Thronanbetungen in Brandenburg

Gestern morgen schickte mir Frau Lostinabadbook einen Link zum Thema Viruserkrankungen in Schulen. Genau fünf Minuten später ging das Handy, meine Tochter war dran und bat, abgeholt zu werden, die Schule würde geschlossen und alles, was irgendwie nach Hause könne, solle sich vom Acker machen. Ein erheblicher Teil der Schüler war zu dem Zeitpunkt entweder schon krank zuhause und wurde es sehr eindrucksvoll in der Schule.

Am Tag vor den Ferien kommt das natürlich besonders gut, vor allem für die Kinder und Eltern, die eigentlich am Freitagnachmittag oder Samstag auf dem Weg in ihren Jahresurlaub sein sollten.

Nun ist es klar, dass erst noch Untersuchungen angestellt werden müssen, wer warum und weshalb dafür zur Verantwortung zu ziehen ist. Ich persönlich finde es allerdings, sagen wir mal, überdenkenswert, dass zwar nicht alle Kinder, die am Schulessen teilgenommen haben erkrankt sind, wohl aber alle Kinder, die krank geworden sind, am Schulessen teilgenommen haben. Jedenfalls hat das eine kurze Eruierung auf Klassenbasis ergeben.

Was mich an der Sache so aufregt sind zwei Dinge: Erstens – erstmal wird alle Schuld von sich gewiesen. Kann gar nicht sein, waren wir nicht, niemals nicht, alles böse Verleumnung. Vor allem, wenn man sich die Webseite des in den Medien kursierenden Unternehmens anschaut. Was ist das denn wieder für ein Harakiri-PR? Welcher Student hat das denn bitte geschrieben? Und vor allem: Was sagen mir die erhöhten Hygienemaßnahmen? Alles was da an erhöhten Maßnahmen zu finden ist, erwarte ich persönlich in einer Großküche eigentlich als normales Sauberkeitsgebahren – und ich bin wirklich nicht die pingeligste aller Hausfrauen.

Und zweites: Es ist deswegen keine Küche geschlossen worden, weil ja kaum Kinder ins Krankenhaus gekommen sind. Huh? Das bedeutet also, wenn sich knapp 2000 Kinder alleine in Brandenburg die Seele aus dem Leib kotzen, aber nicht so dehydrieren, dass sie stationär aufgenommen werden müssen, dann ist das soweit ok, ja? Gut zu wissen, liebes Gesundheitsamt in Brandenburg.

Da habe ich es ja richtig gemacht, damals auf das Kind gehört zu haben, als sie mir sagte, dass Essen im Hort würde irgendwie seltsam und gar nicht gut schmecken und sie daher schon seit Monaten nurmehr Stullen für die Mittagspause mit bekommt.

Manchmal muss man eben auf sein Bauchgefühl hören. Im wahrsten Sinne des Wortes.

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Published in: on 29. September 2012 at 21:58  Schreibe einen Kommentar  
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Tischkantenbeißen in den Welteroberungstisch

Ich erwähnte ja schon mal, dass es nicht immer einfach ist, von zuhause zu arbeiten. Auch dann nicht, wenn der Autor daheim ist und die Brut hütet. Denn es gibt immer Dinge, die kann nur eine Mutter entscheiden. Auf der anderen Seite lernen Kinder so auch gewisse Interpretationsspielräume zu nutzen.

Gestern nachmittag beispielsweise sass ich noch an einem Review für die Serienjunkies. Mittendrin schallte es von oben

„Mamaaaa, bei Amazon gibt es die Topmodel WG jetzt viel günstiger. Kann Daddy mir die mitbestellen?“

„Kind, ich arbeite, ich kann jetzt nicht.“ schallte ich zurück.

„Mama, Daddy bestellt jetzt, darf er mir das mit bestellen?“ Was ist schon Arbeit gegen die wichtigen Dinge im Leben.

„Ich kann jetzt nicht!“ Himmel.

„Mama, das ist um die Hälfte billiger, darf er?“ Ungeduld schwang mit, schließlich war Daddy dabei, die Bestellung abzuschließen.

„ICH ARBEITE HIER!“ Kurzexplosion aus dem Keller.

„War das ein Ja?“ Und dann hörte man nur noch „Daddy, sie hat ja gesagt. Sort of.“

Kopf -> Tischkante. Und das nicht im übertragenen Sinne.

Published in: on 26. September 2012 at 06:03  Comments (1)  

Sage mir was Du kaufst und ich sage Dir, wie Du ißt.

Wir streichen gerade unsere Küche. Das bedeutet, dass hier alles abgedeckt ist, man kommt noch nicht mal an den Kühlschrank, geschweige denn den Herd oder irgendetwas mit dem es möglich wäre, Essen zu präparieren.

Und deswegen war ich gerade eben schnell in meinem Haus- und Hofsupermarkt und kaufte Instant-Nudeln. Ja, ich weiß, in dem Zeug sind Es in unvorstellbaren Mengen drin und sie sind noch nicht mal an natürlichen Zutaten vorbeigetragen worden. Aber sie lassen sich essen, indem man sie mit heißem Wasser übergießen kann und der Wasserkocher ist noch greifbar. Und zwei Mal an einem Tag ertrag ich McDonalds nicht.

Jedenfalls, ich stehe also an der Kasse und lege mein Industriefutter aufs Band. Darauf, wo ich sonst die Biomarke der Kette und Frisches lege. Mich trifft der Blick der mir wohlbekannten Kassiererin. Hochgezogene Augenbraue, fragender Blick.

„Ich, eh, wir renovieren die Küche und, eh, deswegen, der Wasserkocher ist noch da.“ Zögerliches Nicken.

„Da bin ich ja beruhigt!“

Ja, ich weiß, eigentlich sollte ich genervt von sowas sein – Dorfgetratsche und so. Aber ich mag es. Wirklich. Es hat einfach was heimeliges und anonym einkaufen kann schließlich jeder.

Published in: on 22. September 2012 at 15:47  Comments (3)  

Ja, wo laufen sie denn?

So, ich hätte es dann geschafft. Ich habe meinen ersten Run mitgemacht, den Lauf den Hobrecht über 5km. 1,8 ging leider nur für die Kinder. Und an 10km wage ich ja noch nicht mal zu denken.

Um es kurz zu machen, ich bin angekommen, ich war noch nicht mal die Letzte und ich war danach so unglaublich fertig. Noch nicht mal so wegen der Strecke, schließlich trainiert man ja vorher, sondern eher wegen des Tempos. Die sind nicht nur alle angegangen wie die Sprinter, die haben das auch fast alle durchgehalten, während ich eigentlich immer vor mich hintrotte. Nur, wenn die alle losrennen, dann rennt man automatisch mit, auch wenn man eigentlich weiß, dass man das nicht tun sollte, sein eigenes Tempo, ankommen ist alles, es macht nichts, wenn man von den Viertelmarathonläufern überholt wird, yadda yadda.

Aber egal, ich habe meine persönliche Bestzeit von, nein, ich schäme mich nicht es zu sagen, 34:15 gelaufen, ich bin angekommen und konnte den Zielraum noch auf eigenen Beinen verlassen.
So hat eben jeder sein eigenes Erfolgserlebnis. Und mal abgesehen davon, auf das Siegertreppchen hätte ich mich eh nicht mehr schleppen können. Von daher war das schon ganz gut so.

Published in: on 18. September 2012 at 10:59  Comments (3)  

Gericht des Tages

Kind Nummer Zwei hat ja das Glück in der Kita einen sehr guten Koch zu haben. Und weil er der Sohn seiner Mutter ist, kann er mir auch jeden Tag sagen, was er mittags bekommen hat. Die Tage gab es zum Beispiel:

„Die Mama aller Fische!“ Huh?

„Huh?“

„Na, es gab die Mama aller Fische. Weil die Fischkinder sind doch die Fischstäbchen und heute gab es die Mama davon. Zusammen mit einer weissen Sosse, Karoffeln und einem ganz tollen Salat.“

Da ahnt man, wie die Erzieher und der Koch einige Kinder der „nein, nein, meinen Fisch ess ich aber nicht“ dazu animiert haben, ihr Dorschfilet zu essen. Denn laut meinem Sohn haben alle Kinder die Mama gegessen.

Auch lehrreich.

Published in: on 15. September 2012 at 06:26  Comments (3)  

12 von 12 im September

Auch dieses Mal wieder mit mir, auch wenn mein Tag zwar nicht langweilig aber dennoch eher hausgebunden war. Die ganze Liste gibt es wie immer bei Caro

So sieht es morgens bei mir aus. Kaffeetasse und Laptop. Und ein paar Minuten Ruhe. Wenn es ein guter Tag ist.

Training für die Figur und den Lauf am Sonntag. Ich seh dem ganzen ja sehr gelassen entgegen – eine muss ja Letzte sein.

Doping.

Essen für den Mann – Tüte, aber immerhin bio…

Flug war nach nur zweieinhalb Stunden vergeblichen Versuchen dann gebucht. Airberlin hat es sogar ohne Gebühren telefonisch gemacht, weil es nachweislich ein Fehler auf ihrer Webseite war. Es geschehen Zeichen und Wunder.

Abendessen auf amerikanisch.

Mutters Essen: Spanische Salami

Eine Runde Munchkin gespielt. Das ist hier gerade der ultimative Hit. Kind Nummer Zwei kann zwar nicht lesen, aber alle Karten auswendig.

Abendliche Lektüre für das Kind mit Pferdehaar-Allergie.

Good night, John-Boy.

Falls ich noch dazu komme – leichte Abendlektüre.

That should be a healthy peppermint tea. And than I talked to Helen. Now it is peppermint tea with sugar and lemon. And vodka. Thank you so much, Helen…

Ich geh dann mal ins Bett:-)

Published in: on 12. September 2012 at 20:31  Comments (1)  

Zitat des Tages

Meine Kinder haben es ja mit den Ohren. Mutter soll sie immer säubern, aber bitte vorsichtig. Und danach wird dann das Stäbchen genauestens examiniert. Oder aber, wenn Mutter es nicht richtig gemacht hat, wird korrigiert. Wie Kind Nummer Eins gestern

„Mama! Mama, paß mal bitte auf, das war ja fast in meinem Ohrrohr drinne!“

Klar, ich hatte auch die Hoffnung, dass Deine partielle Unfähigkeit zu hören damit vielleicht behoben werden könnte.

Funktioniert aber leider nicht.

Published in: on 10. September 2012 at 21:33  Comments (4)  

Abenteuer Koffertausch

Ok, dieses Mal war ich selbst schuld.

Ich habe am Kofferband den falschen Koffer gegriffen – wobei er wirklich, wirklich genau so aussah wie meiner. Dasselbe Modell, diesselben Kratzer, sogar die Kennzeichnung war identisch. Nur leider war dieser Koffer abgeschlossen und meiner nicht. Und er hatte einen anderen Namen auf dem Winzschild stehen – aber gut, wie gesagt, mein Fehler. Gemerkt habe ich es dann zuhause, als ich die Tapas großzügig verteilen wollte.

Nun, so dachte ich, das Problem kann ja so neu nicht sein. Also hab ich bei der Info am Flughafen angerufen um zu wissen, wie ich denn jetzt bitte verfahren sollte. Die haben mir eine Nummer von der Fluggesellschaft gegeben. Da habe ich mit einer Maschine gesprochen. Sehr lange Zeit. Also hab ich wieder die Airline auf einer anderen Nummer angerufen, die mir zwar nicht helfen konnten, aber die Nummer vom Lost and Found Berlin Tegel gegeben haben.
Da wiederum hat man mich angschnauzt, woher ich die Nummer hätte und ich müßte sofort da wieder anrufen, weil sie mir die Nummer gegeben haben und mich beschweren, dass mir die Airline helfen wollte. Er gab mir dann gnädigerweise die Nummer von Globe Ground, die offensichtlich für verloren gegangenes Gepäck zuständig waren.
Es war die nächste Maschine mit der ich sprach und die mir sagte, dass alle Plätze besetzt seien. Also wieder die Airline angerufen. Da wurde ich dann das nächste Mal runtergeputzt, ich sei da total falsch, warum ich ihre Zeit verschwende und schließlich und endlich wäre das ja alles meine eigene Schuld.

Da bin ich dann geplatzt.

Das weiss ich sehr wohl, aber es muß doch irgendjemand in diesem ganzen Prozess in der Lage sein, mir zu erklären, wie jetzt meine nächsten Schritte zu sein haben. Nur „dann kommen sie halt mit dem Koffer zum Flughafen“ reicht mir nicht – ich muss schon wissen, wohin ich mit dem Ding am Flughafen muss.

Nach knapp drei Stunden habe ich dann endlich an der zweiten Nummer einen echten Menschen erreicht. Und die Dame sagte mir in einfachen Worten, was ich zu tun habe (Koffer zum Flughafen, direkt zu Globe Ground gehen, abgeben und Vermißtenanzeige für meinen eigenen aufgeben und hoffen) und das das möglichst schnell zu passieren habe.

Was ich dann auch am nächsten Morgen tat, am frühen Nachmittag rief man an, mein Koffer sei gerade von einem Herrn aus dem Süden Berlins gebracht worden und um kurz nach 20 Uhr hatte ich ihn dann wieder.

Und jetzt frage ich: Ist das so schwer? Muß man mich als Kunde, der sogar noch weiß, dass er selbst einen Fehler gemacht hat, anranzen? Tut das not? Zumal die eigentliche Lösung des Ganzen vielleicht 2 Minuten gekostet hat.

Übrigens: Die Tapas waren noch gut. Wer immer also meinen Koffer aus Versehen gegriffen hat, er hat ihn gut und kühl gelagert. Es sind die kleinen Dinge im Leben, für die wir dankbar sind.

Published in: on 7. September 2012 at 10:08  Comments (13)  

Trau keinem über 30

Ok, also wir hatten vor ein paar Monaten einen Artikel über Freundschaften und wie sie sich verändern. Noch schlimmer ist aber ein Vertrauensbruch – auch und gerade wenn er nicht mit Absicht geschieht, wovon man wohl in den meisten Fällen ausgehen darf. Damit umzugehen macht dann auch keinen Spaß. Und ich bin mir auch noch nicht sicher, wie ich der betreffenden Person gegenüber reagieren soll.

Eines werde ich allerdings sicherlich nicht tun – es meine anderen und zukünftigen Freundschaften berühren lassen, wie man es mir jüngst als Präventionensmaßnahme vorschlug. Oder anders: Hase, Du bist selbst schuld, wenn Du zu sehr vertraust und Dich auf andere Menschen einläßt. Tu das nicht und Du wirst nicht verletzt.

Nope. Ich habe mich doch nicht durch die Widrigkeiten des Lebens durchgebissen, um jetzt auf die Idee zu kommen, dass Vertrauen in andere Menschen an sich schlecht ist. Ja, es tut weh. Sehr sogar. Aber was ist die Alternative? Sich nur noch auf einen Menschen zu verlassen – nämlich sich selbst. Ist das wirklich erstrebenswert? Nicht für mich. Nein. Auf gar keinen Fall. Lieber leide ich einmal pro Dekade.

Und mal abgesehen davon, es wäre das Äquivalent zur Sippenhaft. Mein Vertrauen wurde durch eine mir sehr nahestehende Person mißbraucht, also ist kein anderer Mensch dieser Welt es mehr wert, dass ich ihn so in mein Leben lasse. Wunderbar. Fragt sich, wen ich damit mehr verletze, Menschen, die mir etwas bedeuten oder mich selbst.

Ich glaube ja fest an den Spruch: Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude. Das funktioniert aber nur, wenn man sich auf andere einlässt und vertraut. Da ich Ökonomin bin und mir Gewinnmaximierung quasi ins Diplom geschrieben wurde, kann und werde ich darauf nicht verzichten. Und das Risiko der Enttäuschung ist unabsehbar vorhanden, aber eben in Abwägung zu dem zu erwartenden seelischen Gewinn in keinem Verhältnis stehend.

Oder nochmal anders: Ich buche das Ganze jetzt als Lebenserfahrung ab, habe heute unter der Sonne Spaniens ein Date mit Herrn Torres und bin dankbar für all meine Freunde, die mich hier und zuhause auffangen. Denn wie gesagt: Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Und, nur für das Protokoll, es ist und bleibt ein Scheißjahr.

Published in: on 4. September 2012 at 10:24  Comments (1)  
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Blogausfall wegen akuter Entspannung

Was schreibt man für einen Eintrag, wenn man gerade in einer spanischen Bar sitzt, der Sommer dort seit gestern vorbei ist und sich die Temperaturen von 43 auf 31 Grad einpendeln und man eigentlich gleich ein Mittagsschläfchen machen will, danach den ersten Drink des Tages zusammen mit einer Freundin zu sich nehmen will, während die Beine im Pool baumeln, in dem zwei Fünfjährige den ganzen Tag planschen und ihre Mütter im Großen und Ganzen in Ruhe lassen?

Eben.

🙂

Published in: on 1. September 2012 at 12:14  Comments (2)