Auf den Hund gekommen

Wir haben einen Probehund hier. Meine Freundin ist im Urlaub und wir sitten ihren Hund, damit wir merken, ob wir wirklich, wirklich Lust auf einen eigenen haben. Am Sonntag war Zwischenbilanz, weil Kind Nummer Zwei los will, einen Hund kaufen.

„Also, bisher bin ich diejenige, die das Tier alleine versorgt“ Nicht, dass ich das nicht vorher gewußt hätte. „Ihr seid erst zweimal mit zum Gassi gegangen. Heute zum Beispiel – Kind Nummer Eins, wo warst Du um sieben Uhr heute morgen? Du hast bis neun Uhr geschlafen“ Als das Biest raus mußte.

„Hallo? Mama, es ist Wochenende!“ Und da muß ein Hund bekanntlich morgens nicht kacken. Ne, ist klar…

Published in: on 29. August 2012 at 06:43  Comments (2)  

Enterbung auf Westfälisch – Nachtrag

Da läuft dann also das Kind beim Training auf – Kopf ganz hoch, Brust stolz geschwellt und läßt sich ob des neuen Outfits von allen Seiten bewundern. Neben mir hat ein Opa, Marke WirhabendamalsmitgebrochenenKnochengespielt, der offensichtlich gerade seinen Enkel zum Platz gebracht hat. Und murmelt bärbeißig vor sich hin

„Endlich mal ein Kind in einem ordentlichen Trikot.“ Und stimmt summend das Blau-und-Weiß-Lied an.

Merke: Du entkommst ihnen nirgendwo, den Schalkefans.

Published in: on 26. August 2012 at 06:48  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , ,

Enterbung auf Westfälisch

Als ich die Tage mit meinem Sohn in der alten Heimat war, wußte ich, was kommen wird. Kind Nummer Zwei hat nämlich ein Fußballtrikot von den Nachbarn geschenkt bekommen. Und tat das Opa stolz kund.

„Opa, Opa ich spiel doch jetzt Fußball und ich hab schon ein Trikot bekommen. Das ist rot und das gehört nämlich Schweinsteiger!“ Kind ist ganz aufgeregt, Opa frieren die Gesichtszüge ein. Ein langer, langer Blick zu mir, der da besagt, dass er gerade erwägt, sein Testament zu ändern.

„Guck mich nicht an, ich hab nichts damit zu tun!“ Der Possumvater bekommt seine Gesichtszüge wieder unter Kontrolle und wendet sich wieder liebevoll dem Enkel zu.

„Weißt Du was, mein Schatz, der Opa geht mit Dir morgen los und kauft Dir ein echtes Trikot. Eins von Schalke. Und eine Hose dazu.“ Kurze Pause. „Oder komm, wir fahren jetzt eben noch schnell los!“ Es war kurz vor 18 Uhr, aber für solcherlei Notfälle hält das Sportgeschäft dort gerne etwas länger auf.

Die Tatsache, dass das Kind eine Stunde später ganz in blauweißem Gasprom Dress fragte, in welchem Land denn eigentlich Schalke liegt, hat Opa dann GöttinseiDank nicht mehr mitbekommen. Sonst wäre meine Altersvorsorge dahin gewesen.

Published in: on 22. August 2012 at 20:23  Comments (7)  
Tags: , ,

Hungrig in Ungarn

Meine Kinder lassen ja so gar keinen Klassiker aus.

Letztens erstaunte uns Kind Nummer Zwei mit Reiseplänen, dieses Kind kommt eindeutig nach mir.

„Daddy, ich will mal nach Ungarn.“ Keine Ahung, woher er weiß, dass dieses Land überhaupt existiert. Fand auch der Autor.

„What do you want in Hungary?“ Fragte ich mich auch. Augenrollen beim Nachwuchs.

„Daddy, ich bin nicht hungry, hör doch mal richtig zu. Ich will nur mal Urlaub in Ungarn machen!“

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die größte Selbstbeherrschung die Contenance betreffend von den Eltern fordern.

Published in: on 19. August 2012 at 16:20  Comments (1)  

Liebe ist…

Achtung, rührseliger Artikel. Zyniker bitte weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen…

Wenn man sich als moderne, fast junge (also zumindest unter 30) Frau heutzutage entscheidet zu heiraten, dann ist man nicht mehr so naiv wie vor 50 Jahren, als Heiraten erstens gesellschaftliche Norm war und zweitens noch als ganz wichtiges Ziel im Leben einer jungen Frau galt. Man weiß heute, wieviele Ehen scheitern und dass man eine recht gute Chance hat, mehr als einen Ehepartner zu haben. Auch hat man meist schon die eine oder andere Beziehung hinter sich um mitzubekommen, dass das Zusammenleben mit all seinen Konsequenzen nicht immer der sprichwörtliche Rosengarten ist.

Wenn man es dennoch tut, das Heiraten, dann meint man also, man sei gut gewappnet für die Dinge, die da kommen werden und würde den Alltag mit einem Fingerschnippen wuppen. Bis man dann irgendwann merkt, dass dem nicht so ist. Dass es immer wieder Herausforderungen gibt, die so nicht geplant waren. Und andere, die zwar geplant waren, die man sich aber irgendwie nicht so schwierig und zeitraubend vorgestellt hat. Plus all die alltäglichen Kleinigkeiten, über die man wahlweise lachen kann, die einem je nach Tagesverfassung auch gehörig auf den Geist gehen können.

Es gibt ein Bild von mir, aufgenommen heute vor genau 14 Jahren, da stehe ich im elterlichen Garten, ganz die aufgebrezelte Braut, Zigarette in der Hand, sehr sinnend und nachdenklich vor mich hinschauend (wobei ich in Wirklichkeit nur grottennervös war) – als ob ich mich fragen würde, ob ich wohl das Richtige tue (was auch schwachsinnig war, denn zu dem Zeitpunkt war ich zumindest staatsrechtlich schon einen Tag verheiratet).

Heute weiss ich sicher – es war das Richtige. Trotz der vom Standesbeamten und dem Pfarrer prognostizierten Tage des Schattens. Trotz mehr Herausforderungen und Schlafmangel als ich mir je vorstellen konnte. Trotz der sprichwörtlich offenen Zahnpastatube und anderen nervigen Kleinigkeiten. Es ist nicht, dass ich nicht einen Tag würde missen wollen – da gibt es einiges, was ich lieber nicht erlebt hätte.

Aber eines würde ich niemals missen wollen – das Gefühl der Gemeinsamkeit, der Geborgenheit und des absoluten Vertrauens. Und das Wissen, dass egal was passiert, wir da durch kommen. Gemeinsam, keiner von uns geht allein und so Gott und das Schicksal es wollen, noch sehr lange.

Alles Liebe zum 14ten Hochzeitstag, mein lieber Autor und vielen Dank für die vergangenen Jahre! Und ich bin sehr gespannt auf die Dinge, die da noch kommen werden.

So, und jetzt kann jemand den Zynikern bitte sagen, sie können wieder rein kommen und mir erklären, warum der Mann, den ich gerade noch ober den grünen Klee gelobt habe, heute ausschlafen darf und ich nicht.

Published in: on 15. August 2012 at 07:16  Comments (8)  

12 von 12 im August

Hach, endlich hab ich es mal wieder geschafft, bei der kleinen Peepshow mit zu machen. Diesmal sogar schon sehr früh – kurz nach Mitternacht

Sternschnuppenregen war angesagt und deswegen hab ich mir iPod, Quilt und Wein geschnappt, um es mir auf dem Trampolin gemütlich zu machen. Das fand ich dann so toll, dass ich spontan entschloss gleich ganz draussen zu bleiben

Bis 5:48 war ich draussen, dann wurde es mir doch zu klamm und zu kalt. Aber in der Nacht waren die Sternschnuppen in Verbindung mit „In the air tonight“ schlicht der Hammer…

Wobei ein heisser Kaffee nach so einer Nacht ein absolutes Muss ist.

Letzter Olympiatag. Kind Nummer Zwei war bei Spielen nicht vom Fernseher wegzubekommen. Die Fahne immer in Griffnähe.

Auch wenn wir beim Marathon diesmal noch nicht mal mitgelaufen sind – mein Sohn guckt einfach alles, was mit Sport zu tun hat.

Für mich hingegen war Gartenarbeit angesagt – wenn das Wetter schon mal ist, wie es war. Sonntag hin oder her.

Irgendjemand hatte mir eine Pflanze mit spätblühenden Erdbeeren in die Hand gedrückt. Und sie sind lecker. Ein Traum in Rot.

Meine Tomaten dagegen nicht so sehr…Ich kann einfach keine Tomaten. Sie verfaulen mir jedes Jahr.

Der Apfelbaum, der damals für Kind Nummer Eins gepflanzt wurde – er trägt dieses Jahr wie doof. Und die Äpfel sind richtig gut.

Mittagspause auf der Terasse. Und die Erkenntnis, dass so ein Kindle sich in der Sonne besser lesen läßt als ein iPad – aber leider kein Fanfiction kann.

Waffeln statt Kino. Merke: Mit Eis und Himbeeren trocknen auch dicke Enttäuschungstränen erstaunlich schnell. Den Eis schmilzt schnell, Brave ist nächsten Sonntag auch noch im Kino. Hoffe ich.

Und eine Spinatlasagne auf der Terasse mit Freundin und drei Kindern genossen.

Was ein wunderbar unspektakulärer Sonntag. Man könnte sich fast dran gewöhnen.

Mehr intime Einblicke in anderer Leutes Leben findet man bei Caro.

Published in: on 12. August 2012 at 19:00  Comments (12)  

Selbstständiges Handeln? Sechs. Setzen.

Die Fingernägel meiner Kinder wachsen sehr unregelmäßig. Wochenlang passiert gar nichts, nur damit sie dann explodieren. Und unter diesen Nägeln, für die andere viel Geld bei einer Nageldesignerin ausgeben, sammeln sich die erstaunlichsten Dinge, die ein gesunder Fünfjähriger im Laufe des Tages so ausgraben kann.

Gestern abend holte ich wieder mal die Sense Nagelschere raus und rückte den Schaufeln zu Leibe.

„Mama? Mama, meine Fingernägel sind ja dreckig! Die müßten mal sauber gemacht werden.“ Ach, was Du nicht sagst. Zeit für ein pädagogisch wertvolles Gespräch.

„Ja, stimmt. Und wenn Du das so richtig erkannt hast, warum hast Du das dann nicht gemacht?“ Große Augen. Stirn in Falten. Empörter Gesichtsausdruck.

„Na, Du hast mir ja nicht gesagt, dass ich das tun soll!“ Womit bewiesen wäre, dieses Kind ist der Sohn seines Vaters.

Published in: on 8. August 2012 at 07:12  Comments (6)  

Samstagabend im Dorf

Ich hab es ja nun alles gehabt – Kleinstadt, Großstadt, Metropole (ja, doch, es gibt Leute, die bezeichnen Berlin als eine solche) und Dorf.

Und ich muss zugeben, Großstadt und Metropole haben durchaus was für sich. Man kann Dinge unternehmen, alleine und auch mit Kindern, es ist nie langweiig und man bekommt oft Besuch aus den kleinen Städten und Dörfern der Republik.

Aber, als ich gestern mit drei Kinder von einer Enschulungsparty kam, beim lokalen Griechen auf einen Ouzo (für die Kinder ein Eis) reingewunken wurde, danach einen Zwischenstopp zuhause eingelegt habe, um kalten Weißwein zu holen und dann meinen Weg durch die abendliche Gassen machte, um in einem Freundesgarten selbigen überraschungstechnisch zu genießen – da war ich schon sehr froh, in einem Dorf zu wohnen.

Nicht nur, dass man, vorsichtig geschätzt, die Hälfte der Leute kennt, es hat auch jeder einen Garten, in den man sich mal eben, spontan setzen kann. Die Wege sind nicht nur kurz, sondern auch schön zu laufen. Und da es sonst nicht soviel zu unternehmen gibt, kann man meist drauf an, daß die Leute zuhause sind – es sei denn, sie sitzen ihrerseits bei Freunden im Garten.

Ja, doch, ich liebe es, im Dorf zu leben. Wenn mich bitte im Herbst jemand dran erinnern könnte, wenn ich an einem verregneten Sonntag zwei gelangweilte Kinder hier habe und die nächste, überdachte und trockene Freizeitmöglichkeit weit, weit weg ist:-)

Published in: on 5. August 2012 at 06:59  Schreibe einen Kommentar  

Rückblick Juli 2012

Gelesen: Raptured in Death von J.D. Robbs – jaha, ich weiss, aber ich bin froh, dass ich überhaupt mal zu einem Buch komme
Gesungen: Januar, Februar, März, April….schauder
Gehört: Das Meer. Endlich mal wieder.
Gesehen: Olympia. Viel Olmpia.
Getrunken: Weisswein und Rosé auf Eis. Mein Lieblings-Entspannungsgetränk an heißen Tagen Abenden
Gegessen: Viel Döner. Und Pommes mit Zigeunersosse drauf.
Gekocht: Paella – sehr lecker.
Gefreut: Über meine Kinder, die im Urlaub soviele Freunde aus unterschiedlichen Nationen kennengelernt haben und sich richtig gut mit ihnen unterhalten konnten – sogar Kind Nummer Zwei spricht zusammenhängende, englische Sätze. Erstaunlich.
Geknipst: Viele, viele Urlaubsbilder
Gelacht: Über den Alltag – der ist so herrlich weit weg im Urlaub.
Geärgert: über viele, viele Ausreden zum Thema „Der Kunde ist König – wenn wir mal wieder den Verstand dazu übrig haben“
Gekauft: Wasser, viel, viel Wasser.
Geerbt: eine Küchenmaschine, eine Nähmaschine, einen Samowar (Orginal), Bleistiftröcke, viele Tischdecken und noch mehr Küchenhandtücher.
Gespielt: Ich warte noch auf die Einweisung in Munchkins.
Gefeiert: Oh. Viel. Sehr viel. Nächtelang unter dem spanischen Nachthimmel. Zusammen mit den Kindern und Menschen aus England und Nordirland. So komplett ohne Anlass. Einfach nur so. War das schön!
Gefühlt: Sonne und Salzwasser auf der Haut

Beim Schäfchen findet man noch mehr.

Published in: on 1. August 2012 at 07:31  Schreibe einen Kommentar