Life

Jedes Jahr wieder

Nein, mich hat nicht Ehec dahin gerafft, es ist nur Frühsommer und da kommt man ja bekanntlich zu gar nichts. Der Garten, der monatelang dieses Jahr nicht in die Puschen gekommen ist, weiß nicht wohin mit seinen Trieben und beschränkt sich dabei leider nicht nur auf die schönen Pflanzen. Was mich täglich fast eine Stunde kostet.

In Schule und Kindergarten jagt eine Veranstaltung die nächste – vergleichbar nur noch mit Dezember, ich jonglier hier mit Terminen rum, von denen ich bis vor kurzem noch nicht mal wußte, dass es sie überhaupt gibt.

Dazu kommen dann die privaten, nichtkindlichen Verpflichtungen, die sich dieses Jahr anscheinend auch alle um diese Zeit knubbeln.

Und dummerweise läßt sich die Arbeit davon so gar nicht beeindrucken. Die tut so, als hätte man sonst nichts zu tun im Leben. Sehr unkooperativ, das.

Was ich eigentlich damit sagen will: Ich lebe noch, ich schreibe dann auch demnächst mal wieder was anständiges, langes, schönes. Nur gerade jetzt nicht.

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Zitat des Tages

Heute mal vom Autor, der uns gestern nacht für teuer Geld einen neuen Server (NAS oder so) eingerichtet hat. Heute morgen versuchte ich ein Arbeitsdokument auszudrucken und wie zu erwarten es funktionierte nicht.

Nach zwei Stunden Selbstversuch habe ich ihn dann geweckt.

„Du, seit der neue Server dran ist geht der Drucker nicht mehr!“ Ich habe es ganz ruhig gesagt. Wirklich.

„Doch, der funktioniert jetzt nur besser.“

Und ganz ohne Geräuschkulisse und mit unsichtbarem Papier.

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Sozio-kulturelle Studien am praktischen Beispiel des Taxifahrers

Ich hatte ja schon mal ganz verwundert auf die Freundlichkeit anderer Städte Taxifahrer am Rande hingewiesen. Gestern nun hatte ich die Möglichkeit, den direkten Vergleich anzustellen.

Ich weilte zu Feier- und Recherchezwecken in der Alstermetropole und mußte zwischendurch zum Bahnhof. Ich wußte, ebensolcher ist nur kurz um die Ecke. Leider hatte ich keine Ahnung, um welche Ecke denn nun genau. Mit Rollköfferchen und zwar schönen, aber nicht unbedingt bequemen Schuhen, wollte ich es auch nicht unbedingt auf eine Expedition ankommen lassen, also rief ich ein Taxi. Dem Fahrer war die Streckenlänge ja so egal, plauderte nett mit mir, hob mir auch noch mein Köfferchen raus und entschuldigte sich drei Mal, dass ich noch ein paar Meterchen laufen mußte, weil kurzfristig irgendwo irgendwas abgesperrt war. Das Ganze machte dann doch 3,80 Euro. Ich gab ein eher fürstliches Trinkgeld.

Zeitsprung. Acht Stunden später in einem östlichen Randbezirk von Berlin. Durch bauliche Maßnahmen und eine erhebliche Mißkommunikation zwischen der S-Bahn und mir, beschloß ich, mir eine Taxe für die zwei Stationen nach Hause zu nehmen. Warum sollen immer nur die Fahrer in anderen Städten profitieren?

Ich steige also ein, nenne das Ziel und werde gleich in feinstem unfreundlichsten Ton angeranzt, ob ich den Weg kennen würde, sonst müsse man für so eine kurze Strecke den Navi anstellen, er wäre nicht von hier. Ja, kannte ich. Und weil die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt stirbt, erwähnte ich gewisse Mißstände bei der Bahnkommunikation. Schwerer Fehler. Ich wurde sogleich belehrt, dass man schließlich nicht alles haben könne. Ich würde schließlich im Grünen wohnen, da müsse ich das gefälligst in Kauf nehmen, Er hätte S-, U- und Straßenbahn vor der Tür, aber müsse raus fahren, wenn er in den Garten wollte. Ich solle mich da mal nicht so anstellen.

Danach hielt ich die Klappe. Der Fahrpreis war ob der längeren Strecke höher, das Trinkgeld deutlich geringer. Und ich weiß jetzt wieder, warum wir und alle anderen Nachbarn, Freunde und Bekannte es vermeiden Taxi zu fahren. Die Gefahr mit einer angeblichen Berliner Schnauze (lies: der Lizenz zum unglaulichen Unhöflichseins) in einem Blechkasten gefangen zu sein, ist einfach zu hoch.

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Fressen oder gefressen werden – Teil 4

Es ist ja immer schön, wenn man so die eine oder laufende Sache in einem Blog hat. Bei mir sind es Insekten. Nicht, dass ich alles was über 4 Beine hat nicht mögen würde – das ist es nicht. Ich will die Biester nur nicht in meinem Haus haben, wie ich schon mehrfach andeutete. Man sollte meinen, Insektenschutzgitter an den Fenstern, Pheremonfallen im Schrank und Wespenflaschen am Zaun wären Hinweis genug.

Aber neeeeeeeeeeeeiiiin, sie müssen ja wiederkommen. Jedes Jahr auf´s Neue. Und jedes Jahr wird wieder der Schrank mit Essigwasser ausgeduscht, neue Tupperdosen gekauft. Aber irgendwie haben die hier irgendwo ein Nest, das nur im Frühling aufbricht.

Also auf ein Neues. Ich krieg Euch. Auch dieses Jahr wieder. Wir werden ja sehen. HAH!

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Hier sind wir!!!

Der Autor und ich sind ja nicht oft unterschiedlicher Meinung, aber vor zwei Wochen war es doch mal wieder soweit. Thema: Warum gibt es so wenig weibliche Bloggerinnen? Seine These ist, dass es in Deutschland eh weniger Menschen gibt, die schreiben und damit eben auch weniger Frauen. Meine These ist: Es gibt uns sehr wohl – wir werden nur nicht ernst genommen.

Nun ist es, um das mal vorweg zuschicken, eher undankbar in einem Blog darüber zu lamentieren, dass das eigene nicht so beachtet wird wie andere. Man kommt da schnell in die Selbstmitleidsecke. Aber die Frage wird ja nicht nur von mir gestellt – Alphablogger wie Sascha Lobo haben erkannt, dass es neben den Y-chromosomalen Bloggern noch die anderen gibt, die durchaus gut schreiben und wollen ab jetzt ihr Schärflein dazu beitragen, dass es anders wird.

Das ist sehr löblich und wird gerne genommen, die Frage ist nur – warum sind weibliche Blogger weniger präsent als männliche? Warum gibt es kaum Bloggerinnen auf den Podien der Republik? Ich weigere mich zu glauben, dass die Fähigkeit gut zu schreiben mit dem Geschlecht zusammen hängt. Auch nicht, mit der Art des Schreibens. Ich denke eher, der Punkt ist, *was* wir schreiben.

Wenn man sich zum Beispiel die Blogcharts anschaut, dann ist dort unter den ersten 100 anderem Caro von Draussen nur Kännchen zu finden. Grob gesagt, ist es ein Handarbeitsblog – und im übrigen einem, dass ich trotz Nählegasthenie schon seit immer auf der Blogroll habe, aber das nur am Rande. Hand-ar-beit. Nichts, womit sich in ordentlicher Männerrunde auf einem Podium Staat machen läßt. Und davon gibt es unglaublich viele – von den Handarbeitsblogs. Sie fallen als „Weiberkram“ komplett durchs Raster. Genauso wie Kochblogs, wenn sie nicht gerade von – männlichen – Spitzenköchen geschrieben wurden. Oder Modeblogs – es sei denn sie werden von 13jährigen Amerikannerinnen gemacht.

Also können alle weiblichen Themen bitte mal rausgehen, was soll die Öffentlichkeit damit? Womit wir auch gleich bei Blogs wie diesem hier wären. Die Familie, das Do…aber soweit kommen wir schon gar nicht mehr. Familie. Mami-Blog. Ganz klar. Und tschüss! Wer interessiert sich schon das Geseiere von irgendwelchen frustrierten Müttern. Das geht gar nicht. Im Gegensatz dazu interssiert anscheinend sehr wohl, was irgendwelche Leute, die meist keine Kinder haben, über selbige schreiben – und die werden noch bezahlt dafür. Merke: Man darf über Dinge wie Kinder schreiben, wenn man sie nicht hat. Hat man sie und somit praktische Erfahrung, ist man leider aussen vor.

Und dann ist man auch automatisch nicht qualifiziert, über was anderes zu schreiben. Das Dorf und die Welt werden – nicht nur bei mir – dann gerne übersehen. Es paßt einfach nicht in eine Schublade. In den USA ist das übrigens anders – da gibt es eine ganze Liste von Social Media Conferences for Mom-Bloggers. Und hier? Nix, wir taugen hier noch nicht mal dazu, dass man mit uns Geld macht.

Natürlich gibt es noch viele weitere Gründe, alte Seilschaften, patriarchalische Strukturen, die aus dem analogen ins digitale Leben hineingetragen werden ist nur einer davon. Was ich eigentlich damit sagen will, ist folgendes:

Lamentiert nicht, dass es uns nicht gibt. Überlegt nicht, was ihr tun könnt, damit mehr Frauen ins Netz und damit in die Bloggersphäre kommen. Macht einfach nur die Augen auf und seht uns. Und seid dann so ehrlich und sagt, was ihr schreibt, interessiert uns nicht. Das ist ja das Schöne am Netz, ich muß nur das annehmen, was ich will. Aber hört einfach auf, uns zu ignorieren, weil wir nicht das schreiben, was ihr gerne haben wollt.

Ich jammere ja auch nicht, dass es so wenige Männer gibt, die sich im Netz darüber auslassen, wie man Kaminglas wirklich sauber bekommt. Wobei – wenn mir das jemand sagen könnte, egal ob Männlein oder Weiblein – ich wäre da schon sehr interessiert.

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