Tue Gutes und rede drüber

Ich bin ja mehr so der Passiv-Spender, ich gebe es zu. Sobald irgendwas auf der Welt passiert, fühle ich mich daran erinnert, dass ich mal wieder was tun sollte. Gibt es irgendwo eine Aktion, die ich cool finde (wie diese hier), dann bin ich dabei. Klamotten, Kindermöbel und abgelegtes Spielzeug geht an die örtliche Tafel. Aber das war es auch schon.

Deswegen bin ich immer sehr fasziniert, wenn Menschen wirklich was Orginelles auf die Beine stellen, um sehr direkt zu helfen. Ich meine, man muss schon reichlich durchgeknallt sein, um mit einem VW-Bus von Deutschland nach Indien zu fahren, im Gepäck einen transportablen Kicker von nur 80kg, um mit pakistanischen Grenzern und buddistischen Mönchen Tischfussball zu spielen. Der Kicker als Kommunikationsmittel. Okeeeeeeeee – aber es hat offensichtlich geklappt.

Und auf der Reise wurde dann die Idee vom Projekt Muni geboren, das es sich zum Ziel gesetzt hat, in Indien bettelnde Kinder von der Straße in die Schule zu schicken, indem man ihren Eltern Arbeit verschafft, damit die mehr verdienen als ihre Kinder mit betteln. Stichwort: Nachhaltige Hilfe. Eine sehr coole Idee, wie ich finde.

Und bevor jetzt die Meckerei losgeht. Ja, es gibt auch hier Kindern, denen es schlecht geht. Ja, man kann auch anders helfen. Man muss es eben nur tun. Und zu diesem Behufe gibt es die geniale Seite von Betterplace, bei dem man sein eigenes, interessantes Projekt ins Leben rufen und bekannt machen kann. Oder aber für schon bestehende spenden kann.

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Published in: on 29. Juni 2012 at 13:23  Comments (2)  

Zitat des Tages

Tschuldigung für die Häufung der Zitate, aber meine Kinder donnern mich im Moment damit zu. Heute: Kind Nummer Zwei. Es ist morgens früh und er kommt hüstelnd runter.

„Mama, jetzt hab ich auch Heu-Husten!“

Ich sag es ja, meine Kinder, ein Hort der medizinischen Wunder.

Published in: on 26. Juni 2012 at 06:11  Comments (3)  

Zitat des Tages

Mutter holt Kind Nummer Zwei vom Fußballtraining. Es regnet nicht, es schüttet. Zuhause angekommen sind beide bis auf die Unterwäsche nass. Inklusive selbiger. Kommentar Kind

„Cooool, jetzt brauch ich heute abend nicht mehr duschen!“

I don´t think so, honey.

Published in: on 23. Juni 2012 at 10:32  Comments (5)  

Mit Irokesen in den Sommer

Wir waren gestern beim Friseur, die Kinder und ich. Das ist immer ein wenig tricky, denn Kind Nummer Eins will sich die Haare nie schneiden lassen, sie will sie „lang“ haben. Was ok ist, aber lang ist eben auch fusselig, wenn sie nicht gepflegt werden. Mein Sohn hingegen hat sehr genaue Vorstellungen. Er sieht sich Frisuren von kleinen Jungen an, kombiniert dann drei zusammen und will das dann auf seinem Kopf. Man merkt, es hat im Vorfeld Diskussionen und Beratungen gegeben. Viele Diskussionen und Beratungen.

So sind wir dann also gestern los. Mir tat die Fris…Hairstylistin ja schon ein wenig leid. Tochterkind sagte was sie wollte, suchte sich eigenständig ihre neue Kunsthaarsträhne aus und Mutter lehnte sich entspannt zurück. Nach einem kurzen Kontrollblick zu mir, fing die Haardame an zu schneiden. Erstes Gewisper bei den älteren Damen im Salon wurde hörbar.

Das wurde dann lauter, als mein Sohn dran kam. Der erklärte nämlich sehr deutlich vernehmbar, dass er Stacheln auf dem Kopf wolle und zeigte mit seinen – kindergartendreckigen – Händen, wie der Iro auszusehen hätte. Die Friseuse zeigte schnelles Lernpotential und konzentrierte sich vollkommen auf Kind Nummer Zwei, in der Hoffnung, ich würde schon einschreiten, wenn er etwas völlig Erziehungsinkompatibles fordern würde. Als die beiden bei der Diskussion 16 oder 12mm (nicht, dass mein Sohn sich darunter was vorstellen konnte, aber darum ging es auch gar nicht) angekommen waren, war das Gewisper bei

„Also ich finde ja, bei Kindern in dem Alter kann ruhig noch die Mutter entscheiden“ angekommen.

Nö. Finde ich nicht. Ich finde, Kinder können gar nicht früh genug damit anfangen, sich ihres eigenen Körpers bewußt zu sein und zu verstehen, dass das, was damit passiert ihre eigene Entscheidung ist. Gut, alles hat Grenzen, ich werde meiner 13jährigen dereinst mit Sicherheit keine Erlaubnis für ein rückendeckendes Tattoo geben – eigener Körper hin oder her. Aber Haare sind etwas Reversibles. Und wenn es meiner Meinung nach häßlich ist, dann habe ich immer noch die Hoffnung, dass es dem Kinde irgendwann auch auffällt und man es dann sehr schnell ändern kann. Eigene Entscheidungen zu treffen heißt eben auch, Verantwortung dafür für sich selbst zu übernehmen und auf seinen Körper aufzupassen.

Und wenn eine blaue Strähne oder ein Gel-Iro die Schritte auf diesem Weg sind, dann geh ich die eben mit. Und style meinem Sohn ab morgen dann eben jeden Tag die Haare, damit er nicht noch eine Nacht im Sitzen schlafen muss, wie er heute morgen empört bemerkte. Weil seine

„Spikes auf dem Kopf doch sonst vom Kissen platt gedrückt werden, Mama!“

Womit wir auch gleich die erste Lernerfahrung hinter uns haben. Ich geh dann mal Gel kaufen.

Published in: on 19. Juni 2012 at 08:27  Comments (2)  
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Zitat des Tages

Heute mal nicht von den Kindern, sondern von Frau Lostinabadbook.

Ich bin gerade im Müttergenesungsurlaub im Ruhrgebiet bei der Patentante von Kind Nummer Eins zu deren Familie auch ein grosser Labrador gehört. Der gerade gewisse Verdauungsprobleme hat. Leider sass ich chattend arbeitend genau in der Dufteinflugschneise.

„Moah, der Hund hat gepupt“ schrieb ich denn auch spontan an Frau Lostinabadbook. Sehr prompte Antwort

„Hey, es ist Global Wind Day!“

Ob das allerdings so gemeint war, wage ich dann doch zu bezweifeln.

Published in: on 15. Juni 2012 at 10:40  Schreibe einen Kommentar  

Der kleine, aber feine Unterschied

Als Frau eines Amis werde ja immer mal wieder gefragt, was ich in Amerika denn besser fände als in Deutschland. Die Antwort kommt dann immer sehr spontan und aus tiefestem Herzen.

„Da wird man wenigstens bedient!“

Ja, manchmal sind sie voll sehr … eh … irritierender Hyperhyper-Laune, wenn sie Dir eine Cola bringen dürfen. So sehr, dass ich manchmal ernsthaft versucht bin, nach einem Drogentest zu fragen. Aber selbst wenn sie high sein sollten – sie kommen wenigstens, nehmen eine Bestellung auf und bringen Dir dann das Gewünschte.

Das ist in Deutschland nicht immer der Fall. Nehmen wir zum Beispiel vergangene Woche. Der Autor und ich hatten mal einen Tag zusammen frei und gedachten zum Lunchen zu gehen. Erstes Restaurant – zu. Nagut, passiert. Zweites Restaurant, Italiener mit Biergarten in dem sogar Leute sitzen. Wir gehen rein, setzen uns gut sichtbar hin und warten auf einen Menschen, der uns eine Karte bringt. Fünf Minuten, zehn Minuten, nach fünfzehn Minuten sind wir dann gegangen. Keine Ahnung, wann da mal irgendjemand aufgetaucht ist.

Und das passiert uns ja nicht zum ersten Mal – wir hatten mal eine Zeit, da ist uns das dauernd passiert – gut, da sind wir auch dauernd essen gegangen, damals. Höhepunkt war ein Restaurant in Bonn, in dem uns ein Kellner hinterher gelaufen ist und meinte, wir müssen noch zahlen und wir ihn entgeistert sagten, wir hätten schon gerne erstmal bestellt.

Nein, sowas passiert einem in den USA mit Sicherheit nicht. Und schon gar nicht so oft. Dann doch lieber mit falscher Freudlichkeit bedient werden, aber wenigstens was in den Bauch kriegen.

Übrigens haben wir dann letzte Woche doch noch was bekommen, im dritten Restaurant. Von einem unglaublich gutgelaunten und freundlichen Kellner.

Published in: on 14. Juni 2012 at 08:21  Comments (11)  

Zitat des Tages

Kind Nummer Eins hat meinen alten, sehr alten iPod geerbt. Auf dem hört sie sich Hörspiele und Lieder aller Art an. Leider hat so ein Teil die Eigenschaft, ab und an aufgeladen werden zu wollen. Bisher habe ich das immer gemacht, jetzt war der Autor der Meinung, das Kind sollte selbst lernen, mit einem USB-Kabel umzugehen. Er setzte gerade zur Erklärung an, als das Kind entnervt meinte

„Daddy, ich kann das nicht, ich weiss doch nicht, wo das Seil rein kommt!“

Tja, mein Kind, wer Musik will, muss Technik lernen.

Published in: on 11. Juni 2012 at 05:47  Comments (2)  

Alles eine Frage der Sichtweise

Mein Sohn hat ein T-Shirt, das er heiß und innig liebt. Er hat es im Kindergarten mit seinem Lieblingserzieher dereinst selbstgemacht und es ist weiß und blau und grün. Wirkt etwas psychedelisch, aber wie gesagt, er liebt es. So sehr, dass er es über Tage anhatte. Heute hat Mutter ein Machtwort gesprochen.

„Kind, heute ziehst Du das T-Shirt aber nicht mehr an!“ Kind guckt an sich runter.

„Warum nicht?“ Mutter zeigt auf das sehr gräulich gewordene Weiß.

„Das ist doch schon ganz dreckig!“ Kind guckt genauer und pieckst sich auf die Brust.

„Das Blau und das Grün sind aber noch ganz sauber, das kann ich noch mal anziehen!“

Genau. Und die Waschmaschine schaffen wir auch ab.

Published in: on 7. Juni 2012 at 13:02  Comments (2)  

Zitat des Tages

Wir haben gestern, wie gute Royalisten, die die Monarchie lieben, solange sie nicht dafür zahlen müssen, die Flottenparade zum 60jährigen Thronjubiläum der Queen geschaut. Und dabei den sehr unverwechselbaren Kleidungsgeschmack der Queen im Laufe der letzten Jahrzehnte unter die Lupe genommen. Der Autor war der Meinung, sie habe eben einen ganz eigenen Stil erfunden, er kenne niemanden, der so etwas trage. Worauf sich Kind Nummer Eins fachkundig einschaltete:

„Daddy, das heißt nicht Stil sondern Style“

Womit wir wissen, dass das ganz normale Denglische diese Familie erreicht hat.

Published in: on 4. Juni 2012 at 07:07  Comments (1)  

Rückblick Mai 2012

Eigentlich wollte ich ja den Monat so schnell wie möglich vergessen. Aber manchmal tut man auch gut dran, sich an die Lichtblicke zu erinnern – man soll ja auch fair sein. Mehr Monatsrückblicke gibt es beim Schäfchen.

Gelesen: Sehr viel AGBs und Kleingedrucktes
Gesungen: Trauerlieder
Gehört: Einmal unser iTunes rauf und runter, um ein passendes Lied für den Talentwettbewerb im Hort für Kind Nummer Eins zu finden
Gesehen: Eureka – ich habe ja noch nicht genug Süchte in meinem Leben
Getrunken: Wodka pur. Mit gefrorenen Himbeeren.
Gegessen: Seit langem mal wieder Schnecken. Und ein richtig, richtig gutes Rib Eye Steak.
Gekocht: Spargel in allen Varianten. Mittlerweile haben die Kinder aufgegeben und essen ihn auch.
Gefreut: Darüber, dass ich so viele Menschen um mich habe, auf die ich mich verlassen kann und die genau dann da sind, wenn ich sie brauche.
Geknipst: Nur für WSDHA
Gelacht: Zum Schluss dann noch recht oft – wenn gar nichts mehr hilft, dann haben wir immer noch unseren Galgenhumor, der uns über die Runden bringt.
Geärgert: Über die oftmals unsinnige Bürokratie von Banken, Versicherungen, Hinterbliebenenversorgungen etcetcetc
Gekauft: Ein seltsames, aber gut duftendes Parfum für mich
Gespielt: Angry Birds zum Abreagieren
Gefeiert: Den 40ten einer Freundin
Gefühlt: Trauer, Wut, Hilflosigkeit – und das Licht am Ende des Tunnels

Published in: on 1. Juni 2012 at 08:39  Schreibe einen Kommentar