Die Blogging-Geister, die ich rief

Liebes Britax Römer Team,

vielen Dank für die heutige Mail, die mich einlud über das durchaus interessante Thema „Sicherheit im Auto“ zu schreiben. Prinzipiell finde ich es ja durchaus löblich, dass mehr und mehr Firmen Blogger und damit Möglichkeiten einer Zusammenarbeit entdecken. Wirklich. Und deswegen habe ich auch nicht meinem inneren HB-Männchen nachgegeben, sondern zur Meditation meine Auffahrt geschneeschippt und nachgedacht, wie ich meine Absage in nette, marketingtaugliche Worte verpacke. So von ehemaliger Marketingerin zur jetzigen Generation. Also:

Menschen, gerade solche, die man mit zu sich ins Boot ziehen möchte, mögen nicht über einen Kamm geschert werden. „Liebe Elternblogger“ wirkt nicht nur unpersönlich und kurz vor Spam, es hat auch was einfach etwas sehr unhöfliches. Vor allem dann, wenn in der Folge nur noch von „Dir“ und „Du“ die Rede ist und somit noch nicht mal der einfachsten Grammatikregel genüge getan wurde. Nicht schön.

In der weiteren Mail wird klar, dass sich eine Menge Leute bei Euch so gar keine Gedanken darüber gemacht haben, wie man mit dem Thema „Wie gewinne ich Blogger und damit deren Reichweite?“ umgeht. Das Gießkannenprinzip funktioniert schon in der konventionellen Werbung nicht wirklich gut – in personaliserten Werbefeldzügen sind sie kontraproduktiv. Ich habe niemals über neue Produkte für Kinder und Familien berichtet. Nicht einmal. Ich erwarte von nichtbezahlten, überarbeiteten Praktikanten ja nicht, dass sie mein Blog von vorne bis hinten lesen – aber ein kurzes Überfliegen hätte gereicht.

Dieses komplette noch-nicht-mal-Reingucken-ins-Blog manifestiert sich dann in der jovialen Tonalität, nicht wahr? Fast meinte ich, eine Hand zu spüren, die mir semivertraulich auf die Schulter schlägt und zu einem schleimigen Anfangsdreissiger Marketer gehört. Wir wissen doch beide, was Deine Leser wollen, oder? Schön, dass einer von uns das weiß – ich habe das bisher noch nicht rausgefunden.

Dagegen bin ich mir sicher, dass meine Leser nicht so blöde sind, von Euch an mich weitergegebene „Informationen“ für bare Münze zu nehmen. Nebst kleinen Gewinnspielen und Expertenfeedbacks. Ich denke, sie können sehr wohl unterscheiden, was authentisch und was billige Werbemasche ist. Und eine unbezahlte noch dazu. Denn schließlich soll ich was – positives – über Euch schreiben, also quasi für umsonst Eure Arbeit machen, deren Früchte Ihr dann erntet. Nicht zu vergessen, dass wordpress selbst das nicht amüsant finden würde, was im übrigen dann auf meine Kappe geht.

Die Elternbloggerin empfiehlt dringend eine mehrwöchige Schulung zum Thema Social Media. Sonst wird das nichts. Oder wie meine Freundin Frau Lostinabadbook sehr treffend meinte

#fail, I dislike oder -1

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Published in: on 9. Februar 2012 at 22:17  Schreibe einen Kommentar  

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