Life

Zitat des Tages

Kind Nummer Zwei rumort noch eine Stunde nach dem Schlafen gehen rum.

„Ich kann nicht schlafen!“ Jammerige Stimme.

„Dann zähl Schäfchen, ich muss arbeiten!“ Himmel, jeden abend dasselbe Theater.

„Ich kann aber nur bis dreizehn zählen und das sind aber mehr!“

Was sagt man darauf?

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die nur ein Kind kann, Dinge

Denn nichts ist so einfach, wie es scheint

Kennt jemand die Geschichte von den Kindern aus Bullerbü? Die, in der die beiden Mädchen einkaufen gehen sollen und ständig was vergessen? Nur weil die Geschichten von Astrid Lindgren aus einem anderen Jahrtausend stammen, heißt das nicht, dass meine Tochter das nicht auch kann.

Sie hatte nämlich eine Freundin über Nacht da und beide verkündeten lauthals, sie würden Sonntagmorgens Brötchen holen gehen. Also gab ich Ihnen Geld und einen Zettel mit den verschiedenen Brötchen mit, die sie holen sollten. Fröhlich pfeiffend zogen sie denn auch los.

Und kamen 15 Minuten später zurück. Mit ihren Brötchen. Ohne meine, die vom Autor oder die von Kind Nummer Zwei.

„Mama, Du hast uns keinen Zettel….oh, ist das der da? Da in der Tüte? Ups! Wir….eh….gehen dann noch mal!“

Zehn Minuten später standen sie kleinlaut vor der Tür.

„Mama, kannst Du uns noch mal das Geld geben. Das, hrm, liegt auf dem Küchentisch. Neben den Brötchen. Also unseren.“

Und so machten sie sich auf zum dritten Versuch, die Familie mit morgendlichem Backwerk zu versorgen. Diesmal schafften sie es sogar. Bis auf eine Sorte, aber die, so haben sie mir sehr glaubhaft versichert, war schon ausverkauft. Kunststück, wenn man 40 Minuten braucht um 9 Brötchen zu holen, dann sind die besten Stücke schon weg.

Das Leben ist eben kein Kinderbuch.

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Gedanken, die einen nicht los lassen

Ich halte mich nicht für eine sehr ängstliche Mutter. Ganz im Gegenteil, meine Kinder werden relativ früh zu relativer Selbstständigkeit erzogen. Und ich bin überzeugt davon, dass wir damit das Richtige tun.

Auch die Eltern der Kinder in Norwegen haben das Richtige getan. Sie haben ihre Kinder zu politisch interessierten Menschen erzogen und ihnen beigebracht, zur Polizei zu gehen, wenn etwas passiert ist. Und plötzlich ist all das falsch. Die Kinder, die sie zurückbekamen sind im besten Fall schwer traumatisiert, im schlimmsten Fall wurden sie deswegen getötet.

Weil ein sehr kranker Mensch durchgedreht ist. Das ist nichts, was man hätte verhindern können. Nirgendwo auf dieser Welt. Und niemals verhindern kann. Genau das ist es, was mir soviel Angst macht. Niemand weiß, wann und wo der nächste Irre austickt, genährt von den Parolen welcher kruden Weltanschauung auch immer.

Aber ich muß meine Kinder trotzdem ihre eigenen Wege gehen lassen. Muß sie weiterhin alleine mal eben zum Bäcker laufen lassen. Sie in die Reitferien fahren lassen. Mit dem Hort an den See. Mit dem Kindergarten in den Zoo. Ich muß sie so ziehen lassen, dass sie meine Angst nicht merken, von der ich selbst weiß, dass sie irrational ist. Aber Muttergefühle sind nicht rational. Wir müssen unsere Kinder beschützen, wir können nicht anders.

Alles, was wir jetzt tun können, ist die Augen schließen, durchatmen und weitermachen, wie bisher. Den Kindern zeigen, dass wir keine Angst haben, uns nicht von Waffengewalt einschüchtern lassen. Und dass das Böse nicht siegt. Niemals.

Mein Herz blutet für die Eltern, die ihre Kinder verloren haben, für diejenigen, deren Kinder soviel durchmachen mußten – nur weil sie eine gute Zeit haben wollten und ein Mensch das anders sah. Es gibt keine Worte, die trösten können, aber vielleicht werden sie irgendwann Halt in der Tatsache finden, dass auch weiterhin Eltern ihre Kinder so erziehen, wie sie es getan haben.

Selbstständig, ohne Angst und an das Gute glaubend.

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Viele Köche verderben die Laune

Ich liebe ja Kochsendungen und Kochbücher und Kochpodcasts und all sowas. Ich ziehe mir einiges an Tipps von den Profis und bin dankbar für kleine Kniffe. Aber so gerne ich unsere Spitzen- und Fernsehköche auch habe – vom wahren Leben in der Küche abseits der Gastronomie haben sie schlicht keine Ahnung.

Das fängt damit an, dass sie mir erzählen wollen, dass ich mir Zeit nehmen soll. Gut Ding will Weile haben und ein gutes Essen läßt sich nicht hetzen. Das ist wohl wahr. Aber wenn ich in der Küche stehe und alle zwei Minuten ein knöttriges Kind oder ein hungriger Autor reinkommt und fragt, wann es denn endlich was zu essen gibt, dann fällt das schwer. Vor allem dann, wenn man den ganzen Tag gearbeitet hat und schlicht nichts vorbereiten konnte. Da muß dann leider mal die Zwiebel auf ihre langsame Dünstung verzichten und wird rabiat durch das heiße Öl gejagt.

Was natürlich die Leidenschaft und Liebe vermissen läßt, mit der ein jedes Essen gekocht werden sollte. Nun bin auch ich der Meinung, dass man es wirklich schmeckt, wenn man mit Hingabe kocht. Aber wenn es das dritte warme Essen ist, das man an diesem Tage kocht und dazu noch schnell einen Kuchen gebacken hat, dann läßt auch beim leidenschaftlichsten Nicht-Profi-Koch die Liebe beim letzten Gericht etwas zu wünschen übrig. Vor allem dann, wenn man nach jedem Mal die Küche wieder selbst aufräumen und putzen muss.

Was mich aber wirklich aufregt, sind Sätze wie

„Man nimmt natürlich nur das hochwertigste Olivenöl, eine Flasche für 7,50 kann ja nichts sein!“
„Nehmen Sie nur die beste Qualität, das schmeckt man!“
„Achten Sie beim Einkauf immer auf Bioqualität, alles andere wird sie nur enttäuschen.“

Ja, liebe Leute, ich weiß ja nicht, was so ein Fernsehkoch heutzutage verdient und wieviel Zeit er so hat, aber ich kann nicht meine Familie stets und ständig und jeden Tag mit höchster – lies teuerster – Qualität verköstigen. Nicht, dass ich es nicht gerne täte – aber ich kann einfach nicht den ganzen Tag von Bauernhof zu Spezialitätengeschäft zu Feinkostladen fahren, da hab ich nicht die Zeit zu. Und Kleinstmengen liefern die nicht. Schon gar nicht ins Dorf.
Aber selbst wenn sie es würden, müssen meine Kinder immer noch eingekleidet werden, ein Haus muß unterhalten werden und andere lebensnotwendige Kleinigkeiten wie Strom und Wasser bezahlt werden. Natürlich gehe ich gerne in den Bioladen und ich will auch gar nicht abstreiten, dass die Qualität dort besser ist – aber es gibt immer wieder Wochen und Monate, in denen es eben der Discounter ist.

Ich finde es sehr problematisch, wenn Leute, die eigentlich Menschen zum kochen animieren sollen, sie eher demotivieren. Denn wenn all diese Köche recht hätten, dann würde 90% meines Essens unglaublich schlecht schmecken. Tut es aber nicht. Natürlich kochen die Jungs und Mädels in einer anderen Liga, das steht völlig ausser Frage. Ihre Gerichte sind raffiniert und haben das gewisse Etwas, was eben den Profi von einem Hobbykoch unterscheidet. Aber das bedeutet nicht, dass alles andere Ausschuss ist.

Ein befreundeter Profi-Koch hat mir mal gesagt, mit Topqualitäten und erlesenen Zutaten kann jeder Schnösel gut kochen. Die Kunst ist es, aus weniger guten Sachen etwas sehr Schmackhaftes zu machen.

Und ich wage zu behaupten, dass die kochende 08/15 Mutter im schnellen, schmackhaften, unkomplizierten und günstigen Essen mindestens genauso ist wie die gesammelte Spitzengastronomie dieses Landes.

Was im übrigen eine klasse Idee wäre – ein Sternekoch geht in meinen Supermarkt, kauft Dinge, die ein normaler Mensch kauft und kocht dann ein Essen, das vor Autor und den Kindern Nummer Eins und Zwei bestehen muss. Ein großer Spaß.

Da das aber wohl eher nicht passieren wird, werde ich mich weiter durch die Kochprogramme wühlen, Hinweise auf angeblich unverzichtbare, aber leider unbezahlbare Ingredenzien ignorieren und mich dafür auf die Tipps stürzen, wie ich eine Sosse auf die verschiedenen Weisen schmackhaft gebunden bekomme. Man muss sich eben immer das raussuchen, was man gerade braucht.

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Zeichen und Wunder

Auf meinem Besuch in der alten Heimat die Tage sass ich mit Freunden meines Vaters auf der Terrasse. Alle so um die 65, alte Fußball-Haudegen, die in etwa so lange Fußball spielen, wie sie laufen können.

Und wie wir so da sassen, kam das Gespräch ganz unweigerlich auf die Frauen-WM. Und wer denn nun den Titel warum holt. Und warum wir nicht mehr dabei sind. Und wer wann wie hätte eingewechselt werden müssen. Kurz, es war wie immer – wir alle wußten es besser als die Trainerin.

Und genau das war es, was mich stutzen ließ – es wurde ernsthaft über die Spiele und die Fehler diskutiert. Ohne irgendwelches gönnerhaftes Gehabe, welches wir auch bei dieser WM gerne mal in den Medien hören. Eben genauso wie bei den Männern. Um es sehr milde auszudrücken, ich war sprachlos. Und sehr begeistert. Denn es zeigt, dass sich grundlegende Meinungen und Ansichten ändern können, wenn die Grundleistung stimmt.

Ich finde, dass ist ein sehr beruhigender Gedanke.

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Dinge, die nur Kinder tun

Ja, ich weiß, so ungefähr jedes Kind schneidet sich mal in sehr unvorteilhafter Weise selbst die Haare. Und wer braucht schon einen Pony?

Es ist schön, zu wissen, dass mein Sohn da keine Ausnahme bildet.

Aber muss es, verflucht noch mal, zwei Tage vor der Eisernen Hochzeit der Urgroßeltern sein, bei der gefühlte 24678 Fotos gemacht werden?

Seufz, ja ich weiß, ich werd in ein paar Wochen drüber lachen. Aber heute halt noch nicht.

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Und es gibt ihn doch – den Dienst am Kunden

Man sollte ja nicht immer nur meckern – obwohl sich die Kundendienste dieses Landes anscheinend gegen mich verschworen haben im Moment. Aber vom Aufregen bekommt man schlechte Laune und Falten.

Und ausserdem ist es unfair, wenn sich denn mal ein Kundendienst angestrengt hat, um Unanehmlichkeiten wieder gut zu machen, ihn danach nicht auch mal zu loben. So wie nach der comma-Geschichte. Nachdem ich nicht an mich halten konnte und Ihnen einen nicht ganz so nett kommentierten Link zum Artikel geschickt habe, bekam ich wieder prompt eine Antwort. Mit einer erneuten Entschuldigung und einem Erklärungsversuch. Und dieses Wochenende kam ein Paket. Mit einem sehr schönen Chiffon-Schal, Sonnencreme umd einem Gutschein.

Sowas muß einfach auch mal erwähnt werden, finde ich. Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass diese absolut strikte Unterteilung zwischen Präsenz- und Online-Shop extrem kundenunfreundlich ist, aber gut. Für mich ist damit die Sache erledigt.

Wobei – nicht so ganz. Dieser Gutschein in Zusammenhang mit dem mittlerweile ebenfalls im Onlineshop runtergesetzten, passenden Blazer war dann leider doch viel zu verlockend und wurde soeben eingelöst.

Man muß eben auch vergeben können. Auch wenn dann das Konto sehr böse mit einem wird.

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