Du weißt, Du hast es geschafft

wenn sich Dein Nachbar, der mit den 20 Jahren mehr Gartenerfahrung als Du selbst, sich vor Dir aufbaut und sagt:

„Ich warte jetzt auf Dich. Deine Schneeball-Hotensie wird toll und toller und meine kümmert vor sich hin. Jetzt beschneide ich erst, wenn Du beschneidest!“

Ich hab heute beim Zurückschneiden ein Gesicht gemacht, das hoffentlich so aussah als das ich wüßte, was ich tue. Und nicht, das zeigt, wie es ist – nämlich dass ich heute endlich mal Zeit dafür hatte.

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Published in: on 29. März 2011 at 23:30  Schreibe einen Kommentar  

NagNag, die Horrorente

Ich bin ja ehrlich gesagt ziemlich froh, dass meine Kinder sehr im Leben stehende Erzieher und Lehrer haben. Ansonsten würde spätestens am Dienstag das Jugendamt bei uns vor der Tür stehen.

Denn es ist ja nicht nur so, dass die Brut mit dem Autor die besten Strategien von Plants vs. Zombies durchgeht – und mehr und mehr bessere Erbsenkopfabschießmethoden findet als er. Oder dass mein Sohn Sonnenblumen ob ihrer Feuerkraft als Lieblingsblumen nennt.

Nein, heute im Auto hat 3/4 der Familie über Horrorfilme, wie sie gemacht werden und wie sie verbessert werden, geredet. Es fing ganz harmlos mit Godzilla an (Kind Nummer Eins kam von sich aus von Erdbeben und Japan auf Godzilla und KingKong). Der Autor erklärte dann die unterschiedlichen Stilmethoden von japanischen und westlichen Filmen. Und irgendwie spannte er dann den Bogen zu Invasion of the Bodysnatchers – ohne näher auf den Inhalt einzugehen, irgendwo hat sogar er Grenzen. Worauf meine Tochter meinte, sie stelle sich unter Bodysnatchers jetzt eine Ente vor, die „Nagnag“ macht und damit die Seelen der Erdenbewohner stehlen würde. Enten.

Jedenfalls gingen die drei alle möglichen Filme durch, die ausser dem Vater noch keiner von uns je gesehen hat, die Kinder erklärten, was sie sich drunter vorstellen und meine Tochter erklärte, sie würde jetzt dann Filmedreherin werden wollen. Was sie mit Sicherheit auch ihrer Lehrerin und Hortnerin erzählen wird. Und mein Sohn redet eh von nichs anderem, als davon, daß sein Daddy mit ihm wieder die Welt retten geht.

Und das mir, die schon bei Scream so blass und elend geworden ist, dass sie aus dem Film gelaufen ist und von den Halsabschneidern der UCI Kinowelt im Ruhrpark Cola, Fanta, Bier irgendwas angeboten bekam, damit sie nur ja nicht umkippt.

Und ich hatte so gehofft, ich würde mit meiner Tochter nett einen Dirty Dancing-Abend zelibrieren könnte.

Published in: on 26. März 2011 at 06:42  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Gestern bei uns im Garten. Der Nachbarsjunge präsentiert stolz sein neues Handy. Er rattert die Funktionen runter, Musik, Spiele, Klingeltöne – drückt hier und zeigt da. Kind Nummer Eins ist vorschriftsmäßig beeindruckt.

Auch Kind Nummer Zwei schaut ihn sinnend an und fragt schließlich interessiert und ernst:

„Kann man mit dem Handy auch anrufen?“

Womit er einen Senior Marketing Manager sehr, sehr unglücklich gemacht hat.

Published in: on 23. März 2011 at 06:47  Schreibe einen Kommentar  

Weil ich ein Junge bin

Je älter Kind Nummer Zwei wird, desto mehr möchte ich jenen Gendertheoretikern ins Gesicht lachen, die mir erzählen möchten, das Verhalten von Kindern sei soziokulturell geprägt und auch ansonsten anerzogen.

Weil auslachen aber schwer unhöflich ist und man das nicht macht, wünschte ich mir, ich hätte das Verhalten meiner Kinder dokumentiert, damit die Herren und Damen Wissenschaftler an einem exemplarischen Beispiel sehen, wie sehr wir anscheinend von unseren Genen beherrscht werden.

Da wäre zum Beispiel das Computerspielen. Der Autor beiden Kindern frühzeitig die hohe Kunst des Computerspielens gezeigt. Allein, mein Sohn reißt meinem Mann Tastatur/Maus/Lenkrad aus der Hand um selber die Pflanze/die Truppen/das Auto zu bewegen. Meine Tochter findet das auch total spannend – solange sie zugucken und hilfreiche Kommentare machen darf. Jedes noch so subtile bis hartnäckige „Spiel doch mal selbst“ wird mit einem Abwinken quittiert. Ausser auf dem DS – da wird mit Vorliebe selbst gespielt. Am liebsten, wenn irgendjemand dabei ist – und sei es der kleine Bruder.

Womit wir beim Thema Spielen an sich sind. Der Vierjährige tut, was anscheinend alle kleinen Jungs tun – schießen. Gut, das pengpengpeng ist heutzutage abgelöst durch elektronische Schießgeräusche – aber dennoch. Meine Tochter hat zwar nicht nur mit Puppen gespielt (ihre Barbiephase war hart, aber kurz), ihre Elfenarmee ist jedoch meist sehr friedlich unterwegs.

Dann hätten wir das Benehmen. Mein Sohn ist gerade in der FurzRülpsundsonstigeGeräusche-Machphase. Seiner Schwester entfleucht zwar auch immer mal ein eindeutiges Körpergeräusch, aber nie absichtlich und mit Vorsatz. Auch ihre Freundinnen hatten diese Phase, wenn überhaupt nur sehr, sehr kurz. Die Freunde meines zweiten Kindes hingegen und er erproben sich und ihre Körperfunktionen schon sehr, sehr lange.

Womit wir übergangslos bei der Lautstärke wären. Ja, Mädchen können gerne auch mal kreischen, zetern, schreien. Aber Jungs haben diese besondere Gabe die Lautstärke auf einem relativ hohen Level realtiv konstant relativ lange zu halten. Und mit lange meine ich Stunden. Ich beneide den Autor da schon um seine schwindende Hörkraft.

Und so könnte es weitergehen. Und nein, ich hab kein wirklich typisches Mädchen mit Röckchen und Kleidchen, sie zieht am liebsten Jeans und Lederjacke an. Sie spielt Fußball und fährt Skateboard. Wohingegen mein Sohn gerne backt und tanzt. Und dennoch – manche Dinge sind einfach drinne, da machst Du gar nichs dran.

Was nicht bedeutet, daß ich dem komplett nachgebe. In diesem Haushalt gibt es keine Pistolen, Gewehre und sonstige Blaster. Noch nicht mal Wasserpistolen.

Wobei ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, mir eine Pumpgun zu holen. Und jedes Mal, wenn das jungenhafte Getue zu viel wird für meine armen, femininen Nerven, geht ein Strahl in Richtung Kind. Funktioniert bei der Katze auch. Aber die ist schließlich weiblich.

Published in: on 21. März 2011 at 06:09  Schreibe einen Kommentar  

Einen Tag inne halten

Published in: on 18. März 2011 at 11:05  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Kind Nummer Eins hat zum Geburtstag vom Possumvater Reiterferien in der Nähe von Olpe im wunderschönen Sauerland geschenkt bekommen. Zufällig zur gleichen Zeit und auf den gleichen Hof wie ihre neue Freundin von den Franglish Leuten. Noch ist sie nicht soweit, da einen Komplott hinter zu vermuten.

Wohl aber ist sie soweit, bei jeder sich bietenden Gelegenheit jedem, aber auch jedem singend zu erzählen

„Ich fahr auf einen Reiterhof nach Süssland – ist das nicht toll?!!!“

Ja mein Kind, ist es. Und grüß mir die Kühe.

Published in: on 16. März 2011 at 06:40  Schreibe einen Kommentar  

Kindergeburtstag – gewußt wie

Ich muss sagen, es wird einfacher mit den Jahren. Oder vielleicht wird man einfach auch nur einfallsreicher. Jedenfalls war ich gestern nur noch halb so fertig wie in den Jahren davor bei diversen Kindergeburtstagen.

Gut, ich gebe zu, diesmal hab ich noch mehr als sonst outgesourct. Ich bin mit acht Achtjährigen in den Forschergarten gefahren und habe sie in die erfahrenen Hände einer Biotechnologin gegeben, was sie erstaunlich gelassen hat über sich ergehen lassen. Und die Mädels waren so begeistert, dass sie mir auf der Rückfahrt ins Ohr geschrien gesagt haben, dass sei der coolste Geburstag ever gewesen.

Und als wir dann noch statt ins Restaurant zu den beiden Goldenen Bögen zum lokalen Griechen gegangen sind, war es dann ganz aus. Alle, aber auch alle inklusive das zum Essen anwesende Kind Nummer 2, haben sich gerade hingesetzt, sich „wie die Damen und ein Herr“ benommen, wie sie untereinander flüsternd abgesprochen hatten und vernünftig mit Messer und Gabel „dinaiert“.

Gut, Erholung ist was anderes, aber es wird, es wird. Der fünfte Geburtstag des Sohnes wird dieses Jahr dann auch ausgelagert und dann haben wir das Schlimmste überstanden. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Kind Nummer 1 anfängt, echte Teenagerparties zu schmeißen. Aber das ist noch hinne. So zwei bis drei Jahre oder so.

Published in: on 13. März 2011 at 22:06  Schreibe einen Kommentar  

Noch eine Suppengeschichte

Wir hatten die Tage Besuch von Herrn und Frau Franglish for Germans nebst Kindern. Den 1,80m großen Sohn haben wir das letzte Mal gesehen, da saß er Buddha-like mit lediglich einem leichten Flaum auf dem Kopf kerzengerade wie nur ein Einjähriger sitzen kann auf der Erde und schaute uns sinnierend und ernst an. Ich will nicht über die Zeit und so nachdenken.

Dazu hatte ich auch gar keine Zeit, ich hatte eine Essensfrage zu lösen. Da nämlich die Patentante von Kind Nummer Eins auch da war, hatten wir sozusagen an einem Tisch eine Vegetarierin, eine Weizenmehlallergikerin, einen Lactoseintoleranten, einen Teenager, eine Fastteenagerin und zwei Kinder. Plus noch zwei Erwachsene, die essensmäßig nichts erschüttern kann.

Was genau kocht man da? Da ich ja nicht die raffinierte Kochkünstlerin vor dem Herrn sondern eher einfach gestrickt bin, entschied ich mich einfach für Vielfalt. Zwei vegetarische Suppen ohne Milch und Sahne, zwei mit Fleisch auch ohne Milch und Sahne und drei Sorten Brot, von denen zwei ohne Weienmehl waren.

Morgens hab ich dann langsam angefangen meine vorher sorgfältig ausgesuchten Rezepte zusammen zu klauben. Asiatische Hühnersuppe – im Drucker. Osso-Bucco für den Slowcooker – im Kopf. Möhren-Ingwer-Suppe – auf dem Schirm. Minestrone – weg. Weder im Drucker noch auf dem Schirm noch in der Browserhistorie. Und im Kopf schon gar nicht, weil ich die noch nie gemacht habe. Ich bin hier ungelogen 15 Minuten voller Panik rumgerannt beziehungsweise habe wie eine Irre das Netz durchsucht, denn ich wollte nun genau diese Suppe machen.

Ich war also kurz vor dem Haareausraufen, als mir meine Freundin mit einem unschuldigen

„Du, ich hab das hier auf dem Küchentisch gefunden. Da drin vielleicht?“ mein „Küche, Land und Leute – Italien“-Buch reichte. Ein Kochbuch! Wie bitte sollte ich da drauf kommen, daß ich das Rezept in einem Buch mit echtem Cover und Seite und so gesehen hatte. Also bitte, ja!

Stellte sich im übrigen raus, daß die sogenannte Minestrone aus dem Buch doch eher ein italinischer Bauerneintopf denn eine Suppe wurde. Allerdings stellte sich auch raus, daß genau das der Renner war.

Ich werde dann wohl doch ab und an mal wieder eine Kochbuch-Session veranstalten müssen. Der Autor wird es mir danken.

Published in: on 10. März 2011 at 10:25  Schreibe einen Kommentar  

Und Kultur will auch keiner

Also, dem Kleinen geht es wieder gut. Ich muß zwar heute noch zur Abschlußuntersuchung in die Klinik, aber es sieht tatsächlich danach aus, als ob das Kind ein Hüftschnupfen ereilt hat. Donnerstag und Freitag waren dramatisch im Sinne von hüfendem und BeininjederLebenslagehochaltendem Kind, Samstag war es wesentlich besser, Sonntag war er schon in der Lage mit auf einen Geburtstag zu kommen.

Das hieß auch, daß der Autor und ich uns den Samstagnachmittag und -abend freigenommen haben und in Museum und japanisch essen gegangen sind. Eh, wollten, zumindest den ersten Teil. Wirklich.

Aber als wir nach den üblichen Rumgehampel mit der Beliner S-Bahn endlich am Pergamonmuseum ankamen, erwartete uns eine Riesenschlange. Ein bedeutungsvoller Blick, eine Kehrtwende und wir standen wieder auf der Straße, da wir nicht gedachten unsere spärliche kinderfreie Zeit mit Warten zu verbringen. Da es in den anderen Museen nicht besser aussah, beschlossen wir kurzfristig was für den Wissenserwerb der schwer vernachlässigten Wissenschaft des Cocktailmixens zu tun. Und durch Probieren die verschiedenen Geschmäcker auszutesten. Ein harter Job, aber was tut man nicht alles für die Wissenschaft.

Beim anschließenden Japaner hab selbst ich mich dann auf die Verkostung diverser Tees verlegt. Es macht immer so ein unschönes Geräusch, wenn man ob det durchschlagenden Wirkung des Sake mit dem Kopf auf die heiße Platte vor einem fällt.

Published in: on 7. März 2011 at 08:01  Schreibe einen Kommentar  

Wer will denn schon im März nach Wien?

Eigentlich sollte ich gerade den Koffer packen. Und zwar einen nur für den Autor und mich – er hat mir doch dereinst zum Geburstag, dessen Zahl nicht genannt werden darf, eine Reise nach Wien geschenkt. Die Babysitterin ist auf dem Weg, der Babysitterhund freut sich auf irre viele Leckerlies, die Kinder sollten just in diesem Moment erwartungsvoll von Uhr zum Fenster und umgekehrt springen.

Gut, es war tapfer, das Launchdatum von wsdha so nah an ein verlängertes Wochenende zu setzen, aber das war alles durchgeplant und schließlich machen wir das Ganze ja eh zu zweit.

Nicht geplant hingegen war, dass Kind Nummer Zwei heute nacht um fünf vor Schmerzen brüllend aufwacht, sich weigert mit dem linken Fuß aufzutreten und zwischen den Schreiattacken nur

„Aua, mein Knie, mein Knie!“ jammert.

Um sechs Uhr hatten wir genug, ich hab das Kind gepackt und bin mit ihm zum Krankenhaus meines Vertrauens. Da wurde erst getastet, dann geröntgt, dann lange gewartet, danach begutachtet, geschallt und nähere Expertise von Oberarzt und radiologischer Oberärztin abgewartet und danach Blut abgenommen. Da war es dann halb zehn.

Zu diesem Zeitpunkt war a) klar, dass Wien für uns dieses Wochenende gestorben ist und b) waren mein Sohn und ich durch. Aber total. Mehr oder minder auf Knien hab ich die Ärztin dann angefleht, ob ich bitte, bitte, bitte auf die Blutergebnisse zuhause warten könnte, wo ich mir einen Kaffee und dem Kind was zu essen machen könnte. Das wäre eine gute Idee, meinte sie und ich solle dann doch auch schon mal eine kleine Tasche packen, die Chance, dass wir da bleiben müßten wäre nicht vernachlässigbar.

Und so stornierte der Autor schon mal vor sich hin, während ich die Tasche packte. Und Kaffee inhalierte. Aber wenigstens hat zu dem Zeitpunkt das Schmerzmittel für den Jungen endlich angeschlagen.

Nach einer weiteren Konsultation mit der Ärztin haben wir gemeinsam folgendes beschlossen: Wir nehmen das Kind mit nach Hause und kommen bei der kleinsten Veränderung sofort wieder. Ausserdem bekommt er eine Schmerztherapie. Denn was er wirklich hat, weiß keiner wirklich. Im Moment wird Hüftschnupfen favorisiert, aber ohne Anspruch auf Richtigkeit.

Seufz. Und jetzt hab ich hier einen Vierjährigen sitzen, der sich zwar nicht vom Fleck bewegt, aber ansonsten relativ fröhlich ist. Jedenfalls solange, bis er Dinge tut wie aufs Klo gehen oder von Position A in Position B zu wechseln. Nun gut. Wir warten ab, beobachten und hoffen.

Und während wir warten, werde ich mit meiner Tochter eine Sachertorte backen und dem Autor ein Wiener Schitzel braten. Dann hab ich wengistens was für´s Blog.

Published in: on 3. März 2011 at 16:07  Schreibe einen Kommentar