Auf das ewige Auf und Nieder

Andere Leute gehen im Frühling her und verschönern ihren Garten. Ich nicht. Ich mach ja nie, was andere machen. Ich verschandle meinen.

Seit Jahren schielen meine Kinder und ich auf ein großes Trampolin. Seit Jahren gibt es für die Brut kein Halten, wenn sie irgendwo so ein Ding sehen. Und seit Jahren überlege ich mir, wie ich das am geschicktesten schaffe, auch auf das Ding zu kommen, ohne das ich mich lächerlich mache. Und dieses Wochenende war es soweit, wir haben auch eins. Sehr groß und sehr dominant prankt es in unserem Garten. Es lenkt den Blick von meinen Blumen, von meiner Osterdeko, von der schönen, fast ganz blühenden Blutpflaume und den zarten, sprießenden Fühlingsboten ab.

Drei Meter Durchmesser, Sicherheitsnetz und der neue Magnet für alle Nachbarskinder. Meine und alle assozierten Kinder haben Kreuzschmerzen und jammern über Muskelkater – sind jedoch laut Elternberichten glücklich, wenn auch total erschöpft ins Bette gesunken.

Ich nicht. Ich geh erst jetzt gleich, wenn keiner mehr hinguckt und es dunkel ist, damit ich nicht den letzten Respekt verliere, den ich hier in der Nachbarschaft noch habe.

Jetzt, wo alles schläft. Und mich keiner sieht. Wir sehen uns dann, wenn ich vor lauter Schmerzen wieder sitzen kann.

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Published in: on 10. April 2011 at 22:46  Schreibe einen Kommentar  

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