Wer will denn schon im März nach Wien?

Eigentlich sollte ich gerade den Koffer packen. Und zwar einen nur für den Autor und mich – er hat mir doch dereinst zum Geburstag, dessen Zahl nicht genannt werden darf, eine Reise nach Wien geschenkt. Die Babysitterin ist auf dem Weg, der Babysitterhund freut sich auf irre viele Leckerlies, die Kinder sollten just in diesem Moment erwartungsvoll von Uhr zum Fenster und umgekehrt springen.

Gut, es war tapfer, das Launchdatum von wsdha so nah an ein verlängertes Wochenende zu setzen, aber das war alles durchgeplant und schließlich machen wir das Ganze ja eh zu zweit.

Nicht geplant hingegen war, dass Kind Nummer Zwei heute nacht um fünf vor Schmerzen brüllend aufwacht, sich weigert mit dem linken Fuß aufzutreten und zwischen den Schreiattacken nur

„Aua, mein Knie, mein Knie!“ jammert.

Um sechs Uhr hatten wir genug, ich hab das Kind gepackt und bin mit ihm zum Krankenhaus meines Vertrauens. Da wurde erst getastet, dann geröntgt, dann lange gewartet, danach begutachtet, geschallt und nähere Expertise von Oberarzt und radiologischer Oberärztin abgewartet und danach Blut abgenommen. Da war es dann halb zehn.

Zu diesem Zeitpunkt war a) klar, dass Wien für uns dieses Wochenende gestorben ist und b) waren mein Sohn und ich durch. Aber total. Mehr oder minder auf Knien hab ich die Ärztin dann angefleht, ob ich bitte, bitte, bitte auf die Blutergebnisse zuhause warten könnte, wo ich mir einen Kaffee und dem Kind was zu essen machen könnte. Das wäre eine gute Idee, meinte sie und ich solle dann doch auch schon mal eine kleine Tasche packen, die Chance, dass wir da bleiben müßten wäre nicht vernachlässigbar.

Und so stornierte der Autor schon mal vor sich hin, während ich die Tasche packte. Und Kaffee inhalierte. Aber wenigstens hat zu dem Zeitpunkt das Schmerzmittel für den Jungen endlich angeschlagen.

Nach einer weiteren Konsultation mit der Ärztin haben wir gemeinsam folgendes beschlossen: Wir nehmen das Kind mit nach Hause und kommen bei der kleinsten Veränderung sofort wieder. Ausserdem bekommt er eine Schmerztherapie. Denn was er wirklich hat, weiß keiner wirklich. Im Moment wird Hüftschnupfen favorisiert, aber ohne Anspruch auf Richtigkeit.

Seufz. Und jetzt hab ich hier einen Vierjährigen sitzen, der sich zwar nicht vom Fleck bewegt, aber ansonsten relativ fröhlich ist. Jedenfalls solange, bis er Dinge tut wie aufs Klo gehen oder von Position A in Position B zu wechseln. Nun gut. Wir warten ab, beobachten und hoffen.

Und während wir warten, werde ich mit meiner Tochter eine Sachertorte backen und dem Autor ein Wiener Schitzel braten. Dann hab ich wengistens was für´s Blog.

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Published in: on 3. März 2011 at 16:07  Schreibe einen Kommentar  

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