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Spontanität will geplant sein

Ich liebe ja Frauenzeitschriften-Psychotests. Und da kommt immer gerne die Frage drin vor:

„Was tun Sie, wenn Ihnen Ihre Freundin am Freitagnachmittag sagt, sie habe für das Wochenende Tickets für Rom? a) Ich bitte mir Bedenkzeit aus b) Ich habe schon seit Wochen was anderes vor c) Ich packe meine Tasche d) Was für eine Freundin?“

Ich war immer der C-Typ. Spontan, offen für alles und jede Schandtat bereit. Selbst mit einem Säugling war ich noch bereit innerhalb von 2 Tagen nach Spanien abzureisen. Alles kein Problem, was die nur alle immer haben – Ha!

Wahrscheinlich haben die alle nicht nur ein Kind, sondern mindestens zwei und die sind dem Säuglingsalter entwachsen, was eigene Aktivitäten beinhaltet. Man findet sehr schnell heraus, wie limitiert die eigene Zeit ist. Und zwar nicht nur an den festgelegten Tagen, an denen Sport, Tanzen oder Musik ist. Nein, nein, über Wochen sind die Wochenende mit Übernachtungen, Aufführungen, Laternenumzügen und der Geier weiss-was belegt.

Den Vogel hat jetzt meine Tochter abgeschossen, als sie mit einer Anfrage ankam, ob sie denn im Sommer eine Woche ins Sommerlager mit dem Verein darf. Das ist in einem dreiviertel Jahr.

Solcherlei Planung läßt noch genau zwei Schlüsse zu. Entweder man plant alles wirklich Wochen und Monate vorher und ist schwer unflexibel oder aber gar nichts mehr und ist sehr, sehr spontan. Und manchmal geht auch beides. Wie letztens, als Kind Nummer Zwei lang geplant auf einem Geburtstag war und sich Kind Nummer Eins kurzfristig zum Reiten zu einer Freundin verabschiedete. Der Autor auf der Arbeit und man hat plötzlich einen Nachmittag für sich, den man auch nicht mit Dingen wie Arbeit oder Hausarbeit verplempern möchte. Also ruft man Freundinnen an.

Die natürlich alle eigentlich nicht können, weil sie Kinder und Arbeit haben und alles gut durchorganisiert und geplant werden will. Aber einen schnellen Kaffee können fast alle irgendwie noch reinquetschen. Spontanität ist eben auch eine Größe, die eher relativ ist.

Und der Kaffee schmeckt in Rom auch nicht besser als im Dorf.

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Mach Dich nackisch!

Wenn einer eine Reise mit dem Flugzeug tut, dann muß er durch viele Sicherheitskontrollen. Egal von wo nach wo – Spaß macht das nirgendwo. Nur gibt es graduelle Unterschiede.

Am professionellsten sind unserer Erfahrung nach die Engländer. Klar, wer knapp 40 Jahre bewaffneten Terror hinter sich hat, der hat Zeit zum üben. Nirgendwo geht die Sicherheitskontrolle so reibungslos und zügig von der Bühne wie da. Eltern mit Kindern sind im Vorteil, sie werden bei der Passkontrolle gnadenlos aus der Schlange geholt und vorgezogen. Und es gibt eine familyline mit Regenbogen, wenn es denn zurück in den Sicherheitsbereich geht. Kleiner Tip, es schadet nicht, wenn die Kinder auf Kommando unglaublich übermüdet, aber dennoch sehr süss gucken können.

Das hilft auch bei der Einreise in die USA, sofern man nicht in Newark oder New York landet. Auch in den Staaten werden neuerdings bei der Einreise Familien mit Kindern meist bevorzugt behandelt. Kein Wunder ist, die örtliche Flughafensicherung TSA drüben bekommt von allen Seiten unglaubliche Prügel. Was unter anderem wohl auch am Nacktscanner liegt, den sie dort an vielen Flughäfen einsetzen (das nahezu komplette Fehlen von Funden und Ergebnissen hilft auch nicht wirklich im Beliebtheitsranking).

Wobei es durchaus so ist, dass man nicht durch den Scanner gehen muss. Man kann verweigern und bekommt dann einen „Pat-Down“ – man wird also abgetastet, mal mehr, mal weniger intensiv und gründlich. Viele Amerikaner ziehen das auch durch, als Ausländer tut man sich da doch etwas schwerer, sich einfach zu verweigern, man ist ja schließlich Gast. In den Medien und Blogs (und auf den Flughäfen) wird heftigst über das Thema diskutiert, die Behörde kommt dabei doch eher schlecht weg. Mein derzeitiger Favorit ist die Vorstellung, dass ein Tampon im Scanner aussieht wie ein kleines Stück Dynamit und ob der dann auch gesondert kontrolliert wird. Und wie das dann aussehen könnte. Ebenso werden wohl Slipeinlagen zwar sichtbar, aber wohl eher nicht kontrolliert. Hmmmmmmm.

Wie ich also geduldig in der überall auf der Welt langen Schlange stehe und mir überlege, ob ich meine Kinder und mich nicht lieber abtasten lassen will, frage ich mich, ob die Beamten mich wiederum fragen, ob ich denn wohl schwanger sei, bevor sie mich durch das Ding jagen (Deutsche haben zur Radioaktivität ja eher ein gespanntes Verhältnis – egal wie gering die Dosis auch sein mag), bin ich auch schon dran. Und siehe da – die Kinder und ich werden durch das Nullachtfuffzehn-Piepsdingens geleitet, der Autor wird via Technik naggisch gemacht. Zumindest in Phoenix ist ihnen die Gefahr des Verklagtwerdens aufgrund eventueller Folgeschäden denn wohl doch zu gross. Mittlerweile sieht die Praxis anscheinend so aus, dass zumindest Kinder generell nicht mehr gescannt werden, weil schlicht die gesundheitlichen Risiken gar nicht abgeschätzt werden können.

In Deutschland wurden die Dinger erstmal wegen Ineffektivität wieder eingezogen. Dafür wird man in diesem Land mit Kindern garantiert nicht vorgezogen, da können sie süss gucken bis die Sicherheitsbeamten Löcher in den Zähnen haben. Und wirklich freundlich waren sie hier bei der Ausreise auch nicht. Aber hier kann ich mich wenigstens gepflegt aufregen – was ich sehr zum Leidwesen des Autors denn auch tue.

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Zitat des Tages

Meine Tochter ist ein Mensch, der sehr pur genießt. Obst ohne störende Beilagen wie Dessert, Gemüse am besten roh ohne Sauce, Nudeln am liebsten mit Butter und „diesem französischen Salz, das mir die Franglish-Tochter mitgebracht hat“. Nur hat Mutter manchmal leider nicht das Gewünschte im Haus.

Und so kam es zum im Haus mittlerweile berühmten Ausspruch, als meine Tochter naserümpfend auf ihre Spaghetti zeigte und sagte

„Mama, ist das Butter oder Margarita?“

Immerhin, solange sie diese Frage so stellt brauchen wir uns noch keine Sorgen zu machen.

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Ein iPad auf Reisen

Wir waren in den Ferien ja in den USA. Und kurz bevor wir abegeflogen sind, habe ich mit Kind Nummer Zwei meine Scherze gemacht, weil er uns seinerseits in den Wahnsinn getrieben hat mit seinen „Wieviel Mal noch schlafen?“-Fragen. Also meinte ich zwei Tage vor der Abfahrt

„Oder, Schatz, sollen wir doch hierbleiben?“ Kurzes Schweigen.

„Fährt Daddy dann allein?“ Pause. „Fährt Daddy dann alleine und nimmt den iPad mit?“ Verzweifelter Versuch der Contenance bei Mutter.

„Ja.“ Mehr war ohne Lachen nicht drin.

„Wie lange ist er denn dann weg? Also er und der iPad?“

Es ist doch schön, wenn man weiß, daß man um seiner selbst geliebt wird.

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Freunde

Du weißt, dass Du echte Freunde hast, wenn…

…sie nicht ein, sondern gleich zweimal am Tag vorbei kommen um die Katze zu versorgen, Rollos rauf und runter zu lassen und sich ab und an auf die Terasse setzen, um das Haus bewohnt aussehen zu lassen, während man selbst im Urlaub ist.

…anstatt dass sie eine SMS schreiben, dass das Auto mit dem großen Kofferraum kaputt gegangen ist und man bitte vom Flughafen aus ein Taxi nehmen soll, aktivieren sie lieber andere Bekannte und kommen mit zwei Wagen.

…kochen sie uns eine gute, bodenständige Suppe, fahren mit Bus und Bahn zum Flughafen und übergeben sie uns, damit man dann zuhause angekommen schnell was Warmes in den Bauch bekommt.

Und ich rede hier nicht von ein oder zwei Leuten sondern von fünfen!

Danke!

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Wer nicht hören will, muß fühlen

Es gibt alte Volksweisheiten, die stimmen einfach heute noch, auch wenn man es nicht wahrhaben will und es für Relikte aus vergangenen Erziehungszeit hält.

Mein Sohn hat das gestern sehr eindrucksvoll gezeigt, als ich Muffins gebacken habe. Ich habe keine Ahnung, wie oft ich ihm schon gesagt habe, dass ein Blech, welches gerade aus dem Ofen kommt heiß ist. Sehr heiß.

Gestern war ich mit der Warnung einen Tad zu spät und er ging mit dem Mund an das sehr heiße Muffinblech. Ein Zischen, ein mühsam unterdrückter Schrei und der Rest war viel Kühlen.

Jetzt hat seine Unterlippe gerade an der sensiblen Stelle zwischen Rand und Haut eine Kruste und tut ihm sauweh. Und er tut mir auch sehr leid. Manchmal hasse ich es, wenn ich recht habe.

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Für einen guten Gin ist es nie zu früh

Manchmal gibt es ja auch in meinem Leben noch Dinge, die ich noch nie gemacht habe. Und man soll es nicht meinen, aber ich bin eine starke Befürworterin der Theorie, dass man harte Alkoholika wie Gin oder so erst nach fünf Uhr nachmittags zu sich nehmen sollte – Cocktailkurse mal ausgenommen.

Ja.

Gestern waren wir mit den Kindern eingeladen und ich wurde so gegen halb drei gefragt, was ich den trinken wollen würde. Wein, Sekt, Kaffee, Gin Tonic….Ein Blick zur Flasche zeigte mir, dass es verflucht guter Gin war. Und irgendwie fühlte ich mich auch sehr danach. Aber um halb drei nachmittags? Wie sieht das denn bitte aus? Und so fragte ich die Gastgeberin, ob sie wenn denn dann mittrinken…Ein Blick, ein Schnauben und ein „Aber klar“ später sass ich am Tisch mit einem guten Drink.

Und gerade als ich mich fragte, wie unverschämt es wäre, nach einem zweiten zu fragen, offerierte der Hausherr den einzigen Cocktail, den er könne, der dafür aber sehr gut sei – Margarita. Was eine Schwäche von mir ist.

Und noch mal ja – die Margarita war extrem lecker.

Ich will es so ausdrücken: Wenn man so früh am Tag anfängt zu trinken, dann ist selbiger verflucht kurz. Und man sollte es nicht öfter machen. Aber es hat den Vorteil, dass man am nächsten Tag keinen Kater hat, weil man schon um acht eingschlafen ist. Auch eine Erfahrung.

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