Bist Du noch Kind oder schon Mutter?

Gestern war ja Muttertag. Eigentlich wollte ich schon seit zwei Tagen dazu einen Artikel schreiben, aber ich war wieder als Backstagemom unterwegs und hatte somit wenig bis gar keine Zeit.

Aber ich fand es sehr erhellend zumal ich ja gestern, am Tag des Anstoßes mit vielen Müttern mit relativ jungen Kindern zusammen war. Denn hört man sich bei kinderlosen Menschen im Alter von 18 aufwärts um, so stellt man eine gewisse Muttertagsmüdigkeit fest, die im übrigen eine starke Korrelation zur Geburtstags-, Weihnachts- und Valentinsgeschenkemüdigkeit aufweist. Sei alles totaler Quatsch, reine Geldschneiderei, ich bring meiner Mama auch so mal Blumen mit (ja, klar) und überhaupt ist das meiner Mama gar nicht wichtig.

Gerade letzteres ist seltsam, denn durch die Bank allen Mütter, die ich gestern traf, war Muttertag wichtig. Sie haben sich unglaublich über die verschiedenen Kleinigkeiten gefreut, die die Kinder angebracht haben – mit Hilfe von verschiedenen Kinderverwahranstaltmitarbeiterinnen gefertigt. In meinem Fall waren das: ein gebackenes Herz, ein Bilderrahmen mit Bild, ein selbstbemalter Holzpapierhalter, eine Tochter, die Brötchen holen gegangen ist und ein Sohn, der die Spülmaschine mehr oder minder unfallfrei ausgeräumt hat. Und ja, ich habe mich sehr gefreut – auch wenn man von einem Vierjährigen noch keine Designkunstwerke erwarten kann und der Papierhalter farblich eher nicht in die Einrichtung passt. Und nochmal ja, ich wäre mehr als enttäuscht gewesen, hätten die Kinder es vergessen.

Ich mache jede Wette, dass oben genannte genau in dem Moment den Muttertag plötzlich ganz anders sehen, wenn sie selbst eine derjenigen sind, die es zu ehren gilt. Auch wenn man sowas ja nicht einfordern will, ist ja schließlich sowas von altmodisch. Und so ganz von der Hand zu weisen, ist eine gewisse Geschäftemacherei nun auch nicht. Am Samstag herrschte beim lokalen Blumenhändler Kriegszustand und meine Zitrusbäumchen habe ich immer noch nicht bekommen, weil die Dinger vor Muttertag im Einkauf schon nicht zu bezahlen ist, wie mir der Blumenverkäufer meines Vertrauens mitteilte.

Und so gab und gibt es in dieser Familie zum Muttertag keine Blumen (Ausnahme, man wohnt in etwa 10000km weit weg und Blumen sind das einzig Praktikable). Und man geht zu Muttertag auch nicht essen – viel zu voll. Dafür gab es immer andere Überraschungen, mein Meisterstück war mal eine fünflagige Torte. Und – man ist einfach da (hier wieder: bei einer Entfernung, die eine dreistellige Kilometeranzahl übersteigt ist man entschuldigt). Man verbringt Zeit miteinander. Ja, ich weiß wie sich das anhört und gerade wenn man noch sein eigenes Leben hat, ist das schon nervig sich seinen wohlverdienten Sonntag so verplanen zu lassen – aber mal ehrlich, vergibt man sich wirklich was dabei?

Übrigens, so als ganz kleiner Tip am Rande – ich bin mir sehr sicher, dass gerade die Mütter von sehr kleinen Kindern, die noch nicht in irgendwelche Einrichtungen gehen, sich darüber freuen, wenn es Helfershelfer gibt. Und da wiederum freuen sie sich ganz unglaublich über für ein paar Stunden Zeit nur für sich, gerne gepaart mit einem Gutschein für Kino/Wellness/EssenmitderbestenFreundin.

Hab ich mal gehört. Irgendwo.

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Published in: on 9. Mai 2011 at 07:22  Schreibe einen Kommentar  

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