Hilfe, der Prinz auf dem weissen Pferd verfolgt mich

Ich wurde in den Kommentaren vom Spreeblick zitiert. Bezogen auf den Frauentag hat jemand meinen Prinzen mit dem weissen Pferd ausgegraben und behauptet, ich wäre der Meinung, ein Mann, der weniger Geld verdient als eine Frau sei unattraktiv.

Das ist nur leider nicht das, was ich geschrieben habe. Was ich gesagt habe, war folgendes:

Ich habe mich auf eine Studie in England bezogen, meine Meinung warum das Ergebnis geschichtlich so gewachsen ist und warum es sich so verflucht langsam ändert, kundgetan.

Aber bestimmt habe ich nirgendwo gesagt, Männer müßten mehr Geld haben, um für mich attraktiv zu sein. Soweit das politisch korrekte.

Jetzt das politisch unkorrekte: Was ist falsch daran, wenn er Kohle hat? Ist das ein Ausschlusskriterium? Sollte ihn das unattraktiv machen? Sollte das geächtet werden, weil es viele nette Männer gibt, die irgendwo am Existenzminimum fristen? Und sollte eine Frau einem Mann sagen

„Du, weißt Du, Du bist so unglaublich nett, gutaussehend, Du bist gebildet und witzig. Aber leider verdienst Du zuviel – lass uns Freunde bleiben, ja?“

Schwachsinn? Natürlich, aber so wie es idiotisch ist, einen Kerl nur nach dem Geld auszuwählen – das geht nie gut – genauso blödsinnig ist es, dieses Faktum komplett ausser acht zu lassen. Nennt mich altmodisch, aber für mich ist es durchaus ein Kriterium, dass ein Mann zum Unterhalt einer Familie genug beitragen kann, damit ebendiese leben kann.

Aber seltsamerweise kommt irgendwann jede Gleichberechtigungsdiskussion genau an den Punkt. Immer kommt irgendein Mann daher und beklagt sich, Frauen wollten ja eh nur den bösen Buben mit den Muskeln, dem tollen Auto und dem Geld. Genauso seltsamerweise sind das meist die Männer diejenigen, die das „Argument“ anbringen, die genau das nicht haben. Eine Schelmin, die Böses dabei denkt.

Ich bleibe dabei – man kann eine über Jahrhunderte gewachsene und gelernte Verhaltensweise nicht von jetzt auf gleich umschmeißen. Das heißt nicht, dass wir es nicht versuchen sollten. Aber sowas geht nun mal langsam und über Generationen vonstatten.

Und bis dahin sollten wir vielleicht aufhören uns gegenseitig mit Klischees zu bombardieren, versuchen den besten Weg zum Ziel zu finden und hoffen, dass unsere Kinder es mit unserer Hilfe besser machen.

Mädchen wie Jungs.

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Published in: on 3. Mai 2011 at 13:22  Schreibe einen Kommentar  

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