Zitat des Tages

Kind Nummer Zwei rumort noch eine Stunde nach dem Schlafen gehen rum.

„Ich kann nicht schlafen!“ Jammerige Stimme.

„Dann zähl Schäfchen, ich muss arbeiten!“ Himmel, jeden abend dasselbe Theater.

„Ich kann aber nur bis dreizehn zählen und das sind aber mehr!“

Was sagt man darauf?

Published in: on 29. Juli 2011 at 20:16  Schreibe einen Kommentar  

Denn nichts ist so einfach, wie es scheint

Kennt jemand die Geschichte von den Kindern aus Bullerbü? Die, in der die beiden Mädchen einkaufen gehen sollen und ständig was vergessen? Nur weil die Geschichten von Astrid Lindgren aus einem anderen Jahrtausend stammen, heißt das nicht, dass meine Tochter das nicht auch kann.

Sie hatte nämlich eine Freundin über Nacht da und beide verkündeten lauthals, sie würden Sonntagmorgens Brötchen holen gehen. Also gab ich Ihnen Geld und einen Zettel mit den verschiedenen Brötchen mit, die sie holen sollten. Fröhlich pfeiffend zogen sie denn auch los.

Und kamen 15 Minuten später zurück. Mit ihren Brötchen. Ohne meine, die vom Autor oder die von Kind Nummer Zwei.

„Mama, Du hast uns keinen Zettel….oh, ist das der da? Da in der Tüte? Ups! Wir….eh….gehen dann noch mal!“

Zehn Minuten später standen sie kleinlaut vor der Tür.

„Mama, kannst Du uns noch mal das Geld geben. Das, hrm, liegt auf dem Küchentisch. Neben den Brötchen. Also unseren.“

Und so machten sie sich auf zum dritten Versuch, die Familie mit morgendlichem Backwerk zu versorgen. Diesmal schafften sie es sogar. Bis auf eine Sorte, aber die, so haben sie mir sehr glaubhaft versichert, war schon ausverkauft. Kunststück, wenn man 40 Minuten braucht um 9 Brötchen zu holen, dann sind die besten Stücke schon weg.

Das Leben ist eben kein Kinderbuch.

Published in: on 27. Juli 2011 at 13:01  Schreibe einen Kommentar  

Gedanken, die einen nicht los lassen

Ich halte mich nicht für eine sehr ängstliche Mutter. Ganz im Gegenteil, meine Kinder werden relativ früh zu relativer Selbstständigkeit erzogen. Und ich bin überzeugt davon, dass wir damit das Richtige tun.

Auch die Eltern der Kinder in Norwegen haben das Richtige getan. Sie haben ihre Kinder zu politisch interessierten Menschen erzogen und ihnen beigebracht, zur Polizei zu gehen, wenn etwas passiert ist. Und plötzlich ist all das falsch. Die Kinder, die sie zurückbekamen sind im besten Fall schwer traumatisiert, im schlimmsten Fall wurden sie deswegen getötet.

Weil ein sehr kranker Mensch durchgedreht ist. Das ist nichts, was man hätte verhindern können. Nirgendwo auf dieser Welt. Und niemals verhindern kann. Genau das ist es, was mir soviel Angst macht. Niemand weiß, wann und wo der nächste Irre austickt, genährt von den Parolen welcher kruden Weltanschauung auch immer.

Aber ich muß meine Kinder trotzdem ihre eigenen Wege gehen lassen. Muß sie weiterhin alleine mal eben zum Bäcker laufen lassen. Sie in die Reitferien fahren lassen. Mit dem Hort an den See. Mit dem Kindergarten in den Zoo. Ich muß sie so ziehen lassen, dass sie meine Angst nicht merken, von der ich selbst weiß, dass sie irrational ist. Aber Muttergefühle sind nicht rational. Wir müssen unsere Kinder beschützen, wir können nicht anders.

Alles, was wir jetzt tun können, ist die Augen schließen, durchatmen und weitermachen, wie bisher. Den Kindern zeigen, dass wir keine Angst haben, uns nicht von Waffengewalt einschüchtern lassen. Und dass das Böse nicht siegt. Niemals.

Mein Herz blutet für die Eltern, die ihre Kinder verloren haben, für diejenigen, deren Kinder soviel durchmachen mußten – nur weil sie eine gute Zeit haben wollten und ein Mensch das anders sah. Es gibt keine Worte, die trösten können, aber vielleicht werden sie irgendwann Halt in der Tatsache finden, dass auch weiterhin Eltern ihre Kinder so erziehen, wie sie es getan haben.

Selbstständig, ohne Angst und an das Gute glaubend.

Published in: on 24. Juli 2011 at 18:15  Schreibe einen Kommentar  

Viele Köche verderben die Laune

Ich liebe ja Kochsendungen und Kochbücher und Kochpodcasts und all sowas. Ich ziehe mir einiges an Tipps von den Profis und bin dankbar für kleine Kniffe. Aber so gerne ich unsere Spitzen- und Fernsehköche auch habe – vom wahren Leben in der Küche abseits der Gastronomie haben sie schlicht keine Ahnung.

Das fängt damit an, dass sie mir erzählen wollen, dass ich mir Zeit nehmen soll. Gut Ding will Weile haben und ein gutes Essen läßt sich nicht hetzen. Das ist wohl wahr. Aber wenn ich in der Küche stehe und alle zwei Minuten ein knöttriges Kind oder ein hungriger Autor reinkommt und fragt, wann es denn endlich was zu essen gibt, dann fällt das schwer. Vor allem dann, wenn man den ganzen Tag gearbeitet hat und schlicht nichts vorbereiten konnte. Da muß dann leider mal die Zwiebel auf ihre langsame Dünstung verzichten und wird rabiat durch das heiße Öl gejagt.

Was natürlich die Leidenschaft und Liebe vermissen läßt, mit der ein jedes Essen gekocht werden sollte. Nun bin auch ich der Meinung, dass man es wirklich schmeckt, wenn man mit Hingabe kocht. Aber wenn es das dritte warme Essen ist, das man an diesem Tage kocht und dazu noch schnell einen Kuchen gebacken hat, dann läßt auch beim leidenschaftlichsten Nicht-Profi-Koch die Liebe beim letzten Gericht etwas zu wünschen übrig. Vor allem dann, wenn man nach jedem Mal die Küche wieder selbst aufräumen und putzen muss.

Was mich aber wirklich aufregt, sind Sätze wie

„Man nimmt natürlich nur das hochwertigste Olivenöl, eine Flasche für 7,50 kann ja nichts sein!“
„Nehmen Sie nur die beste Qualität, das schmeckt man!“
„Achten Sie beim Einkauf immer auf Bioqualität, alles andere wird sie nur enttäuschen.“

Ja, liebe Leute, ich weiß ja nicht, was so ein Fernsehkoch heutzutage verdient und wieviel Zeit er so hat, aber ich kann nicht meine Familie stets und ständig und jeden Tag mit höchster – lies teuerster – Qualität verköstigen. Nicht, dass ich es nicht gerne täte – aber ich kann einfach nicht den ganzen Tag von Bauernhof zu Spezialitätengeschäft zu Feinkostladen fahren, da hab ich nicht die Zeit zu. Und Kleinstmengen liefern die nicht. Schon gar nicht ins Dorf.
Aber selbst wenn sie es würden, müssen meine Kinder immer noch eingekleidet werden, ein Haus muß unterhalten werden und andere lebensnotwendige Kleinigkeiten wie Strom und Wasser bezahlt werden. Natürlich gehe ich gerne in den Bioladen und ich will auch gar nicht abstreiten, dass die Qualität dort besser ist – aber es gibt immer wieder Wochen und Monate, in denen es eben der Discounter ist.

Ich finde es sehr problematisch, wenn Leute, die eigentlich Menschen zum kochen animieren sollen, sie eher demotivieren. Denn wenn all diese Köche recht hätten, dann würde 90% meines Essens unglaublich schlecht schmecken. Tut es aber nicht. Natürlich kochen die Jungs und Mädels in einer anderen Liga, das steht völlig ausser Frage. Ihre Gerichte sind raffiniert und haben das gewisse Etwas, was eben den Profi von einem Hobbykoch unterscheidet. Aber das bedeutet nicht, dass alles andere Ausschuss ist.

Ein befreundeter Profi-Koch hat mir mal gesagt, mit Topqualitäten und erlesenen Zutaten kann jeder Schnösel gut kochen. Die Kunst ist es, aus weniger guten Sachen etwas sehr Schmackhaftes zu machen.

Und ich wage zu behaupten, dass die kochende 08/15 Mutter im schnellen, schmackhaften, unkomplizierten und günstigen Essen mindestens genauso ist wie die gesammelte Spitzengastronomie dieses Landes.

Was im übrigen eine klasse Idee wäre – ein Sternekoch geht in meinen Supermarkt, kauft Dinge, die ein normaler Mensch kauft und kocht dann ein Essen, das vor Autor und den Kindern Nummer Eins und Zwei bestehen muss. Ein großer Spaß.

Da das aber wohl eher nicht passieren wird, werde ich mich weiter durch die Kochprogramme wühlen, Hinweise auf angeblich unverzichtbare, aber leider unbezahlbare Ingredenzien ignorieren und mich dafür auf die Tipps stürzen, wie ich eine Sosse auf die verschiedenen Weisen schmackhaft gebunden bekomme. Man muss sich eben immer das raussuchen, was man gerade braucht.

Published in: on 20. Juli 2011 at 21:23  Schreibe einen Kommentar  

Zeichen und Wunder

Auf meinem Besuch in der alten Heimat die Tage sass ich mit Freunden meines Vaters auf der Terrasse. Alle so um die 65, alte Fußball-Haudegen, die in etwa so lange Fußball spielen, wie sie laufen können.

Und wie wir so da sassen, kam das Gespräch ganz unweigerlich auf die Frauen-WM. Und wer denn nun den Titel warum holt. Und warum wir nicht mehr dabei sind. Und wer wann wie hätte eingewechselt werden müssen. Kurz, es war wie immer – wir alle wußten es besser als die Trainerin.

Und genau das war es, was mich stutzen ließ – es wurde ernsthaft über die Spiele und die Fehler diskutiert. Ohne irgendwelches gönnerhaftes Gehabe, welches wir auch bei dieser WM gerne mal in den Medien hören. Eben genauso wie bei den Männern. Um es sehr milde auszudrücken, ich war sprachlos. Und sehr begeistert. Denn es zeigt, dass sich grundlegende Meinungen und Ansichten ändern können, wenn die Grundleistung stimmt.

Ich finde, dass ist ein sehr beruhigender Gedanke.

Published in: on 17. Juli 2011 at 21:31  Schreibe einen Kommentar  

Dinge, die nur Kinder tun

Ja, ich weiß, so ungefähr jedes Kind schneidet sich mal in sehr unvorteilhafter Weise selbst die Haare. Und wer braucht schon einen Pony?

Es ist schön, zu wissen, dass mein Sohn da keine Ausnahme bildet.

Aber muss es, verflucht noch mal, zwei Tage vor der Eisernen Hochzeit der Urgroßeltern sein, bei der gefühlte 24678 Fotos gemacht werden?

Seufz, ja ich weiß, ich werd in ein paar Wochen drüber lachen. Aber heute halt noch nicht.

Published in: on 14. Juli 2011 at 21:17  Schreibe einen Kommentar  

Und es gibt ihn doch – den Dienst am Kunden

Man sollte ja nicht immer nur meckern – obwohl sich die Kundendienste dieses Landes anscheinend gegen mich verschworen haben im Moment. Aber vom Aufregen bekommt man schlechte Laune und Falten.

Und ausserdem ist es unfair, wenn sich denn mal ein Kundendienst angestrengt hat, um Unanehmlichkeiten wieder gut zu machen, ihn danach nicht auch mal zu loben. So wie nach der comma-Geschichte. Nachdem ich nicht an mich halten konnte und Ihnen einen nicht ganz so nett kommentierten Link zum Artikel geschickt habe, bekam ich wieder prompt eine Antwort. Mit einer erneuten Entschuldigung und einem Erklärungsversuch. Und dieses Wochenende kam ein Paket. Mit einem sehr schönen Chiffon-Schal, Sonnencreme umd einem Gutschein.

Sowas muß einfach auch mal erwähnt werden, finde ich. Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass diese absolut strikte Unterteilung zwischen Präsenz- und Online-Shop extrem kundenunfreundlich ist, aber gut. Für mich ist damit die Sache erledigt.

Wobei – nicht so ganz. Dieser Gutschein in Zusammenhang mit dem mittlerweile ebenfalls im Onlineshop runtergesetzten, passenden Blazer war dann leider doch viel zu verlockend und wurde soeben eingelöst.

Man muß eben auch vergeben können. Auch wenn dann das Konto sehr böse mit einem wird.

Published in: on 12. Juli 2011 at 11:54  Schreibe einen Kommentar  

Ernährung: Mutter 1, Nahrungsmittelindustrie 0

Ich habe gerade, weil ich so gar keine Zeit habe heute, Kind Nummer Eins und mir fertige Lasagne aus dem Supermarkt gekauft. Eigentlich wider besseren Wissens, aber harte Zeiten verlangen nach harten Maßnahmen.

Tochter, Pasta-Freak wie ihre Mutter, hat sich auch ordungsgemäß gefreut. Oh, prima, Lasagne.

Bis wir sie uns am Terassentisch geteilt haben. Kind nibbelt hier, probiert da, stochert in jener Ecke und untersucht die andere. Und dann, nach vier Bissen

„Mama, also sei mir nicht böse. Diese Lasagne schmeckt nicht. Deine ist viel besser. Ich mach mir ein Brot.“

Sprachs, stand auf, ging in die Küche und tat genau dieses.

Freu ich mich jetzt, dass ich ein Kind habe, das kulinarisch auf der Höhe ist oder ärgere ich mich, dass die Zeiten des schnellen Essens ein für alle Mal vorbei sind?

Übrigens war die Lasagne wirklich nicht gut – ich lasse sie trotzdem noch mal im Kühlschrank, der Autor kommt nachher heim und dem sind bekanntlich solche Feinheiten egal. Solange nur genug da ist. Was heute eindeutig der Fall ist.

Published in: on 8. Juli 2011 at 12:58  Schreibe einen Kommentar  

Die etwas andere Geburtstagsparty

Es sind Abende wie gestern, an denen ich mich ernsthaft frage, warum bestimmte Dinge immer uns passieren. Wir waren eingeladen, groß eingeladen, zum 235ten Geburtstag der Vereinigten Staaten von Amerika, kurz einer riesigen 4th of July Party der Amerikanischen Botschaft. Obwohl ich nicht damit rechnete, dass man Fotos machen darf, lud ich die kleine Kamera auf und steckte sie in die Handtasche.

Und tatsächlich, ich durfte sie mit reinnehmen. Wie schon bei der Daimler-Hauptversammlung zeigten auch hier Sicherheitsleute, dass das lästige, aber notwendige Taschen durchsuchen und durch den Metalldetektor gehen durchaus zügig und freundlich vonstatten gehen kann. Die Kamera und wir passierten ohne Schwierigkeiten. Und schon der erste Anblick hinter der Villa war fotoreif. Vom Balkon sah man über einen imposanten Garten hinunter zum Yachthafen, links und rechts große, weiße Zelte, eine Bühne – ich kramte die ixus raus. Und schon beim ersten Foto sagte sie was von

„Please insert memory card“ – die leider, leider, leider der Autor vergessen hatte wieder einzulegen, nachdem er sie ausgelesen hatte. Warum auch? Ist ja nur eine ziemliche Ehre, dort geladen zu werden. Und ich wollte so gerne Photos von dem wirklich authentischen und phantastischen Essen – Fingerfood hin oder her – für „Wie sieht´s denn hier aus?“ machen.

Das Gute an der Sache war dann allerdings, dass man sich voll aufs Fest konzentrieren konnte und nicht alles durch den Apperat gesehen hat. Wobei es schon schade war, denn die Marines, die die Fahnenpräsentation machten – direkt vor meiner Nase und somit in guter Fotodistanz – waren schon sehr imposant. Ganz im Gegensatz, wenn ich das mal so sagen darf, zu ihren deutschen Kollegen, deren Uniform dagegen eher wie von Stiefmutter ausgesucht aussah. Noch nicht mal für eine ordentliche Mütze reichte es. So kann das nix werden, Jungs.

Ein wirklich schöne Geste fand ich übrigens, dass nach der amerikanischen Hymne der Botschaftschor die deutsche angestimmt hat – und mit ihm dreiviertel des Gartens. Sehr zum Erstaunen der anwesenden Amerikaner, die noch nie ausserhalb eines Stadions die deutsche Hymne aus mehreren Hundert Kehlen gehört haben. Ich muß sagen – das war Gänsehautfeeling pur.

Wie im übrigen insgesamt die Stimmung eine ganz Besondere war. Sicher, es hat genieselt. Aber ich habe dort nicht ein sauertöpfisches Gesicht gesehen. Alle haben das Fest genossen. Was auch an der absolut wunderbaren Airforce-Band Touch`n Go lag, die mit ihren Songs genau das auf den Punkt gebracht hat, was wir gefühlt haben.

Und das Feuerwerk hätte ich ja eh nicht mit der kleinen Kamera einfangen können. Ich wohne im Osten, ich habe in den letzten 10 Jahren meines Lebens mehr Feuerwerk gesehen als andere in ihrem Leben. Aber das war dann doch eine etwas andere Liga. Trotz verhangenem Himmel – es war unglaublich schön.

Nicht auszudenken, wie es gewesen wäre, wenn das Wetter mitgespielt hätte – die Grenze zum Kitsch wäre überschritten worden. So aber war es einfach nur ein tolles, gelungenes Fest.

USA, thank you for this great birthday party!

Und noch ein Gutes hatte die Vergesslichkeit des Autors – nachdem ich ein derartiges Faß wegen des Kleides, das ich extra für diesen Anlass gekauft habe, aufgemacht habe, kann jetzt keiner fragen, warum man es auf den Bilder nicht sieht und ich nur im Trench rumgelaufen bin.

Published in: on 5. Juli 2011 at 20:56  Schreibe einen Kommentar  

Bettgeschichten mit Steve Jobs

Steve Jobs und ich haben ja eine nicht ganz einfache Beziehung. Aber manchmal muss man auch wissen, wann der Gegenspieler einfach mal was Gutes getan hat.

Mein Sohn ist ja bekanntlich vier. Und hat seit bestimmt zwei Monaten das Problem, nicht alleine einschlafen zu können/wollen. Er ist nicht zu überzeugen, seine Schwester in Ruhe schlafen zu lassen, wenn er nicht pennen kann. Nicht mit Candy und guten Worten. Aber wie ich jetzt rausgefunden habe – mit dem iPad. Ja, man muss mit der Zeit gehen – auch und gerade bei der Kindererpressungüberzeugung.

Also die klare Ansage jetzt in den Sommerferien, damit wir damit in sechs Wochen durch sind, wenn Du in Deinem Bett einschläfst, dann darfst Du morgen früh iPad spielen. Ja, ich weiß. Nein, ich will jetzt keine Diskussion über Medienmißbrauch am frühen Morgen. Diese Methode kann nur verurteilen, wer keine Zweit- bald Drittklässlerin, die keinen Bock mehr auf einen allabendlich in ihr Bett krabbelnden kleinen Bruder hat.

Also erster Abend – klappt. Kind kriegt morgens um halb acht den iPad. Alles ist schön.

Zweiter Abend: Wenn Du in Deinem Bett einschläfst, dann darfst Du morgen früh iPad spielen. Nach dem Ins-Bett gehen herrscht Ruhe. Als ich nachschauen gehe, liegt Kind Nummer Zwei denn auch in seinem Bett. Mit Kind Nummer Eins zusammen. Schlafend. Keine Ahnung, wie er sie dazu gebracht hat. Es wird also Morgen, Kind wacht auf und will den iPad. Mutter geht konträr, er wäre ja schließlich mit Schwesterlein sein zusammen eingeschlafen.

„Mama, also wirklich, Mama Du hast nur gesagt, ich soll in meinem Bett einschlafen…!“

Nicht hilfreicher Einwurf des Autors

„Mutter 0, Kind 1“ Sohn bekam also das Spieleteil, um die Transferleistung Situation – Hirn zu belohnen.

Dritter Abend: Wenn Du *alleine* in Deinem Bett einschläfst, dann darfst Du morgen früh iPad spielen.

Der besagte Spross liegt bei seiner Schwester und hört mit ihr CD. Ich erwähne der Sicherheit halber noch mal kurz den Deal. Er legt den Kopf schief, die Augen wachsen auf das Doppelte und er spricht

„Ach Mama, das können wir doch nicht machen. Das ist doch nicht fair, wenn ich morgen früh spielen darf und meine Schwester nicht, dann ist sie doch traurig!“ Plinker, Plinker. Hat man sowas schon erlebt? Das Blag ist vier! Wie soll das denn bitte in ein paar Jahren werden. Dann hab ich da zwei von der Sorte hier klug rumschnacken und komm argumentativ gar nicht mehr gegen sie an.

Heute morgen war sein erster Satz:

„Mama, Du Kaffee, ich iPad“

Ich bin sehr gespannt, wie das weitergeht. Aber, wie mir am Samstag seine ehemalige Erzieherin im Bioladen sagte, man muss die Kinder eben da abholen, wo sie stehen. Und auf das iPad warten.

Danke, Steve.

Published in: on 3. Juli 2011 at 20:57  Schreibe einen Kommentar