit wir übergangslos bei der Lautstärke wären. Ja, Mädchen können gerne auch mal kreischen, zetern, schreien. Aber Jungs haben diese besondere Gabe die Lautstärke auf einem relativ hohen Level realtiv konstant relativ lange zu halten. Und mit lange meine ich Stunden. Ich beneide den Autor da schon um seine schwindende Hörkraft.

Und so könnte es weitergehen. Und nein, ich hab kein wirklich typisches Mädchen mit Röckchen und Kleidchen, sie zieht am liebsten Jeans und Lederjacke an. Sie spielt Fußball und fährt Skateboard. Wohingegen mein Sohn gerne backt und tanzt. Und dennoch – manche Dinge sind einfach drinne, da machst Du gar nichs dran.

Was nicht bedeutet, daß ich dem komplett nachgebe. In diesem Haushalt gibt es keine Pistolen, Gewehre und sonstige Blaster. Noch nicht mal Wasserpistolen.

Wobei ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, mir eine Pumpgun zu holen. Und jedes Mal, wenn das jungenhafte Getue zu viel wird für meine armen, femininen Nerven, geht ein Strahl in Richtung Kind. Funktioniert bei der Katze auch. Aber die ist schließlich weiblich.

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Zitat des Tages

Kind Nummer Eins hat zum Geburtstag vom Possumvater Reiterferien in der Nähe von Olpe im wunderschönen Sauerland geschenkt bekommen. Zufällig zur gleichen Zeit und auf den gleichen Hof wie ihre neue Freundin von den Franglish Leuten. Noch ist sie nicht soweit, da einen Komplott hinter zu vermuten.

Wohl aber ist sie soweit, bei jeder sich bietenden Gelegenheit jedem, aber auch jedem singend zu erzählen

„Ich fahr auf einen Reiterhof nach Süssland – ist das nicht toll?!!!“

Ja mein Kind, ist es. Und grüß mir die Kühe.

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Kindergeburtstag – gewußt wie

Ich muss sagen, es wird einfacher mit den Jahren. Oder vielleicht wird man einfach auch nur einfallsreicher. Jedenfalls war ich gestern nur noch halb so fertig wie in den Jahren davor bei diversen Kindergeburtstagen.

Gut, ich gebe zu, diesmal hab ich noch mehr als sonst outgesourct. Ich bin mit acht Achtjährigen in den Forschergarten gefahren und habe sie in die erfahrenen Hände einer Biotechnologin gegeben, was sie erstaunlich gelassen hat über sich ergehen lassen. Und die Mädels waren so begeistert, dass sie mir auf der Rückfahrt ins Ohr geschrien gesagt haben, dass sei der coolste Geburstag ever gewesen.

Und als wir dann noch statt ins Restaurant zu den beiden Goldenen Bögen zum lokalen Griechen gegangen sind, war es dann ganz aus. Alle, aber auch alle inklusive das zum Essen anwesende Kind Nummer 2, haben sich gerade hingesetzt, sich „wie die Damen und ein Herr“ benommen, wie sie untereinander flüsternd abgesprochen hatten und vernünftig mit Messer und Gabel „dinaiert“.

Gut, Erholung ist was anderes, aber es wird, es wird. Der fünfte Geburtstag des Sohnes wird dieses Jahr dann auch ausgelagert und dann haben wir das Schlimmste überstanden. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Kind Nummer 1 anfängt, echte Teenagerparties zu schmeißen. Aber das ist noch hinne. So zwei bis drei Jahre oder so.

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