Die etwas andere Geburtstagsparty

Es sind Abende wie gestern, an denen ich mich ernsthaft frage, warum bestimmte Dinge immer uns passieren. Wir waren eingeladen, groß eingeladen, zum 235ten Geburtstag der Vereinigten Staaten von Amerika, kurz einer riesigen 4th of July Party der Amerikanischen Botschaft. Obwohl ich nicht damit rechnete, dass man Fotos machen darf, lud ich die kleine Kamera auf und steckte sie in die Handtasche.

Und tatsächlich, ich durfte sie mit reinnehmen. Wie schon bei der Daimler-Hauptversammlung zeigten auch hier Sicherheitsleute, dass das lästige, aber notwendige Taschen durchsuchen und durch den Metalldetektor gehen durchaus zügig und freundlich vonstatten gehen kann. Die Kamera und wir passierten ohne Schwierigkeiten. Und schon der erste Anblick hinter der Villa war fotoreif. Vom Balkon sah man über einen imposanten Garten hinunter zum Yachthafen, links und rechts große, weiße Zelte, eine Bühne – ich kramte die ixus raus. Und schon beim ersten Foto sagte sie was von

„Please insert memory card“ – die leider, leider, leider der Autor vergessen hatte wieder einzulegen, nachdem er sie ausgelesen hatte. Warum auch? Ist ja nur eine ziemliche Ehre, dort geladen zu werden. Und ich wollte so gerne Photos von dem wirklich authentischen und phantastischen Essen – Fingerfood hin oder her – für „Wie sieht´s denn hier aus?“ machen.

Das Gute an der Sache war dann allerdings, dass man sich voll aufs Fest konzentrieren konnte und nicht alles durch den Apperat gesehen hat. Wobei es schon schade war, denn die Marines, die die Fahnenpräsentation machten – direkt vor meiner Nase und somit in guter Fotodistanz – waren schon sehr imposant. Ganz im Gegensatz, wenn ich das mal so sagen darf, zu ihren deutschen Kollegen, deren Uniform dagegen eher wie von Stiefmutter ausgesucht aussah. Noch nicht mal für eine ordentliche Mütze reichte es. So kann das nix werden, Jungs.

Ein wirklich schöne Geste fand ich übrigens, dass nach der amerikanischen Hymne der Botschaftschor die deutsche angestimmt hat – und mit ihm dreiviertel des Gartens. Sehr zum Erstaunen der anwesenden Amerikaner, die noch nie ausserhalb eines Stadions die deutsche Hymne aus mehreren Hundert Kehlen gehört haben. Ich muß sagen – das war Gänsehautfeeling pur.

Wie im übrigen insgesamt die Stimmung eine ganz Besondere war. Sicher, es hat genieselt. Aber ich habe dort nicht ein sauertöpfisches Gesicht gesehen. Alle haben das Fest genossen. Was auch an der absolut wunderbaren Airforce-Band Touch`n Go lag, die mit ihren Songs genau das auf den Punkt gebracht hat, was wir gefühlt haben.

Und das Feuerwerk hätte ich ja eh nicht mit der kleinen Kamera einfangen können. Ich wohne im Osten, ich habe in den letzten 10 Jahren meines Lebens mehr Feuerwerk gesehen als andere in ihrem Leben. Aber das war dann doch eine etwas andere Liga. Trotz verhangenem Himmel – es war unglaublich schön.

Nicht auszudenken, wie es gewesen wäre, wenn das Wetter mitgespielt hätte – die Grenze zum Kitsch wäre überschritten worden. So aber war es einfach nur ein tolles, gelungenes Fest.

USA, thank you for this great birthday party!

Und noch ein Gutes hatte die Vergesslichkeit des Autors – nachdem ich ein derartiges Faß wegen des Kleides, das ich extra für diesen Anlass gekauft habe, aufgemacht habe, kann jetzt keiner fragen, warum man es auf den Bilder nicht sieht und ich nur im Trench rumgelaufen bin.

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Published in: on 5. Juli 2011 at 20:56  Schreibe einen Kommentar  

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