Informationsmonopol – again

Und genau das hier ist der Grund, warum das Possum ein oder zwei eigene Blogs hat:

Einmal die Sichtweise vom Autor und dann meine – die natürlich die ist, die der Realität entspricht.

Natürlich.

Published in: on 29. April 2011 at 12:05  Schreibe einen Kommentar  

Feuertraditionen

Ich wohne mittlerweile echt entschieden zu lange im heidnischen Osten.

Hier sieht ein Osterfeuer aus wie folgt: Irgendwann zwischen Karfreitag und Ostermontag wird auf dem Sportplatz Feuerzeit ausgerufen. Bierwagen, Würstchenstände und der Übertragungswagen eine lokalen, meist schlechten Radiosenders gehören dazu ebenso wie natürlich die Feuerwehr. Wenn es dann dunkel ist wird das Feuer angezündet und alle haben eine gute Zeit. Allerdings glauben einem hier auch noch mindestens ein Drittel der Leute, wenn man ihnen erzählt, das Osterfeuer sollte daran erinnern, dass Jesus am Kreuz verbrannt wurde.

In der alten Heimat ist das anders. Wenn man da fragt, wann denn Osterfeuer ist, wird man empörtestens angeschaut. Ostersonntag natürlich, wann denn sonst? Und sollte es sich um ein halboffizielles mit Feuerwehr handeln, dann kommt irgendwann der Priester mit Gefolge – bis dahin ist das Bier mittlerweile warm, glaubt man dem Possumvater. Bei Kirchenchoruntermalung spricht der Geistliche salbungsvolle Worte und entzündet das Feuer mit der Flamme der Osterkerze. Dann schwebt er mit seinen Meßdienern wieder von dannen. Für meine Kinder war das dieses Jahr sehr faszinierend.

So sehr, dass meine Tochter laut, um das prasselnde Feuer zu übertönen, fragte, ob wir auch so Jungs in weiß-roten Mädchenkleidern bekommen könnten, wenn wir nächste Woche die Hexen bei der Walpurgisnacht bei uns verbrennen.

Published in: on 26. April 2011 at 06:42  Schreibe einen Kommentar  

Frohe Ostern!

Ich wünsche allen Lesern frohe und gesegnete Ostern!

Published in: on 23. April 2011 at 21:27  Schreibe einen Kommentar  

Das Weltall. Unendliche Weiten.

Gerade eben. Die Possumfamilie liegt gesammelt auf dem Trampolin, dick eingemummelt und harrt der Lyriden, die da kommen sollen. Der Autor erklärt:

„You see the Big Dipper? With the two stars there pointing to the Polar Star!“ Kind Nummer Zwei setzt sich ruckartig auf und bring das gesamte Trampolin in ein gefährliches Wanken.

„Pullerstern? Der pointet zum Pullerstern?“

*Headtrampolin*

Published in: on 20. April 2011 at 20:52  Schreibe einen Kommentar  

Pflaumengedanken in Spargel-Dur

Eigentlich wollte ich von unserem tollen, neuen iPad schreiben, das mehr oder minder unvermittelt bei uns vor der Tür stand. Leider kann ich noch nicht wirklich was dazu sagen, weil das Ding erwartungsmäß von der Spielefraktion der Familie in Beschlag genommen wurde und ich bisher wenig mehr als ein Rezept für eine Sauce Hollandaise nachschlagen durfte.

Und so sass ich also vorhin auf der Terasse, vor mir je ein Kilo zu schälenden Spargel und Kartoffeln auf dem Tisch, iPod-Stöpsel im Ohr und Sonne auf dem Gesicht. Und ich dachte an einen der ersten Einträge, den ich für dieses Blog geschrieben habe.

Gut, statt Gartenarbeit sassen die drei an vorgenanntem iPad und spielten irgendwas, dessen Namen ich noch nicht mal kenne. Aber dieses generelle Gefühl des Glücklichseins überkommt mich immer noch, wenn ich meine Familie um mich habe, ich irgendwas mit Nahrungszubereitung zu tun habe und dabei draussen sitzen darf.

Manchmal bin ich ein sehr schlicht gestricktes Ding, das sehr einfach glücklich zu machen ist.

Und ich hoffe, dass das noch sehr, sehr lange so bleibt.

Published in: on 17. April 2011 at 18:11  Schreibe einen Kommentar  

Wir können alles. Außer Hochdeutsch.

Damals, als ich noch einen echten, wirklich gut bezahlten Job hatte, kein Haus und keine Kinder, da hatte ich noch Geld über um Aktien zu kaufen. Und was kauft man sich als gute Deutsche, wenn es die Telekom-Volksaktie noch nicht gibt? Richtig, Mercedes. Wenn auch nur in homöopathischen Dosen, aber immerhin.

Nun haben wir beide – also der Daimler und ich – eine sehr wechselhafte Geschichte hinter uns. Rein börsentechnisch gesehen. Aber irgendwie konnte ich mich nie überwinden zu verkaufen. Und weil ich dieses Jahr, unserem zwanzigsten gemeinsamen, Zeit hatte, dachte ich, ich könnte ja mal zur Hauptversammlung gehen.

Das erste was mir auffiel, diese unglaublich vielen Leute vom alten Schlag. Von damals, als man noch die Aktien von einem Unternehmen kaufte, mit man sich identifizierte. Und man verkaufte nur, wenn es gar nicht mehr anders ging. Durch die veränderte gesellschaftliche Lage werden diese Menschen immer älter, jüngere kaufen einfach keine Aktien von ihnen verbundene Unternehmen. Und gehen dann noch zu deren Hauptversammlung an einem Mittwoch im April- schon weil sie da meist arbeiten müssen. Jedenfalls kam ich mir ausnahmsweise mal wieder sehr jung vor.

Und prompt wurde ich direkt nach der Sicherheitsschleuse (wie im Flughafen, nur in freundlich) von der netten, investigativen Reporterin von RTL interviewt. Ist klar. Immer ich.

Nach einer Tasse Kaffee ging ich dann in den Saal und harrte der Dinge, die da kommen werden. Und sie kamen. In Gestalt zweier exorbitanter Lobeshymnen von Aufsichtsrats- und Vorstandsvorsitzenden. Zumindest das, was ich davon verstanden haben. Was weniger an der Tonqualität lag, sondern daran, dass es vor Performance Phantom Share Plan, Corporate Volounteering, Compliance und Zero Emissions nur so strotzte – obwohl Deutsch als Versammlungssprache vorher festgelegt wurde. Aber immerhin hab ich offensichtlich noch mehr verstanden, als die silberhaarigen Herrschaften neben, über und unter mir. Neben mir fragte sich denn auch ein älteres Ehepaar, ob die Hauptversammlungen amerikanischer Firmen derart viele deutsche Fremdworte haben, wie unsere englische. Nur damit die Leute auch ganz bestimmt nichts verstehen.

Ganz abgehängt hat Herr Dr. Bischoff mich (und die nachfolgenden Fragenden, die wesentlich mehr Ahnung davon haben als ich sowie den Rest des Saales) dann beim Vergütungssystem. Ich habe nur verstanden, dass die Jungs da auf der Bühne ein höheres Einkommen haben als alle Einwohner einer durchschnittlichen deutschen Kleinstadt zusammen.
Jungs deswegen, weil die einzige Frau erst jetzt gerade berufen wurde. Eine. Und selbst die Stelle wurde noch zusätzlich geschaffen, damit keiner seinen Platz räumen musste. Was aber immer noch besser ist, als die Aufsichtsratsbilanz des Unternehmens mit einer ganzen Frau bei insgesamt 20 Aufsichtsratsmitgliedern. Mehr können es ja nicht sein, weil nämlich ja erst wieder Leute ausscheiden müssen bevor sie neu gewählt werden können. Die Frauen. Richtig, wir sind ja auch erst seit zwei Jahren soweit, dass sie in solche Positionen reingewählt werden können. Aber das zu erklären war viel zu kompliziert und die Branche sei nun mal männerdominiert und deswegen repräsentativ und man könne ja nix dafür. Aha.

Über die nichtexistente Erörterung der moralisch-ethischen Frage im größten Wachstumsmarkt China, hab ich mich dann schon gar nicht mehr gewundert. Die kamen auch nicht in den Redebeiträgen – von denen ich fairerweise zugegeben muß, nur die erste Runde mitbekommen zu haben.
Denn als knapp eine Stunde auf die Fragen der fünf Redner eingegangen wurde, war ich draußen und versuchte was zu essen zu jagen – die Aussprache konnte draußen im Foyer verfolgt werden, die wissen schon warum. Leider schlug die Nahrungssuche fehl, weil die Schlangen an den Essensausgaben so lang waren, dass ich irgendwann einfach aufgegeben habe eine Erbsensuppe oder Bockwurst zu ergattern.

Gegen 14 Uhr wurde uns von Herrn Bischoff mitgeteilt, es würden noch 25 Redner warten, die alle 10 Minuten Redezeit hatten plus der Zeit, die der Vorstand braucht um die Fragen zu beantworten plus der zwei Stunden, die die Abstimmungen in Anspruch nehmen wird. Nach einer kurzen Überschlagsrechnung, bin ich dann kommentarlos aufgestanden, habe meine Stimmen abgegeben und bin gegangen.

Soviel Zeit hab ich dann nun auch wieder nicht.

Published in: on 14. April 2011 at 07:58  Schreibe einen Kommentar  

Auf das ewige Auf und Nieder

Andere Leute gehen im Frühling her und verschönern ihren Garten. Ich nicht. Ich mach ja nie, was andere machen. Ich verschandle meinen.

Seit Jahren schielen meine Kinder und ich auf ein großes Trampolin. Seit Jahren gibt es für die Brut kein Halten, wenn sie irgendwo so ein Ding sehen. Und seit Jahren überlege ich mir, wie ich das am geschicktesten schaffe, auch auf das Ding zu kommen, ohne das ich mich lächerlich mache. Und dieses Wochenende war es soweit, wir haben auch eins. Sehr groß und sehr dominant prankt es in unserem Garten. Es lenkt den Blick von meinen Blumen, von meiner Osterdeko, von der schönen, fast ganz blühenden Blutpflaume und den zarten, sprießenden Fühlingsboten ab.

Drei Meter Durchmesser, Sicherheitsnetz und der neue Magnet für alle Nachbarskinder. Meine und alle assozierten Kinder haben Kreuzschmerzen und jammern über Muskelkater – sind jedoch laut Elternberichten glücklich, wenn auch total erschöpft ins Bette gesunken.

Ich nicht. Ich geh erst jetzt gleich, wenn keiner mehr hinguckt und es dunkel ist, damit ich nicht den letzten Respekt verliere, den ich hier in der Nachbarschaft noch habe.

Jetzt, wo alles schläft. Und mich keiner sieht. Wir sehen uns dann, wenn ich vor lauter Schmerzen wieder sitzen kann.

Published in: on 10. April 2011 at 22:46  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Heute morgen. Mein Sohn will ein frischgewaschenes Shirt anziehen. Es ist voller weißer Flecken. Harter, weißer Flecken, die nicht nach Zahnpasta riechen.

„Was sind das für Flecken?“ Die das Shirt ein für alle Mal verhunzt haben.

„Das ist Farbe.“ Ach ne.

„Das sehe ich. Was für Farbe?“ Seh ich so trottelig aus?

„Weiße.“ Yupp, anscheinend tue ich das.

Published in: on 7. April 2011 at 10:48  Schreibe einen Kommentar  

Dialog des Tages

Eigentlich sollte das ein Eintrag über den Rezitatorenwettbewerb von Kind Nummer Eins werden – nicht so schlimm, wie es sich anhört, ich hab schon schlechteres, moderens Profi-Theater gesehen.

Aber dann spielte sich gerade folgendes Gespräch da oben ab beim Zähneputzen ab – zwischen dem Kind, das gerade noch vor Publikum Gedichte vorgetragen hat und dem anderen, der darauf besteht, jetzt fein mit Messer und Gabel zu essen:

„Mamaaaaa, Kind Nummer Zwei hat gerülpst!“ Laute Beschwerde von oben links.

„Und Du hast gepupst, richtig laut“ Petze, Petze, Petze!

„Aber ich hab es zugegeben“ HAH, nimm das, Zwerg!

„Ich auch!“ Rechtschaffende Empörung der unter 1,10m Fraktion.

So geht das hier schon den ganzen Abend. Den. Ganzen. Abend. Heute bin ich seit langer Zeit mal wieder soweit, dass die beiden keine Geschichte bekommen, sondern selbst lesen bzw. Hörspiel hören. Und ich warte auf den Autor, auf das er nach Hause komme und ich mir einen Gin Sour genehmigen kann. Nur einen. Ganz Kleinen.

In einer Ecke des Hauses, in der ich von diversesten Körpergeräuschen verschont bleibe.

Published in: on 4. April 2011 at 19:14  Schreibe einen Kommentar  

Monatsrückblick März

Gelesen: Serienjunkies.de – und eine neue Sucht, danke dafür…
Gesungen: „Nothing suits you like a suit!“ – leider wurde das eigentliche Video dazu entfernt. Grmpf!
Gehört: Karius und Baktus – gezwungenermassen
Gesehen: How I met Your Mother
Getrunken: Einen sehr schlechten Rotwein
Gegessen: Sündedel beim Japaner
Gekocht: Red Beans and Rice für den Englisch Konversationskurs einer Freundin
Gefreut: Über die ersten Blumen im Garten
Geknipst: Die Kinder mit ihren Urgroßeltern
Gelacht: über die neue Frage-Phase von Kind Nummer Zwei
Geärgert: Über Politiker, die uns erzählen wollten, wir sollen bitte nicht gegen das CO2-Endlager protestieren, denn es würden doch noch nicht mal Probebohrungen genehmigt – lies: Protestieren Sie doch bitte erst, wenn Sie nichts mehr ändern können.
Nähen lassen: Sternenkostüm für Kind Nummer Zwei
Gekauft: iPad2 und viele Blumen
Gespielt: Scrabble junior
Gefeiert: Geburtstage von Kind Nummer Eins und dem Autor
Gefühlt: Freude und Unsicherheit

Vielen Dank, liebes Sandsack-Schäfchen

Published in: on 1. April 2011 at 09:48  Schreibe einen Kommentar