Selbstständiges Handeln? Sechs. Setzen.

Die Fingernägel meiner Kinder wachsen sehr unregelmäßig. Wochenlang passiert gar nichts, nur damit sie dann explodieren. Und unter diesen Nägeln, für die andere viel Geld bei einer Nageldesignerin ausgeben, sammeln sich die erstaunlichsten Dinge, die ein gesunder Fünfjähriger im Laufe des Tages so ausgraben kann.

Gestern abend holte ich wieder mal die Sense Nagelschere raus und rückte den Schaufeln zu Leibe.

„Mama? Mama, meine Fingernägel sind ja dreckig! Die müßten mal sauber gemacht werden.“ Ach, was Du nicht sagst. Zeit für ein pädagogisch wertvolles Gespräch.

„Ja, stimmt. Und wenn Du das so richtig erkannt hast, warum hast Du das dann nicht gemacht?“ Große Augen. Stirn in Falten. Empörter Gesichtsausdruck.

„Na, Du hast mir ja nicht gesagt, dass ich das tun soll!“ Womit bewiesen wäre, dieses Kind ist der Sohn seines Vaters.

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Published in: on 8. August 2012 at 07:12  Comments (6)  

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6 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Stellt sich für mich die Frage: Hat Ihre Tochter in diesem Alter selbständig die Fingernägel geschnitten, ich meine ohne Aufforderung?

    • Geschnitten nicht. Aber wenigstens ab und an mal sauber gemacht…

  2. Hehehe… Mama ist Gott … so einfach ist das 🙂

    • Ich hoffe, dass bleibt die nächsten 20 Jahre so:-)

  3. Hm. Daß der Wäschekorb da steht, das war lediglich eine Zustandsbeschreibung. Wie soll ein Mann wissen, was daraus schlußfolgert, daß er da steht? Und auch, daß die Fingernägel mal gereinigt werden müssten, ist lediglich eine Feststellung. Wie, es müßte mal wieder regnen. Von jemandem, der sagt, es müßte mal wieder regnen, verlangt doch auch niemand, daß er es regnen lassen soll. Oder? Frauen verlangen manchmal ganz schön viel, was das Um-die-Ecke-denken betrifft.

  4. vorgeschichte: ich bin für zwei tage mit dem jüngsten im krankenhaus. komme voller nach hause und sehe: die restlichen vier herren hier haben es sich gemütlich gemacht (so im männersinne).und ich bekam mitgeteilt-wir haben dich echt lieb aber ohne dich war´s auch ganz nett…

    nun entschied sich der kleine herr am nächsten tag zu einem erneuten aufenthalt in der klinik. und während ich mich so selber bemitleide und das chaos von der ersten rückkehr gedanklich potenziere, stolpere ich über diesen post, der mir so aus der seele spricht. die schwestern müssen auch überlegt haben, wer denn nun der patient sein könnte…. es ist so, genaus so.

    ich werde mich nun in zukunft nicht mehr so alleine fühlen, brauche kein schlechtes gewissen mehr zu haben, wenn ich, nach x-mal auf mitten im weg stehende wäschekörbe(wieso nimmst du ihn nicht mit anstatt immer darüber zu steigen?) hinweise, sauer bin.nicht verstehe warum mann, teenager und kleinkinder im hause in dieser beziehung eigentlich gleich behandelt werden müssten. sie können halt nichts dafür….

    beim lesen der kommentare stellte ich fest: eigentor- nun gibt´s eine neue ausrede(„pech, was können wir dafür, dass du von uns um-die-ecke-denken-verlangst?“)

    ich lieb´ sie trotzdem alle fünfe

    einen schönen abend

    barbara


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