Das bißchen Haushalt – heute: Spülen

Die letzten Tage hier sind selbst für unsere Verhältnisse unglaublich stressig. Viel Arbeit, viel Reisserei und viel Gartenarbeit, weil man ja nie weiß, wie lange das Wetter hält.

Und weil ja immer noch was geht, hat uns unsere Spülmaschine verlassen. Also nicht wirklich, aber sie spült so derart unzuverlässig, daß man es auch einfach sein lassen kann. Und kein Spülmaschinenmonteur weit und breit in Sicht. Also bedeutet das abwaschen auf die alte Art.
Was wir ja gerne vergessen, ist, das unsere Kinder das so gar nicht mehr kennen. Also das regelmäßige Spülen und der Kampf, wer abtrocknen muss. Die Geschwisterstreits, die früher um das Thema

„Ich hab schon den Tisch gedeckt, Du machst den Abwasch!!!“

entbrannten. Heutzutage empfinden es die meisten Kinder ja schon als Zumutung, wenn sie die Maschine einräumen müssen – von ausräumen rede ich erst gar nicht.

Nun also das völlige Fehlen des automatischen Helferleins. In meinem Fall fängt die Problematik schon viel früher an – ich hab nicht mehr genug Tockentücher. Ich mein, seit Jahren hängen die bei uns nur noch für die Hände rum – da braucht man jetzt nicht so die Masse. Ich muss gleich noch mal einen Einkauf starten.

Kind Nummer Eins jedenfalls hat gestern den ersten Geschirrberg mit erstaunlichem Gleichmut beäugt, sagte was von

„Ich war ja den ganzen Tag nicht da und hab auch gar nicht hier gegessen, ich muss das nicht wegmachen.“

und wurde vom Auto sehr schnell eingenordet. Was sie mehr erstaunt hat, als das sie protestierte. Und Kind Nummer Zwei hingegen war ehrlich erstaunt.

„Spülen? Mama, was ist Spülen?“ Kleine Stirn in Denkerfalten.

„Eh, das ist nicht Dein Ernst, Kind Nummer Zwei, oder?“

„Meinst Du das Spülen im Waschbecken?“

Nun, ich habe das Gefühl, wir werden unseren Kindern helfen diese Wissenslücke sehr schnell und sehr intensiv aufzufüllen. Bis der Spülmaschinenfritze einen Termin frei hat.

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Published in: on 29. September 2011 at 06:37  Schreibe einen Kommentar  

Das Laufrad der Zeit

Wir räumen und reissen ja hier gerade an allen Ecken und Enden. Und wo wir schon mal mit dem Hänger zur Kippe fahren müssen, kann man sich ja auch von dem Ballast befreien, der in der Garage (und im Garten) lagert, den nun wirklich kein Mensch mehr braucht.

Neben dem sündteuren Kaninchenstall – der ein freundliches, neues Zuhause gefunden hat – waren das vor allem Kindersachen. Das Kinderspielhaus, in dem nicht mehr als 10 Mal gespielt wurde und das hauptsächlich als Lager für Kinderstühle diente. Der Hochstuhl, der nunmehr zwei Kinder ertragen hat und der von Kind Nummer Zwei schon lange verschmäht wird, weil er ein großer Junge ist. Das Laufrad, das Bobbycar, der Roller und der Traktor, weil die Kinder nur noch eins kennen – ihr Fahrrad. Desgleichen der kleine Kindersitz und der Fahrradsitz.

Das ist alles an Kindergarten oder kleine Nachbarsenkel gegangen und das ist besser als auf den Schutthof. Aber ein wenig sentimental wird man da doch noch werden dürfen bei dem Gedanken, daß meine Kinder aus dem Alter raus sind. Das treibt einem schon das eine oder andere Tränchen in die Augen.

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem rein zufällig beide Kinder gerade eine Lesenacht und auf Freundinnenbesuch sind.

Alles eine Frage der richtigen Perspektive.

Published in: on 26. September 2011 at 06:11  Schreibe einen Kommentar  

Das Buch – ein Freund fürs Leben

Wir machen in diesem Haus ja gerade das große Herbstaufräumen. Nicht nur das Arbeitszimmer muß dran glauben, nein, auch die Schränke in den anderen Räumen – wo wir einmal dabei sind. Gestern war Kleider- und Bücherschrank meines Sohnes dran.

Kleider waren einfach. Es wurde ein Shirt genommen das paßt und daran wurden alle anderen Shirts gemessen Alles was kürzer war, kam gnadelos wahlweise in den Altkleidersack oder in den Sack für den Kindergarten.

Interessanter war das bei den Büchern. Meine Kinder stehen uns da ja in nichts nach – sie sind körperlich unfähig irgendwas wegzuschmeissen, was bedrucktes Papier ist. Also mußte ich nachhelfen. Was leider dazu führte, daß ich um jedes einzelne Buch eine harte Diskussion führte. Auch wenn es „Baby-Bücher“ waren. Nun bin ich ja gerne bereit, das eine oder andere Lieblingsbuch zu behalten, auch wenn man rausgewachsen ist. Aber nicht alle. Und so diskutierten wir einen verregneten Nachmittag lang, an dessen Ende ein großer Mulitifunktionsgerätekarton bis zur Hälfte gefüllt war. Soweit so gut, der Karton geht jetzt wahlweise in den Kindergarten oder die Bibliothek.

Aber es hat mir schon ein wenig das Herz gebrochen, als mein Sohn gestern abend noch mal vor dem Karton kniete, mal dieses und mal jenes Buch rausholte. Und als ich dann meinte, es sei nun doch Zeit für das Bett, holte er noch schnell ein Dinosaurier-Fühlbuch raus, seufzte und meinte

„Ja, gleich. Ich muß mich nur von jedem Dino noch mal verabschieden!“

Ich hab das Buch heute wieder rausgeholt und in seinen Schrank gestellt.

Und heute geht die Kiste weg, sonst ist der Schrank wieder voll. Wie die Bruder- und Schwesterexemplare der Eltern. Und das will ja keiner.

Published in: on 19. September 2011 at 07:22  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Die Kinder sind ja immer noch vernarrt in das iPad, vor allem Kind Nummer Zwei. Regulierende Maßnahmen sind da zwingend notwendig, zumal er auch zunehmend unvorsichtiger wird. Treppen gehen mit dem Ding in der Hand wurde daher ersatzlos gestrichen.

„Mama, warum darf ich denn nicht das iPad mit nach oben in mein Zimmer nehmen?“ Aus ungefähr 100 Gründen.

„Aus einigen Gründen nicht. Unter anderem deswegen, weil Du es letztens hast runterfallen lassen.“ Das ist ein Fakt.

„Hab ich gar nicht. Es ist mir nur aus der Hand gerutscht.“

Gut. Machen wir mit den restlichen 99 Gründen weiter.

Published in: on 15. September 2011 at 06:38  Schreibe einen Kommentar  

Es herbstet sehr

Es wird früh Herbst dieses Jahr – nicht nur was das Wetter angeht. Die Possumfamilie hat es dieses Jahr wirklich früh erwischt mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Kopf- und Gliederschmerzen. Vor allem – und das ist selten – das Possum selbst.

Normalerweise gibt es ja in diesem Hause folgenden Krankheitsverlauf: Der Autor oder eines der Kinder fängt sich was ein. Dann fallen bis auf die Mutter einer nach dem anderen um. Sie werden gehegt und gepflegt und wenn sie wieder gesund sind, haut es Muttern einmal hart einen Tag von den Beinen und gut ist es.

Nicht so dieses Mal. Dieses Mal kündigte es sich bei mir als erstes an. Donnerstagabend. Am Freitag war ich schon nur noch auf Dreiviertel-Leistung und war froh, daß der Holzmensch nicht wie abgesprochen am Wochenende liefern wollte. Das muss er gehört haben, denn er rief am Samstagmorgen um acht an und war 30 Minuten später da. Worauf wir dann beide Kinder zur Kinderarbeit zwangen, der mittlerweile auch angeschlagene Autor seine Handschuhe überstreifte und ein subfibriles Possum auf den Holzberg zuwankte.

Man sagt, Schwitzen hilft, aber das tat es in diesem Fall nicht. Und auch die drei Gläser Cremant, die man mir gestern förmlich aufschwatze trugen nicht zur Wiedererlangung meines fröhlichen Selbst bei. Daher wollte ich nur schreiben, daß ich heute keinen Eintrag hinbekomme.

Sorry.

Published in: on 12. September 2011 at 09:54  Schreibe einen Kommentar  

Freitagsfüller

Habe ich heute mal wieder Lust drauf. Danke an Barbara.

1. Kürbisse mag ich am liebsten im Ofen mit Butter und Salz gebacken .

2. Arbeitsreiche, aber aufregenden Wochen liegen vor mir.

3. Als ich 10 Jahre alt war, war kein Buch vor mir sicher.

4. Ein Ipad, ein neues Telefon, ein altes Telefon, eine Kamera und ein zu sortierender Papierberg liegen neben mir auf dem Tisch.

5. Wenn ich leben könnte wo ich wollte dann wäre das irgendwo am Wasser .

6. Lieber September, so ein paar Sonnenstrahlen wären nett!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein paar Folgen von „Lost Girl“ , morgen habe ich einen Gartentag geplant und Sonntag möchte ich mich für ein Photoprojekt von einer Freundin fotographieren lassen.

Published in: on 9. September 2011 at 08:07  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Meine Tochter hat gerade eine gewisse Obsession mit Radschlägen. Immer und überall. Ganz egal wo, wobei sie jetzt die Ansage bekommen hat, dass alles, was vier Wände und ein Dach hat Radschlag-Verbotszone ist, seitdem sie mehrere Fastunfälle hatte, die beinnahe das Abräumen von Regalen mit dem Fuß beinhaltete.

Jedenfalls machte sie mich damit so kirre, dass ich am Wochenende meine noch vorhandenen Kenntnisse zusammen genommen habe und ihr im Garten gezeigt habe, dass ihr Mutter durchaus weiß, wie so ein Rad geht.

Danach herrschte Stille.

Und dann

„Mamaaaa, für eine alte Frau kannst Du das richtig gut.“

Ich nehm auch das, wie so vieles, mal als Kompliment.

Published in: on 7. September 2011 at 06:21  Schreibe einen Kommentar  

Ich weiß, daß ich nichts weiß

Manchmal packt es mich trotz chronischer Zeitnot doch und ich steige in eine Diskussion im Netz ein, wie hier beim kinderdoc – wenn sich noch irgendjemand wundert, warum ich die Kommentarfunktion ausgeschaltet habe, soviel Zeit zu moderieren habe ich wirklich nicht.

Aber dieser Thread hat mir wieder eines gezeigt: wir Menschen, gerade wir Eltern, des anfangenden 21ten Jahrhunderts sind uns so sicher, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Genauso wie die Eltern vor uns – da sind wir keinen Deut besser.

Die Mütter in den 70ern waren 100%ig überzeugt, den Kindern was Gutes zu tun, wenn sie nicht stillen. Untersuchungen zu der Zeit bewiesen das schließlich. Heute weiß man, daß das Gegenteil der Fall ist. Laut Erziehungsratgebern sollte man Babys schreien lassen, weil das die Lungen stärkte und man die Kinder sonst verpimpelte. Von der Störungen in der Urvertrauensbildungsphase oder Dreimonatskoliken sprach noch niemand. Zweisprachig erzogene Kinder würden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überfordert, weil das Kinderhirn diese Herausforderung nicht packt. Das galt als Gesetz (noch heute fragt man mich regelmäßig, ob meine Kinder nicht doch vielleicht später mit dem Sprechen angefangen haben. Die Antwort ist ein klarens „Nein.“ Leider.).

All diese Dinge sind heute mehr als wiederlegt, sie gelten als falsch. Und wer weiß, was man in in 20 Jahren herausgefunden hat. Ich bereite mich schon seelisch darauf vor, von meinen Kindern mich mit dem Vorwurf

„Sag mal, wie konntest Du uns nur damals Möhren geben. Das weiß doch jeder, daß das totaler Schwachsinn ist, ein Wunder, daß wir überlebt haben!“ konfrontiert zu werden.

Von daher sind wir darauf angewiesen, das zu tun, von dem wir meinen, daß es richtig ist – und vielleicht mal über andere Denkansätze zumindest nachzudenken, selbst wenn sie nach dem heutigen Wissensstand unlogisch erscheinen. Auf keinen Fall aber sollte man Forschungen vertrauen, die einfach aufgrund des Untersuchungszeitraums her noch keine validen Ergebnisse geben können. Aber genau das wird im Moment getan.

Im konkreten Fall beim Kinderdoc geht es um Fernseh- und Computerkonsums in seinen verschiedensten Ausprägungen und deren Auswirkungen. Bei Fernsehen lasse ich mir das gefallen, das gibt es schon etwas länger, beim Computergebrauch nicht.

Meine Kinder wurden quasi schon von der Mutterbrust an Medien gewöhnt – das mag man verurteilen, aber wenn man über Monate jede Nacht, alle drei Stunden stillt, dann hat der damalige ZDF-Info Kanal durchaus was Interessantes. Der Fernseher, wenn gerade keine zu stillenden Kinder mehr vorhanden sind, läuft hier abends und seit neuestem dürfen die Kinder ihre Bildschirmzeit selbstständig zwischen Fernsehen und Computer/Nitendo/iPad aufteilen. Ja, auch der Vierjährige. Ja, ich reglementiere was und wie lange geschaut wird. Und ja, meine Kinder dürfen täglich länger gucken als die „5 Minuten Sandmann auf Youtube“. Ja, wir haben einen Fernseher. Ja, es gibt Fernsehsonntage. Ja, es gibt Zeiten in meinem Leben, an denen der Fernseher oder auch der Computer – seit neuestem das iPad – Babysitter ist. Ja, es gibt Tage, an denen alle elektronischen Medien aus bleiben.

Und ja, ich denke auch, daß ein Aufwachsen mit allen Medien meinen Kindern eher nützt denn schadet. Indem sie sehr frühzeitig lernen, vernünftig mit den gar nicht mehr so neuen Technologien umzugehen – und zwar zu Lernzwecken wie auch zu Freizeitzwecken. Sie lernen ihr englisches ABC mit der ElectricCompany – wie schon ihr Vater vor Ihnen. Sie sitzen gebannt vor dem Ausbruch des Vesuvs. Sie stellen gesehene Experimente nach und verifizieren für sich die Ergebnisse. Und sie spielen auch ab und an AngryBirds.

Unsere Kinder sind an einem Punkt, an dem wir nie waren. So wie wir Möglichkeiten hatten, die unseren Eltern nie offenstanden – eines der Merkmale des vergangenen Jahrhunderts, wenn man mich fragt. Durch die technischen und sozialen Entwicklungen ist das Leben als solches durchlässiger geworden. Jetzt müssen wir nur noch mit unserem Denken da hinterher kommen.

Von daher kann ich leider auch keine Antwort darauf geben, ob ich es richtig mache, meinen Kinder extrem frühzeitig Medienkompetenz zu lehren. Wir werden dann in 20 Jahre wissen, ob überhaupt jemand und wer von uns recht hatte. Nur eins ist sicher: Dinge, die man selbst nicht mag von Kindern fernzuhalten, hat noch nie funktioniert.

Also bleibt uns allen nur eins: Schon mal für die Therapierechnungen sparen und hoffen, daß unsere Kinder uns unsere Fehler verzeihen.

Published in: on 3. September 2011 at 09:57  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Kind Nummer Zwei und ich sprechen über andere Länder.

„Mama, wie muss man in London sprechen?“ Wie um alles in der Welt kommt dieses Kind auf London?

„Englisch, mein Schatz!“ Stirn in Denkerfalten, Augen zusammengekniffen, man sieht das Hirn arbeiten.

„Aber zu sich selbst? Darf man da dann zu sich selbst in German reden?“

Ja, ich bin sicher, da werden die Londoner nichts dagegen haben.

Published in: on 1. September 2011 at 19:04  Schreibe einen Kommentar