Vorabend des Oscar – damals wie heute

Der letzte Samstagnachmittag im Februar gegen 17 Uhr. Ich komme bei meiner Freundin in den letzten Schlunzklamotten an, sie kredenzt mir einen aromatisierten Tee (Wildkirsche) und wir hecheln die Woche gerüchtetechnisch durch. Gegen 19 Uhr dann Abendessen mit Nudeln in undefinierbarer Sauce und einem Rotwein aus dem Tetrapack. Danach einmal, mit Unterstützung von Flips und Chips von Aldi, das volle Programm mit Klamotten aussuchen und probieren, stylen, Musik hören und irgendwann gegen 23 Uhr ab in den Club. Da blende ich für die zarteren Gemüter die nächsten sieben Stunden die gedankliche Kamera aus und mache morgens um sechs nach durchtanzter Nacht am Hintereingang der befreundenten Bäckerei weiter, wo kurz Brötchen geholt wurden. Noch schnell bei der Freundin gefrühstückt, die Ereignisse der Nacht erörtert und gegen acht Uhr dann komatös ins Bett gefallen.

Ja, so war das damals vor nicht ganz 20 Jahren.

Heute sieht ein Samstagabend ausser Haus ein klein wenig anders aus. Schichtdienst, fast gesunde Kinder und das nahezu unvorstellbare Fehlen anderer Termine erlaubten letzten Samstag einen solchen. Ich kam bei Frau Lostinabadbook gegen 17 Uhr noch von der Arbeit in Kostüm und Heels an. Im Gegensatz zu damals habe ich mich erstmal in bequeme Klamotten geschmissen, während die Hausherrin mir einen sehr guten, schwarzen Tee, 2 Minuten gezogen, reichte. Und weil wir nur diese eine Nacht hatten, fingen wir gleich an zu arbeiten. Konzentriert, wie ich betonen möchte. Gegen 19:30 kochten wir zusammen eine Fischpfanne mit grünen Bohnen, als Beilage gab es BioBrot und eine Auswahl von zwei Rotweinen (nicht aus dem Tetrapack) und einen Sekt, der nicht an Brause erinnerte, sondern durchaus den Namen verdient.
Hernach wurde mit Hilfe von Reiscräckern weiter am Projekt gearbeitet. Kurz nach 23 Uhr haben wir dann den Arbeitstag für beendet erklärt und waren dann noch ein wenig gossiptechnisch im Netz unterwegs. Nur um dann “Huch, schon zwölf?! Ich glaub, ich leg mich mal hin” das Aschenputtel zu geben.

Um acht Uhr bin ich wieder aufgewacht, wir haben gefrühstückt und ich bin wieder heim zu Mann und Kindern gefahren. Und hab mich gefreut, so einen netten, abwechslungsreichen und erfolgreichen Abend gehabt zu haben.

Ja, die Zeiten haben sich geändert, das ist wohl wahr.

Nur eins ist geblieben – nach beiden Nächten war ich so fertig, dass ich froh war, am Sonntagabend zeitig im Bett zu liegen. Oscars hin oder her. Leider.

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Published in: on 27. Februar 2012 at 12:17  Hinterlasse einen Kommentar  

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