Liebe ist…

Achtung, rührseliger Artikel. Zyniker bitte weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen…

Wenn man sich als moderne, fast junge (also zumindest unter 30) Frau heutzutage entscheidet zu heiraten, dann ist man nicht mehr so naiv wie vor 50 Jahren, als Heiraten erstens gesellschaftliche Norm war und zweitens noch als ganz wichtiges Ziel im Leben einer jungen Frau galt. Man weiß heute, wieviele Ehen scheitern und dass man eine recht gute Chance hat, mehr als einen Ehepartner zu haben. Auch hat man meist schon die eine oder andere Beziehung hinter sich um mitzubekommen, dass das Zusammenleben mit all seinen Konsequenzen nicht immer der sprichwörtliche Rosengarten ist.

Wenn man es dennoch tut, das Heiraten, dann meint man also, man sei gut gewappnet für die Dinge, die da kommen werden und würde den Alltag mit einem Fingerschnippen wuppen. Bis man dann irgendwann merkt, dass dem nicht so ist. Dass es immer wieder Herausforderungen gibt, die so nicht geplant waren. Und andere, die zwar geplant waren, die man sich aber irgendwie nicht so schwierig und zeitraubend vorgestellt hat. Plus all die alltäglichen Kleinigkeiten, über die man wahlweise lachen kann, die einem je nach Tagesverfassung auch gehörig auf den Geist gehen können.

Es gibt ein Bild von mir, aufgenommen heute vor genau 14 Jahren, da stehe ich im elterlichen Garten, ganz die aufgebrezelte Braut, Zigarette in der Hand, sehr sinnend und nachdenklich vor mich hinschauend (wobei ich in Wirklichkeit nur grottennervös war) – als ob ich mich fragen würde, ob ich wohl das Richtige tue (was auch schwachsinnig war, denn zu dem Zeitpunkt war ich zumindest staatsrechtlich schon einen Tag verheiratet).

Heute weiss ich sicher – es war das Richtige. Trotz der vom Standesbeamten und dem Pfarrer prognostizierten Tage des Schattens. Trotz mehr Herausforderungen und Schlafmangel als ich mir je vorstellen konnte. Trotz der sprichwörtlich offenen Zahnpastatube und anderen nervigen Kleinigkeiten. Es ist nicht, dass ich nicht einen Tag würde missen wollen – da gibt es einiges, was ich lieber nicht erlebt hätte.

Aber eines würde ich niemals missen wollen – das Gefühl der Gemeinsamkeit, der Geborgenheit und des absoluten Vertrauens. Und das Wissen, dass egal was passiert, wir da durch kommen. Gemeinsam, keiner von uns geht allein und so Gott und das Schicksal es wollen, noch sehr lange.

Alles Liebe zum 14ten Hochzeitstag, mein lieber Autor und vielen Dank für die vergangenen Jahre! Und ich bin sehr gespannt auf die Dinge, die da noch kommen werden.

So, und jetzt kann jemand den Zynikern bitte sagen, sie können wieder rein kommen und mir erklären, warum der Mann, den ich gerade noch ober den grünen Klee gelobt habe, heute ausschlafen darf und ich nicht.

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Published in: on 15. August 2012 at 07:16  Comments (8)  

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8 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. *hachmach* ♥

  2. *Tränchen verdrück* Genau das 🙂 Und ich wünsche mir sehr, das eines Tages auch erleben zu dürfen. Einen schönen Hochzeitstag!

  3. Toll geschrieben! Alles Gute zum Hochzeitstag!

  4. Herzlichen Glückwunsch!
    Weitermachen!!

  5. Alles Gute Euch beiden weiterhin! (Euch vieren eigentlich … irgendwie gehören die Kinder ja wohl auch dazu.)

  6. Schön, wenn man das nach vierzehn Ehejahren sagen kann. Herzlichen Glückwunsch zum Hochzeitstag und dass noch viele kommen mögen. Bis zur goldenen Hochzeit habt ihr ja noch ein paar Jährchen hin…:-)

  7. ALLES LIEBE ZUM HOCHZEITSTAG!!! ♥

  8. Sehr, sehr schön geschrieben und weit nachträglich von mir auch herzlichen Glückwunsch zur Elfenbeinhochzeit 🙂
    Und mal unter uns: Was wisssen schon Standesbeamte? Unsere hat zu uns gemeint, dass wir uns immer einen Gute-Nacht-Kuss geben sollen, dann werden wir auch lange verheiratet bleiben. Wenn Beziehungen doch so einfach wären… Aber sie sind auch nicht so unmöglich wie Du von deinem Pfarrer und Standesbeamten zu hören bekommen hast! Den Mittelweg finden ist – wie bei allen anderen Dingen auch – wichtig. Und ich wünsche Euch, dass ihr noch viele Jahre lang die goldene Mitte zusammen findet.


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