Bettgeschichten mit Steve Jobs

Steve Jobs und ich haben ja eine nicht ganz einfache Beziehung. Aber manchmal muss man auch wissen, wann der Gegenspieler einfach mal was Gutes getan hat.

Mein Sohn ist ja bekanntlich vier. Und hat seit bestimmt zwei Monaten das Problem, nicht alleine einschlafen zu können/wollen. Er ist nicht zu überzeugen, seine Schwester in Ruhe schlafen zu lassen, wenn er nicht pennen kann. Nicht mit Candy und guten Worten. Aber wie ich jetzt rausgefunden habe – mit dem iPad. Ja, man muss mit der Zeit gehen – auch und gerade bei der Kindererpressungüberzeugung.

Also die klare Ansage jetzt in den Sommerferien, damit wir damit in sechs Wochen durch sind, wenn Du in Deinem Bett einschläfst, dann darfst Du morgen früh iPad spielen. Ja, ich weiß. Nein, ich will jetzt keine Diskussion über Medienmißbrauch am frühen Morgen. Diese Methode kann nur verurteilen, wer keine Zweit- bald Drittklässlerin, die keinen Bock mehr auf einen allabendlich in ihr Bett krabbelnden kleinen Bruder hat.

Also erster Abend – klappt. Kind kriegt morgens um halb acht den iPad. Alles ist schön.

Zweiter Abend: Wenn Du in Deinem Bett einschläfst, dann darfst Du morgen früh iPad spielen. Nach dem Ins-Bett gehen herrscht Ruhe. Als ich nachschauen gehe, liegt Kind Nummer Zwei denn auch in seinem Bett. Mit Kind Nummer Eins zusammen. Schlafend. Keine Ahnung, wie er sie dazu gebracht hat. Es wird also Morgen, Kind wacht auf und will den iPad. Mutter geht konträr, er wäre ja schließlich mit Schwesterlein sein zusammen eingeschlafen.

„Mama, also wirklich, Mama Du hast nur gesagt, ich soll in meinem Bett einschlafen…!“

Nicht hilfreicher Einwurf des Autors

„Mutter 0, Kind 1“ Sohn bekam also das Spieleteil, um die Transferleistung Situation – Hirn zu belohnen.

Dritter Abend: Wenn Du *alleine* in Deinem Bett einschläfst, dann darfst Du morgen früh iPad spielen.

Der besagte Spross liegt bei seiner Schwester und hört mit ihr CD. Ich erwähne der Sicherheit halber noch mal kurz den Deal. Er legt den Kopf schief, die Augen wachsen auf das Doppelte und er spricht

„Ach Mama, das können wir doch nicht machen. Das ist doch nicht fair, wenn ich morgen früh spielen darf und meine Schwester nicht, dann ist sie doch traurig!“ Plinker, Plinker. Hat man sowas schon erlebt? Das Blag ist vier! Wie soll das denn bitte in ein paar Jahren werden. Dann hab ich da zwei von der Sorte hier klug rumschnacken und komm argumentativ gar nicht mehr gegen sie an.

Heute morgen war sein erster Satz:

„Mama, Du Kaffee, ich iPad“

Ich bin sehr gespannt, wie das weitergeht. Aber, wie mir am Samstag seine ehemalige Erzieherin im Bioladen sagte, man muss die Kinder eben da abholen, wo sie stehen. Und auf das iPad warten.

Danke, Steve.

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Published in: on 3. Juli 2011 at 20:57  Schreibe einen Kommentar  

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