Neuer Berg, neuer Versuch

So, ich wäre dann wieder auf dem Berg. Wie jedes Jahr um diese Zeit.
Diesmal hat es uns ins schöne Salzburgerland verschlagen und bevor ich hier über das endgeniale Hotel einen Bericht verfasse – und der wird kommen – habe ich eine Neuigkeit zu verkünden:

Ich bin gar nicht zu blöd zum Skifahren. Ich hatte nur Skilehrer, die, sagen wir es vorsichtig, nicht wirklich meinen Bedürfnissen entsprachen. Wir erinnern uns, wie ich mit den Skispitzen über der schwarzen Piste hing bzw. grün und blau wieder gekommen bin. Da ich ja nichts, wenn nicht hartnäckig bin, habe ich – neues Skigebiet, neues Glück – mich wieder angemeldet. Ich wurde auch noch nicht mal in die totale Anfängergruppe gestuft, sondern durfte bei den Fastschon-Fortgeschrittenen mitmachen. Nur, dass mir dieser Skilehrer irgendwie was ganz anderes erzählt, als die anderen seiner Zunft zuvor.

Ich erspare hier jetzt Einzelheiten, aber seitdem ich mich nicht mehr vor, während oder in der Kurve aufrichte und darauf achte, dass meine Zehen breit und entspannt sind (huh? Zehen? Ja, Zehen. Denn wenn die sich in den Schuh krallen, dann ist man verkrampft und dann hat man keine Kontrolle über den Ski! Logisch? Ja, aber das hätte man mir vielleicht auch mal vorher erzählen können.) komme ich ohne Stürze Berge runter, bei denen mir früher schon von unten ein Schauer über den Rücken lief.

Das mag auch daran liegen, dass ich die Sicherheit habe, jederzeit mit dem Lift wieder runterzukommen und ich nicht zu irgendwelchen Stunts, die ich schlicht nicht kann überredet werde. Oder ich sagen kann, dass ich jetzt aussteige, wenn ich merke, dass mich die Kraft verläßt. Und zwar ohne irgendwelches Augenrollen oder irgendgeartete Überredungskünste des Lehrers.

Natürlich, auch er sagt uns dann *nachher*, dass das jetzt die schwierigste Stelle war. Aber da bin ich dann mittlerweile schon sicher runtergekommen – meist übrigens ich Bangbüchs direkt hinter dem Mann in Rot.

Was ich eigentlich nur allen Spätanfängern da draussen sagen will – laßt Euch nicht erzählen, dass ihr es nicht könnt, ihr habt einfach bisher den für Euch falschen Lehrer gehabt. Denn wenn ich es schaffe fast angst- und sturzfrei einen Berg runter zu kommen, dann schafft es wirklich jeder andere auch.

Wirklich jetzt.

Published in: on 31. Januar 2012 at 18:42  Hinterlasse einen Kommentar  

Freitagsfüller

Seit langem mal wieder. Danke an Barbara

1. Es wird Zeit dass dieses Jahr kapiert, dass es nicht da weitermachen muss, wo 2011 aufgehört hat .

2. Kopf hoch , und vergiss nicht immer ein Tag nach dem nächsten.

3. Gestern abend habe ich das Dschungelcamp geguckt und ich steh dazu:-).

4. Meint der Winter diese nasskalten Temperaturen im Fastschonfrühling im Ernst?

5. Als Kind musste ich mir mehr Sorgen über mein Zeugnis machen als meine Tochter.

6. Heute denke ich anders über die ganze Sache mit dem Drama der Zeugnisse. (sorry, etwas gedehnt)

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf etwas Zeit im Garden of Times , morgen habe ich ein Vier-Gang-Menu geplant und Sonntag möchte ich nur meine Ruhe, gutes Wetter, Sport und Erhohlung !

Published in: on 27. Januar 2012 at 20:20  Hinterlasse einen Kommentar  

Du weißt, Du wirst alt…

wenn Dein erster Gedanke zu Micaeeeeeeelas Borat-Gedenk-Bikini nicht

“Oh mein Gott, wie sieht das denn aus. Das ist doch nun wirklich nicht schön!” ist, sondern

“Oh mein Gott, Kind! Zieh Dir was an, Du holst Dir doch was weg!” ist. Als Mutter hat man sich das Fremdschämen schließlich schon in den ersten drei Jahren abgewöhnt.

Published in: on 23. Januar 2012 at 19:27  Hinterlasse einen Kommentar  

Vergeben ja – Vergessen nie

Das Internet ist cool. In Internet findet man Leute wieder, die man seit Jahren, ach was sage ich, Jahrzehnten nicht gesehen hat und von denen man immer mal wissen wollte, was aus ihnen geworden ist.
Leider tauchen auch plötzlich Leute wieder auf, die man ebenfalls seit Jahrzehnten nicht gesehen hat und die man bitte auch nie wieder sehen wollte – aus welchen Gründen auch immer.

Und richtig böse ist das, wenn einem so ein Schlag ins Kontor beim allerersten Schluck Kaffee ereilt. So geschehen heute morgen. Eine Frau, die es durch harte Arbeit in die Top 5 der unbeliebtstesn Menschen meines Leben geschafft hat, sprang mich heute morgen in einer Email an. Mit Bild. Ugh.

Innerhalb von Sekunden bin ich 22 Jahre in die Vergangenheit katapultiert worden – mit allen schmerzhaften Erinnernungen. Soviel zum Thema “Die Zeit heilt alle Wunden”. Vielen Dank dafür.

Aber, und das werte ich als gutes Zeichen, ich war auch sehr schnell wieder im Hier und Jetzt – und das lag nicht nur daran, dass Kind Nummer Eins hektisch durch die Wohnung rannte und lauthals ihre Gelstifte – die, die glitzern, weißt Du? – suchte. Es lag auch daran, dass mir der Gedanke ins Hirn schoss, den ich so nicht erwartet hatte. Ich habe keine Ahnung, wie es ihr heute geht und es könnte mich kaum weniger interessierten. Ok, erwischt, natürlich will ich hören, dass sie totunglücklich ist, ich bin auch nur ein Mensch, kein Engel.

Aber der eigentliche Punkt ist doch der – *ich* bin glücklich. Ich habe zwar nicht das Leben, das ich mir mit 19 nach dem Abitur erträumt habe, aber ich lebe so, wie ich es jetzt will. So, wie ich es für mich entschieden habe. Weil sich seit dieser Zeit in meinem Leben unglaublich viele Dinge ereignet habe, die mich zu dem gemacht haben, die ich bin. Und ob es mir nun gefällt oder nicht, sie hat dazu ihren Teil beigetragen.

Nicht nur, dass ich durch akute Seelenpein damals vom nicht ganz so kleinen Pummelchen in die Größe geschrumpft (und wie ich nicht ohne Stolz betonen möchte, geblieben bin) von der ich nur zu träumen gewagt habe, sondern weil ich mich irgendwann mal sehr bewußt entschieden habe, nicht zu einer zynischen, bitteren, harten Frau zu werden, nur weil man mein Vertrauen mißbraucht hat. Sondern um sicherzustellen, dass niemand durch mein Handeln dieses Gefühl des ImStich- und Betrogenwerdens erfahren muss. Keine Ahnung, ob ich das immer geschafft habe, aber ich versuche es wirklich.

Was wieder mal sehr eindrucksvoll beweist, dass niemand so schrecklich sein kann, als dass er anderen nicht noch als schlechtes Beispiel dienen kann.

Ich überlege wirklich, ob ich sie kontaktieren und mich bedanken soll, dass sie damals so ein Arschloch war, denn ohne ihren epic fail wäre ich heute mit Sicherheit ein ganz anderer Mensch. Und das kann ja keiner wollen.

Published in: on 20. Januar 2012 at 08:17  Hinterlasse einen Kommentar  

Morgendliche Routinen

Ich weiss, ich werde von einige Leuten bedauert, weil der Autor Schichtdienst hat und ich einfach aus Notwendigkeit viele Dinge alleine wuppen muss. Oder weil meine Tochter um halb acht in der Schule sein und damit um sieben das Haus verlassen muss. Seit heute weiss ich das zu schätzen.

Normalerweise steh ich kurz vor halb sieben auf, wecke meine Tochter, die stolpert runter. Während sie noch mit geschlossenen Augen und schweigend ihr Frühstück löffelt, mache ich ihr Pausenbrot und mein Kaffee zieht in der FrenchPress. Dann geht sie hoch, macht sich fertig und ich habe 10 Minuten für den Kaffee und meine Mails. Ab dann bin ich ansprechbar. Und sobald ich das Kind dann wahlweise nach draussen oder in die Schule gebracht habe steht langsam, sehr langsam und bedächtig das andere Kind auf, frühstückt muffelig, macht sich fertig, wird weggebracht. Der Autor steht je nach Schichtbeginn auf.

Heute war das anders. Kind Nummer Eins hatten Schulausflug und mußte später da sein, der Autor hatte Neun-Uhr-Schicht und so mußten alle irgendwie gleichzeitig um sieben aufstehen und um acht das Haus verlassen.

ARGH!

Seit dem Aufstehen nicht eine Minute Ruhe. Nicht eine. Vor dem ersten Schluck.

“Mama, Mama ich brauch Klopapier! Bringst Du mir das mal bitte!” Mutter bringt, geht zurück in die Küche, setzt den Kaffee an.

“Kannst Du mir mal kurz den Nacken ausrasieren!” Ehefrau setzt die Tasse wieder ab, rasiert halb blind ob des Koffeinmangels den Nacken nicht unbedingt gerade. Nimmt den Kaffee, geht an den Rechner. Kind Nummer Zwei springt hinter mir auf den Stuhl rum.

“Mama, Mama wie heißt dieses Buch hier? Mama, ist das ein Hubschrauber da an dem sunken ship? Mama, warum ist das gesinkt? Mama, machst Du mir noch ein Butterbroooot”! Zu diesem Zeitpunkt war ich schon nicht mehr ganz mein morgendlich fröhliches Selbst.

Ich hab sie dann alle um acht aus dem Haus gekickt, das Kindergartenkind in Rekordgeschwindigkeit durch den Niesel gejagt, bin zurückgejoggt und sitze jetzt endlich, endlich mit meinem Kaffee am Rechner.

Ich will meine viel zu frühe morgendliche Routine aufgrund zu frühem Schulbeginn mit dämlichen Schichten vom Autor und einem kuschligen, morgenmuffeligen Sohn. Wenn das bitte nicht zuviel verlangt ist.

Published in: on 17. Januar 2012 at 09:33  Hinterlasse einen Kommentar  

Dinge, von denen man hoffte, sie nie wieder tun zu müssen

So sehr wir es hier im Dorf lieben, wir sind ja doch rein kulinarisch auf vietnamesisch, griechisch und Dönerbude beschränkt, was ausländische Restaurants angeht. Meine Kinder bekommen zwar Loyalitätspunkte für das Einfordern des mindestens monatlichen Besuches beim Griechen, aber wir wollen doch, dass sie mal was anderes kennenlernen.

Also gingen wir zu einem Inder sehr am Rande Berlins, zwei Dörfer weiter. Um es gleich vorweg zu sagen, was ich nicht erwartet hätte, war auf den besten Inder Europas ausserhalb von London zu treffen. Unglaublich frisch, unglaublich lecker. Und extrem freundlich.

Leider hat er ein Manko, dass wir feststellten, schon bevor wir drin waren. Er akzeptiert keine Kartenzahlung. Gar keine. Schon in der Tasche kramend schaute ich den Autor an und er mich. Er kramte auch. Wir zählten unser Geld. Zusammen kamen wir auf 41,76 Euro. Ich beschloß, dass das reicht und wir gingen hinein. Zwar fragten wir auch nach einem Automaten in der Nähe aber da war wohl auch mehr so gar nichts.

Also bestellten wir so, wie wir es früher in Studententagen getan haben – nicht nach Neigung, sondern nach Preis. Ich hatte schon fast vergessen, wie das geht, was weder für mein Alter noch mein Gedächnis spricht. Und da wir ja nie eine Gelegenheit für eine Moral auslassen, mußte Kind Nummer Eins gleich mitrechnen, damit sie mitbekam, dass man Mathe sehr wohl im echten Leben braucht.

Um es kurz zu machen, wir sind alle satt geworden, hatten genug Geld und es war sogar noch was fürs Trinkgeld übrig. Was dann eine weitere Lektion für die Kinder war.

Allerdings werden wir da in naher Zukunft wieder mit genug Kohle in der Tasche hinfahren. Die Pakoras haben mich da so angelacht, aber die waren leider nicht mehr drin.

Published in: on 13. Januar 2012 at 08:36  Hinterlasse einen Kommentar  

Zitat des Tages

Es regnet und es ist kalt. Trotzdem hab ich Kind Nummer Zwei zu Fuß aus der KiTa abgeholt. Zuhause angekommen, waren wir beide reif für eine Stunde Kamin. Sinnierend meinte das Kind daraufhin

“Mama, immer wenn ich mal wieder friere, dann bekomm ich manchmal so Minibubbels.”

Ich auch, mein Schatz, ich auch.

Published in: on 11. Januar 2012 at 08:44  Hinterlasse einen Kommentar  

Montage

Ich kann mich ja immer nicht entscheiden, ob ich Montage mögen oder hassen soll.

Früher war das klar, Montage sind evil wie Dr. No. Arbeit, kein langes Ausschlafen und zwei Drittel des Tages gehen für andere Leute drauf.

Mit Kindern sind das anders aus. Vor allem, wenn es das gesamte Wochenende regnet und der Autor Nachtschicht hat und damit als Mitkinderbespaßer ausfällt. Und man hier deswegen relative Ruhe halten muss. Ausserdem hat die neue Woche immer auch noch eine Chance besser zu werden als die alte.

Also habe ich beschlossen, mich auf heute zu freuen und damit auf eine neue Woche. Ich muss nur noch Kind Nummer Zwei aus dem Bett bekommen und ihm klar machen wie toll Montag doch sind.

Wenn man es sich nur vernünftig einredet.

Published in: on 9. Januar 2012 at 07:43  Hinterlasse einen Kommentar  

Entscheidungen, immer diese Entscheidungen

Ich.Brech.Zusammmen.

Heute auf der Couch, Kind Nummer Zwei unterhält sich mit Kind Nummer Eins.

“Ich kann F. nicht küssen. F. ist doch gerade immer nicht da im Kindergarten!” Huh? F. ist ungefähr doppelt so groß wie mein jüngstes Kind. Mutterintervention!

“Eh, wie war das?” Kind Nummer Eins schaltet sich ein.

“Naja, er ist in F. verliebt und ich versuche, ihm Tipps zu geben!” Hmmmm, so als Achtjährige hat man ja schon so seine Erfahrungen. Hoffentlich nicht!

“Ja, aber manchmal bin ich auch in A. verliebt. Ach, ich kann mich einfach nicht entscheiden!”

Erwähnte ich, dass ich harte Zeiten auf uns Eltern zukommen sehe?

Published in: on 5. Januar 2012 at 15:37  Hinterlasse einen Kommentar  

Serien, die die Welt verändern

Es gibt sie tatsächlich, die Sätze, die das Familienleben verändern. Heute sprach meine Tochter einen solchen, als wir Nenas “99 Luftballons” zum gefühlten 2456 Mal dieses Jahr hörten:

“Sagt mal, wer ist eigentlich dieser Captain Kirk?”

Stille.

Das Kind stellte diese Frage an Eltern, die beide unabhängig von einander in der nicht mehr ganz jungen Jugend jeweils ein Poster von Deanna Troi und Worf (der geneigte Leser darf raten, wer wen vereehrte) an der Tür hängen hatte. Beide Eltern sahen sich an. Dann holte der Autor tief Luft und holte aus

“Captain Kirk was *the* first Captain of a spaceship called Enterprise, he didn´t like rules. His first commander was a Vulcan named Spock and the other character was a doctor called “Bones” and…” Mutter sprang ein

“Pille. Auf deutsch hieß er Pille.” Und das war gut übersetzt, fand ich immer.

“Ja, aber der Kontext, in dem der Name “Bones” steht….!” die Argumente flogen hin und her. Irgendwann unterbrach Kind Nummer Eins ungeduldig.

“Aber ihr redet jetzt schon nur über eine Fernsehserie, oder? Also nichts Echtes!”

Wieder Stille. Bedeutungsschwangere Blicke wurden ausgetauscht. Und die erste Staffel von TNG bestellt. Und davon wird jetzt zu Lehrzwecken jeden Tag eine Folge des Abends geguckt. Statt Wickie. Ob die Kinder wollen oder nicht.

Denn schließlich lernt man fürs Leben in dieser Familie.

Published in: on 3. Januar 2012 at 19:13  Hinterlasse einen Kommentar  
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