Weil ich ein Junge bin

Je älter Kind Nummer Zwei wird, desto mehr möchte ich jenen Gendertheoretikern ins Gesicht lachen, die mir erzählen möchten, das Verhalten von Kindern sei soziokulturell geprägt und auch ansonsten anerzogen.

Weil auslachen aber schwer unhöflich ist und man das nicht macht, wünschte ich mir, ich hätte das Verhalten meiner Kinder dokumentiert, damit die Herren und Damen Wissenschaftler an einem exemplarischen Beispiel sehen, wie sehr wir anscheinend von unseren Genen beherrscht werden.

Da wäre zum Beispiel das Computerspielen. Der Autor beiden Kindern frühzeitig die hohe Kunst des Computerspielens gezeigt. Allein, mein Sohn reißt meinem Mann Tastatur/Maus/Lenkrad aus der Hand um selber die Pflanze/die Truppen/das Auto zu bewegen. Meine Tochter findet das auch total spannend – solange sie zugucken und hilfreiche Kommentare machen darf. Jedes noch so subtile bis hartnäckige „Spiel doch mal selbst“ wird mit einem Abwinken quittiert. Ausser auf dem DS – da wird mit Vorliebe selbst gespielt. Am liebsten, wenn irgendjemand dabei ist – und sei es der kleine Bruder.

Womit wir beim Thema Spielen an sich sind. Der Vierjährige tut, was anscheinend alle kleinen Jungs tun – schießen. Gut, das pengpengpeng ist heutzutage abgelöst durch elektronische Schießgeräusche – aber dennoch. Meine Tochter hat zwar nicht nur mit Puppen gespielt (ihre Barbiephase war hart, aber kurz), ihre Elfenarmee ist jedoch meist sehr friedlich unterwegs.

Dann hätten wir das Benehmen. Mein Sohn ist gerade in der FurzRülpsundsonstigeGeräusche-Machphase. Seiner Schwester entfleucht zwar auch immer mal ein eindeutiges Körpergeräusch, aber nie absichtlich und mit Vorsatz. Auch ihre Freundinnen hatten diese Phase, wenn überhaupt nur sehr, sehr kurz. Die Freunde meines zweiten Kindes hingegen und er erproben sich und ihre Körperfunktionen schon sehr, sehr lange.

Womit wir übergangslos bei der Lautstärke wären. Ja, Mädchen können gerne auch mal kreischen, zetern, schreien. Aber Jungs haben diese besondere Gabe die Lautstärke auf einem relativ hohen Level realtiv konstant relativ lange zu halten. Und mit lange meine ich Stunden. Ich beneide den Autor da schon um seine schwindende Hörkraft.

Und so könnte es weitergehen. Und nein, ich hab kein wirklich typisches Mädchen mit Röckchen und Kleidchen, sie zieht am liebsten Jeans und Lederjacke an. Sie spielt Fußball und fährt Skateboard. Wohingegen mein Sohn gerne backt und tanzt. Und dennoch – manche Dinge sind einfach drinne, da machst Du gar nichs dran.

Was nicht bedeutet, daß ich dem komplett nachgebe. In diesem Haushalt gibt es keine Pistolen, Gewehre und sonstige Blaster. Noch nicht mal Wasserpistolen.

Wobei ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, mir eine Pumpgun zu holen. Und jedes Mal, wenn das jungenhafte Getue zu viel wird für meine armen, femininen Nerven, geht ein Strahl in Richtung Kind. Funktioniert bei der Katze auch. Aber die ist schließlich weiblich.

Advertisements
Published in: on 21. März 2011 at 06:09  Schreibe einen Kommentar  

The URI to TrackBack this entry is: https://possumswelt.wordpress.com/2011/03/21/was-so-ein-echter-junge-ist/trackback/

%d Bloggern gefällt das: