Life

Suffragetten! An die Schirme! Weltfrauentag.

Aus unserer Reihe – besondere Tage und ihre Verweigerer, stellen wir heute den Weltfrauentag vor.
Der Weltfrauentag darf ja, aus rein politisch korrekten Gründen, nicht so runtergemacht werden wie beispielsweise der Valentinstag. Das läuft subtiler ab. Man erwähnt den Tag und bekommt diesen Blick, diesen verächtlichen, der da sagt „Na, wer es braucht…! Gibt ja auch einen Kindertag. Hehe.“

Und schon aus diesem Grunde, brauchen wir ihn.

Ich komme ja aus dem Westen dieses Landes, in dem der Frauentag vor der Wende gefühlt lediglich von Gewerkschafterinnen (die Gefahr kommt von links!!) begangen wurde. Der normale Westmann brauchte so einen Schnickschnack nicht. Umso erstaunter war ich, als mir das erste Mal ein Ostmann eine Blume mit den Worten „Schönen Frauentag“ überreichte. Sowas tun Männer? Schau an. Nett.

Aber sonst? Warum brauchen wir ihn überhaupt? Genau aus dem gleichen Grunde, weshalb wir einen Welt-AIDS-Tag, einen Kindertag, die Earthhour und ja auch den internationalen Männertag brauchen. Nicht um wahlweise rote Nelken zu verschenken, ebensolche Schleifchen zu tragen, den Kindern Spielzeug zu überreichen, eine Stunde das Licht auszumachen oder männliche Vorbilder hervorzuheben.
Sondern darum, sich wenigstens einmal im Jahr bewußt zu machen, was alles genau dieses Thema betreffend noch im Argen liegt. Und was noch zu tun ist.

Und das nicht nur hier in diesem unseren Lande – wobei da auch noch einiges im Argen liegt, liebe Vorständler, Politiker und Shareholder, die ihr immer noch zu einem Großteil männlich seid und die Strukturen so geschickt gestaltet, damit das bitte auch so bleibt. Es geht aber eben auch darum, dass in Teilen dieser Welt Frauen Kriegsbeute und damit Freiwild sind, sie beschnitten und verstümmelt, als Sex- und Haussklavinnen gehalten und als Prostituiertenware verschachert werden. Es geht darum, dass in zu vielen Ländern Frauen immer noch Menschen zweiter Klasse und kurz über dem Kamel (wahlweise Esel, Kuh, Auto) angesiedelt sind. Deswegen heißt das Ding Internationaler Frauentag und nicht Deutscher Frauentag.

Und es muss ihn geben, um aus der Hektik des Alltags auch mal über den Tellerrand zu gucken und zu sehen, was noch zu machen ist. Und sich an jedem anderen Tag im Jahr dann daran zu erinnern, wenn tapfere Krieger/innen (sorry, couldn´t resist) für Verbesserungen eintreten anstatt nur mit den Augen zu rollen und dämliche Kommentare abzulassen.

Dieser Tag ist ein Denkanstoß. Einmal im Jahr. Komm. Einmal im Jahr. Dass schaffst Du schon!

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Zitat des Tages

Kind Nummer Eins hat nächste Woche Geburtstag – leider an einem Tag, an dem der lokale, traditionelle Geburtstagsgrieche Ruhetag hat. Nach ausgiebigen Unmutsäußerungen, meinte sie schließlich

„Mama, ist egal, dann gehen wir eben in den Tümpel!“

Tsk, kein gutes Karma, mein Kind. Abgesehen von der Tatsache, dass es kein Tempel sondern eine Pagode ist, wird dein Vater wird sehr, sehr lange meditieren müssen, um diesen Lapsus bei wem auch immer wieder gut zu machen.

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Kein Anschluss unter dieser Nummer

Kind Nummer Eins wollte heute eine Freundin einladen und sie zu diesem Behufe anrufen. Man stellt sich das ja nicht so schwer vor. Sie auch nicht.

„Mama, wo ist Dein Handy?“ Huh? Wir gehören zu denjenigen, die noch ein Festnetzanschluss haben.

„Eh, wofür?“

„Na, wegen der Nummer doch!“ Silly Mom!

„Ich hab die nicht im Handy.“ Ich bin froh, wenn ich da meine Nummer, die ich brauche alle drin habe.

„Ja, was mach ich denn da jetzt?“ Ich wiederhole mich: Huh?

„Ehm – Telefonbuch?“ Duh!!??

Mein Kind suchte also erst nach und dann im Telefonbuch, das sie noch nie in der Hand hatte. Irgendwann hat sie es glücklich gefunden und blätterte. Und blätterte. Und blätterte. Der Autor und ich guckten uns nur an. Probleme, von denen wir nie dachten, dass sie mal zu einem werden würden.

„Mama, sag mal, können wir nicht einfach online nachgucken?“ Kind ist ja nix, wenn nicht einfallsreich.

Worauf Mutter ein Einsehen hatte und die Liste mit den Klassenkameraden nebst Nummern und Mailadressen raus zog. Sehr erleichtert griff sie danach.

„Danke, Mama, siehste, so ein Buch ist doch unpraktisch. Da findet man ja gar nichts drin.“

Wir fassen also zusammen, die heutige Generation findet Telefonbücher unnötig, hat die damals revolutionäre Telefonnummern-CD mit umstrittener, integrierter Rückwärtssuche gar nicht erst kennengelernt und ist offline aufgeschmissen, wenn es um sowas Profanes wie eine Telefonnummer geht.

Es sei denn, Mutter weiß weiter. Der Autor und ich haben uns vorgenommen, unseren Kinden in Zukunft die altertümliche Handhabungstechnik eines Telefonbuches zu erklären. Für den Notfall. Wobei – vielleicht sollten wir dafür mal ein aktuelleres als das aus dem Jahre 2006 holen.

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