Einmal für fünf Euro, bitte!

Ich war gestern mit Frau Lostinabadbook, ihrer und meiner Tochter auf dem Heldenmarkt. Und weil sie ja jetzt schon fast ganz gross sind, bekamen sie Taschengeld in die Hand gedrückt und durften alleine auf der Messe rumlaufen. Was sie auch ganz stolz taten und pünktlich wieder am Treffpunkt waren. Leider konnten sie das Taschengeld nicht ausgeben und da das ja nun gar nicht geht, sind wir danach noch in ein großes Kaufhaus am Alex mit Spielwarenabteilung.

Himmel.

Ich hatte ja keine Ahnung, wieviel Zeit man mit zwei Achtjährigen in deren Paradies verbringen kann, wenn sie fünf Euro zum Verprassen haben. Wir haben es auf fast eine Stunde gebraucht. Ich glaube, es gibt kein einziges Regal, dass wir nicht durchforstet haben. Nun könnte man einwenden, dass es doch gut ist, wie sich gut sich unsere Kinder informieren, bevor sie Geld ausgeben. Ja, das ist die gute Seite.

Die schlechte ist, dass wir Mütter durch alle Regale mit und hilfreiche Kommentare geben mußten. Hat jemand eine Ahnung, wieviel Mist es auf dem deutschen Spielzeugmarkt so gibt? Ich meine, ich kenne hier ja nur noch “Den kleinen Laden” eine Art Kiosk, der den Dorfkindern große Augen beschert und von uns Erziehungsberechtigten so lange wie es geht den Kindern als das Spielzeugparadies schlechthin verkauft wird. Der Inhalt des ganzen Laden paßt in etwa in zwei Reihen des Kaufhauses. Als ich das äußerte schaute mich Frau Lostinabadbook mitleidig an und wies mich an, dem Profi zuzuschauen und zu lernen.

Und tatsächlich lotste sie unsere Mädels vom schlimmsten Plastikmüll hin zu den pädagogisch wertvollen Sachen wie Puzzle und Experimente. Leider blieben die Beiden davon unbeeindruckt, konnten sich nach lebhafter Diskussion aber doch für etwas wenigstens ansatzweise Kreatives entscheiden, was dann leider sechs Euro kostete. Nun sind wir ja nicht erst seit gestern Mütter und so versprachen wir flugs, den restlichen Euro zu spendieren. Was sich beide wiederum nicht zwei Mal sagen ließen und jetzt stolze Besitzerinnen eines sehr pastellfarbigen Inneneinrichtungsdesigner-Buches sind. Mit rosa Schablonen zwar, aber man kann nicht alles haben im Leben.

Außerdem, wer weiß? Vielleicht ist gestern der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere als Interior Designer gelegt worden. Zartgrün kommt bestimmt bald wieder als Hausfarbe.

Published in: on 20. November 2011 at 19:58  Hinterlasse einen Kommentar  
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