Abenteuer in der Großstadt – heute: Die Commerzbank

Lieber Vorstand, Aufsichtsrat, whomeveritmayconcern der Commerzbank,

ich rede ja schon gar nicht darüber, dass mir meine ec-Karte über Monate schon nicht ersetzt wird, da die Auffassung besteht:

„Wenn die Karte in Geschäften nicht eingelesen werden kann, wohl aber am Bankautomaten, dann liegt das nicht an der Karte, sondern an den Lesegeräten.“

Ich würde zwar wirklich gerne einen der oberen Commerzbankler mal sehen, der an der Kasse steht, hinter einem eine Schlange bis zur Wursttheke und die Kassiererin muß das Karteneinsteckprozedere zweimal wiederholen, denn erst beim dritten Mal funktioniert es dann auf wundersame Weise. Jedes Mal. Aber gut, geschenkt.

Was mich aber wirklich, wirklich gestern genervt hat war die Tatsache, dass ich durch halb Pankow gerannt bin, um an einem Geldautomaten Bares abzuholen. Mit einem Kind im Schlepptau versteht sich. Beim ersten Commerzbankautomaten hieß es

„Diese Karte ist für diesen Automaten nicht gültig.“ Huh? Und das gleich drei Mal. Alle anderen Karten waren übrigens gültig – nur leider wußte ich meine anderen Geheimzahlen nicht mehr.

Bei dem Automaten der exotischen Bank wurde die Karte zwar genommen, aber die wollten 4,99 Euro für die Abhebung haben und das war ich nicht bereit zu berappen. In der nächsten Filiale – nur 1km weiter und das alles im Dunkeln, auf hohen Absätzen mit einem Kind, das seine Ohringe davonschwimmen sah – der Commerzbank hieß es dann wieder

„Diese Karte ist für diesen Automaten nicht gültig.“ Da wurde ich dann ernsthaft fuchsig. Unnötig zu sagen, dass es um kurz vor fünf auch keinen Kundendienst mehr gab. Letzter Versuch bei der Norris Bank gegenüber – und siehe da, es klappt.

Jetzt frag ich mich, liegt es jetzt an meiner Karte, die ja angeblich total in Ordnung ist oder liegt es an Ihren Automaten, dass ich nicht an mein Geld rankomme, wenn ich es brauche? So oder so extrem ärgerlich.

So ärgerlich, dass ich heute meine Filiale aufsuchte und sehr höflich, aber sehr bestimmt *bitte* eine neue Karte verlangte, wenn schon die eigene Bank sie nicht nicht mehr nimmt. Die Mitarbeiter waren auch sehr hilfreich. Allein, es klappte nicht. Weil nämlich der Computer dort gar keine Karten mehr gefunden hat. Nicht eine mehr. Weder meine noch irgendeine andere und somit konnte auch keine neue bestellt werden. Computerprobleme, wie es hieß. Die scheint es ja in Ihrem Hause neuerdings häufiger mal zu geben.

Ich wäre Ihnen sehr zu Dank verbunden, wenn sie diese in den Griff bekommen würden. Meine Füße, die kilometerweit in hohen Absätzen über Kopfsteinpflaster gerannt sind, wären Ihnen sehr zu Dank verbunden. Und meine Nerven, die sich gestern sehr intensiv mit dem Gedanken, aufgrund von Bargeldmangel nicht mehr aus dem Parkhaus zu kommen, beschäftigen mußten, wären Ihnen noch mehr zu Dank verbunden.

Mit freundlichen Grüßen

dasPossum

Published in: on 29. November 2011 at 16:10  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Wir sind machen gerade agressives Weihnachtsdekoaufbauen. Die Kinder helfen sehr fleißig mit. Während Kind Nummer Zwei zwischen aufgeregtem Auf- und Abhüpfen mit gefalteten Händen andächtigem Staunen schwankt, hilft Kind Nummer Eins mit.

„Mama, Mama kann ich schon die Grippe aufbauen?“

Ja, darfst Du. Und leg den Hustensaft gleich daneben.

Published in: on 25. November 2011 at 14:20  Schreibe einen Kommentar  

Diskussion des Tages

Kind Nummer Eins ist auf dem Perlentierherstelltrip. Gestern fing sie damit an und wuselte sich konzentriert durch die Anleitung. Kind Nummer Zwei saß daneben und spielte mit den Perlen. Und ließ sie einmal quer durch die Küche fallen, ob aus Versehen oder Unachtsamkeit ließ sich nicht mehr rekonstruieren.

„Mann, ey, Kind Nummer Zwei, nicht runterfallen lassen, die sind wichtig, jetzt ist die gelbe Perle weg. Maaaaannn!“

Kind Nummer Zwei schlich mit gesenktem Kopf von dannen.

Drei Minuten später macht es ein ähnliches Geräusch und Tochter hat den halben Kasten auf der Erde verteilt. Kein Ton sonst war zu hören. Mutter beschließt, es ist Zeit für eine Moral.

„Ehm, für genau diese Sache hast Du Deinen Bruder gerade angeschrien!“

„Mama! Das war doch nicht absichtlich!“

„Bei ihm vielleicht auch nicht!“

„Ja, aber Mama, ich kann mich doch nicht selbst anschreien!“

Oh, ich tu das dauernd mein Kind. Ein Zeichen geistiger Gesundheit. Oder so.

Published in: on 23. November 2011 at 08:00  Schreibe einen Kommentar  

Einmal für fünf Euro, bitte!

Ich war gestern mit Frau Lostinabadbook, ihrer und meiner Tochter auf dem Heldenmarkt. Und weil sie ja jetzt schon fast ganz gross sind, bekamen sie Taschengeld in die Hand gedrückt und durften alleine auf der Messe rumlaufen. Was sie auch ganz stolz taten und pünktlich wieder am Treffpunkt waren. Leider konnten sie das Taschengeld nicht ausgeben und da das ja nun gar nicht geht, sind wir danach noch in ein großes Kaufhaus am Alex mit Spielwarenabteilung.

Himmel.

Ich hatte ja keine Ahnung, wieviel Zeit man mit zwei Achtjährigen in deren Paradies verbringen kann, wenn sie fünf Euro zum Verprassen haben. Wir haben es auf fast eine Stunde gebraucht. Ich glaube, es gibt kein einziges Regal, dass wir nicht durchforstet haben. Nun könnte man einwenden, dass es doch gut ist, wie sich gut sich unsere Kinder informieren, bevor sie Geld ausgeben. Ja, das ist die gute Seite.

Die schlechte ist, dass wir Mütter durch alle Regale mit und hilfreiche Kommentare geben mußten. Hat jemand eine Ahnung, wieviel Mist es auf dem deutschen Spielzeugmarkt so gibt? Ich meine, ich kenne hier ja nur noch „Den kleinen Laden“ eine Art Kiosk, der den Dorfkindern große Augen beschert und von uns Erziehungsberechtigten so lange wie es geht den Kindern als das Spielzeugparadies schlechthin verkauft wird. Der Inhalt des ganzen Laden paßt in etwa in zwei Reihen des Kaufhauses. Als ich das äußerte schaute mich Frau Lostinabadbook mitleidig an und wies mich an, dem Profi zuzuschauen und zu lernen.

Und tatsächlich lotste sie unsere Mädels vom schlimmsten Plastikmüll hin zu den pädagogisch wertvollen Sachen wie Puzzle und Experimente. Leider blieben die Beiden davon unbeeindruckt, konnten sich nach lebhafter Diskussion aber doch für etwas wenigstens ansatzweise Kreatives entscheiden, was dann leider sechs Euro kostete. Nun sind wir ja nicht erst seit gestern Mütter und so versprachen wir flugs, den restlichen Euro zu spendieren. Was sich beide wiederum nicht zwei Mal sagen ließen und jetzt stolze Besitzerinnen eines sehr pastellfarbigen Inneneinrichtungsdesigner-Buches sind. Mit rosa Schablonen zwar, aber man kann nicht alles haben im Leben.

Außerdem, wer weiß? Vielleicht ist gestern der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere als Interior Designer gelegt worden. Zartgrün kommt bestimmt bald wieder als Hausfarbe.

Published in: on 20. November 2011 at 19:58  Schreibe einen Kommentar  

Alle ungeraden Jahre wieder

An sich bin ich nicht abergläubisch – jedenfalls nicht besonders. Freitag, der 13 ist ein nomaler Tag für mich, schwarze Katzen kreuzen hier täglich die Fahrbahn und ob ich nun unter einer Leiter drunter durchgehe oder nicht *achselzuck*.

Aber ich bin der festen Überzeugung, dass ungerade Jahre Unglück bringen. Jedenfalls im großen, kosmischen Ganzen. Anders läßt es sich nicht erklären, dass dieser Familie nebst engerem und weiterem Bekanntenkreis alles Böse in ungraden Jahren widerfährt.

Krebs, Unfälle, fehlgeschlagene OPs, Krankenhausaufenthalte, sonstige Erkrankungen… so geht das in einer Tour durch. Egal, mit wem ich in den letzten Wochen gesprochen habe, jedem ist irgendwas passiert. Aber nie was Gutes.

Das bedeutet zwar im Umkehrschluß nicht, dass in geraden Jahren nur Gutes passiert – das wäre mal nett. Aber immerhin sind sie meist eine gewisse Ruhephase zum Kräftesammeln.

Wenn sich dann dieses Jahr bitte ohne noch weitere Probleme verabschieden könnte, dass wäre wirklich ganz reizend von ihm.

Published in: on 16. November 2011 at 20:41  Schreibe einen Kommentar  

Und sie sind doch anders

Ich bin einfach keine Jungs-Mutter. Mit Mädchen ist das einfach. Schon im zarten Alter von fünf Jahren, giggeln und kichern sie, wenn mehr als zwei zusammen sind. Das einzige absichtliche Körpergeräusch ist ein Glucksen, alles andere ist ihnen peinlich, sie laufen rot an und entschuldigen sich.

Jungs sind da anders. Jungs machen mit allen Körperöffnungen Geräusche. Laute, absichtliche Geräusche. Wiederholt. Überall. Und dann reden sie drüber. Ebenfalls laut. Und selbst wenn sie wissen, dass es jetzt gerade wirklich unpassend ist, dann lächeln sie entwaffnend und sagen – gut hörbar für alle –

„Entschuldigung, ich hab am Tisch gepupt (gerülpst, gepopelt whatever)!“

Und nein, das ist alles kein Vorurteil – das ist so. Wirklich. Ich weiß das. Ich habe heute einen Kindergeburtstag mit lauter Fünfjährigen kleinen Kindergartenjungens hinter mir. Und mir ist so egal, ob das genetisch oder anerzogen ist.

Nur gut, dass Jungs wie Mädels nach 3 Stunden wirklich hartem Spielen und Toben im Auto einfach einpennen. Und alles, was man dann noch hört, ist ein leises Schnarchen.

Himmlisch.

Published in: on 13. November 2011 at 21:18  Schreibe einen Kommentar  

Wie man einen Geburtstag feiert

Kind Nummer Zwei wird heute fünf Jahre. Ich erspare meinen Lesern tränenstickenden Pathos – das habe ich heute morgen in meinem stillen Kämmerlein schon hinter mich gebracht. Stattdessen widmen wir uns der Frage, was so ein Viereinhalbkäsehoch an so einem Tag machen will, wenn die Feier erst am Wochenende stattfinden kann.

Schwimmbad? Legoland? Museum? Sternwarte?

„Ach Mama, eigentlich möchte ich nur mit mein Daddy heute den ganzen Nachmittag hier sein und mein neues Lego (und davon hat er viel bekommen, sehr viel, Anm.d.M.) aufbauen.“ Staunen der Mutter, hilfloses HändeindieLuftwerfen der Schwester, die so gerne was anderes gemacht hätte.

„Okeeeee, wenn Du das möchtest.“ Es ist schließlich sein Geburtstag.

„Ja, möchte ich. Aber Mama! Ohne nap und ohne Mail gucken!“ So ein Fünfjähriger ist ja schon nicht blöd.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, mein Engelchen!

Published in: on 10. November 2011 at 15:23  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Heute von der Uroma der Kinder.

Wir saßen in der alten Westfalenheimat um meinen Laptop, um den Umzug der Possumtante zu organisieren. Irgendwann meinte Omma

„Kokkel, was ist Kokkel? Immer steht da Kokkel.“ Häh?

„Wo siehst Du Kokkel?“ Omma fuchtelt aufgeregt mit dem Finger Richtung Bildschirm

„Daaaa, da schon wieder. Kokkel!“ Und zeigt triumphierend auf das Google-Fenster.

Merke, die Anglisierung der deutschen Sprache ist weiter, als wir Mitvierziger uns das so allgemein meinen.

Published in: on 7. November 2011 at 07:40  Schreibe einen Kommentar  

Noch was, was weg ist…

Und richtig nervig wird es, wenn nicht nur das Netz und damit der iChat nicht funktioniert sondern auch die Stimme total weg ist und man noch nicht mal telefonieren kann.

Aber sowas von weg.

Ich geh mal Tee trinken und Bonbons lutschen.

Published in: on 6. November 2011 at 09:00  Schreibe einen Kommentar  

Und dann war es plötzlich weg

Mein Netz war gestern weg. Einfach weg. Und weil sowas immer dann passiert, wenn man es nicht brauchen kann, rief nicht nur eine Kundin an, die dringend was von mir via Mail brauchte, nein auch Frau Lostinabadbook hatte eine Frage zu Wie sieht´s denn hier aus? und dieses Blog wartete auch dringend auf mich.

Den ganzen Nachmittag und den ganzen Abend war ich quasi abgeschnitten. Ich hasse das. Ich kann ohne Handy. Ich kann mit Sicherheit ohne Fernsehen. Aber ohne Internetzugang? No way.

Seufz, hat jemand die Webadresse, die eine online Selbsthilfegruppe bietet?

Published in: on 5. November 2011 at 08:54  Schreibe einen Kommentar