Mein Sohn, die Spaßbremse

Es ist offiziell, Kind Nummer Zwei wurde direkt nach der Geburt vertauscht.

Morgen ist Halloween, was bedeutet, dass ich unseren halben Jahresvorrat an Süsskram heute gekauft und schon mal in die Schüsseln verteilt habe. Ein mißbilligender Blick trifft mich.

„Mama, sag mal, kann man an Halloween nicht auch Apples rausgeben?“ Huh?!

„Huh?!“

„Na, Äpfel, die sind doch auch viel gesünder. Das ist für die anderen Kinder doch gar nicht gut.“ Ähhhh…

„Schatz, wie würdest Du es finden, wenn Du morgen Äpfel in Deine Candybag bekommst?“ Nachdenkliches Schweigen.

„Naja, die anderen machen das ja nicht, da können wir doch damit mal anfangen! Einer muß das ja tun.“ Mein Kind, der zukünftige Zahnarzt. Und sehr gut umschifft die Frage, mein Kind.

Vollends aus der Bahn geworfen hat mich dann aber die Forderung beider Kinder, sie wollen dann doch lieber Obstsalat zum Nachtisch statt Lebkuchen. Nicht, dass hier beides offen rumsteht und sie sich nur bedienen brauchen, nur falls jemand die Kinder kurz vor dem Skorbut sieht.

Ich geh dann mal den Vaterschaftstest für den Autor kaufen.

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Published in: on 30. Oktober 2012 at 21:33  Comments (1)  

Es gibt Tage und es gibt Tage

Es gibt Abende, da wäre ich zu Tode betrübt, wenn mir eine Partyteilnahme, auf die ich mich eigentlich sehr gefreut habe, wegen akuter Müdigkeit abgesagt wird.

Und dann gibt es Abende, an denen ich mich bei genau diesem Sachverhalt seufzend zurücklehne, meinen Kindle und ein Glas Wein nehme und mir denke: Ne, ist gut so.

Ich geh dann mal den Kamin anmachen.

Published in: on 27. Oktober 2012 at 19:07  Comments (4)  

Zitat des Tages

Fast-6jährige haben ja Phasen und mein Sohn ist gerade in seiner Fragephase. Schon seit Tagen. Heute war es den ganzen Weg von der Kita, es kamen die möglichsten und unmöglichsten Fragen. Nach der gefühlten 3765ten gab Mutter pädagogisch höchst fragwürdig auf.

„Sag mal, Kind Nummer Zwei, hast Du heute wieder Fragewasser getrunken?“ Nachdenkliches Stirnrunzeln und überlegen.

„Nein, eigentlich nicht. Eigentlich habe ich heute nur Milch und Tee getrunken. Und Kakao, aber das ist ja Milch. Mama, warum zählt der Kakao zu Milch?“

Und es war keine Tischkante zum draufknallen da.

Published in: on 24. Oktober 2012 at 15:25  Comments (2)  

Vom Dampfrad zum iPad

Man vergißt ja als Anfangsvierziegerin Sehrenddreißigerin ja gerne, wie sehr sich die Welt in den letzten 90 Jahren verändert hat. Für unsere Großeltern war ein Fernseher noch eine schier unglaubliche Erfindung. Mein Vater hält Computer noch heute für Teufelswerk.

Es scheint, sehe ich mich so in meinem Bekanntenkreis um, als ob wir die erste Generation sind, die auch in ihrem normalen, täglichen Leben mit der technischen Entwicklung Schritt hält. Da der Mensch aber immer auch ein Gewohnheitstier ist, kommt es immer wieder zu Situationen, in denen man nicht weiß, ob man Lachen oder Weinen soll.

So erzählte Frau Lostinabadbook die Tage, sie hätte, als sie die Zeit während des Klavier-Übens kontrollieren wollte nicht auf die Uhr an der Wand, sondern rechts oben aufs Notenblatt geschaut hat.

Und ich habe auf dem Boden gelegen vor Lachen, als Frau Serienjunkie letztens ihren Laptop hochgefahren hat und auf den Bildschirm statt auf die Tastatur getippt und sich gewundert hat, warum das Ding sich nicht einloggt. Sowas passiert, wenn man zuviel mit Touchscreens umgeht – selbst schuld.

Dachte ich, bis ich es nicht geschafft habe, auf meinem Kindle zu navigieren, weil das Ding nicht auf meine Antippversuche reagierte und ich erst Minuten später auf die Idee kam, die Navigation unten und seitlich am Gerät zu nutzen. Ich kam mir nur minimal dämlich vor.

Ich bin mehr als gespannt, wie dereinst unsere Kinder damit umgehen werden. Sie haben diese kleinen Erlebnisse ja schon in früher Kindheit – beide Kinder haben immerhin nur ein einziges Mal auf einen Pfeil in einem Buch getippt und waren rechtschaffen enrüstet, dass sich die Seite nicht von allein umschlug.

Schön, dass manche Dinge generationenübergreifend gleich bleiben.

Published in: on 21. Oktober 2012 at 08:31  Comments (6)  

Jammern auf extrem hohen Niveau

Meine Kinder leben ja so ein wenig im NimmerNimmerLand, was ihre Eltern angeht. Daddy ist zwar oft nicht da, wenn andere Väter da sind, ist aber dafür in der Lage, mit ihnen was zu machen, wenn andere Eltern eben auf der Arbeit sind. Und ihre Mutter verschwindet ab und an zu unmöglichen Zeiten hinter dem Computer respektive ins Arbeitszimmer, aber das ist nicht weiter schlimm, weil das unbeaufsichtigtes, freies Spielen bedeutet. Und im Notfall ist sie immer da.

Nun hat Mutter aber einen Job angenommen, bei dem tatsächlich einmal in der Woche Präsenz gefordert ist. Und zwar so, dass es schon mal sein kann, dass sie nicht nur um halb sieben aus dem Haus muss sondern auch erst gegen 16 Uhr heimkommt. Wenn das mit dem Dienstplan des Autors kollidiert, dann bedeutet das ganz ab und an, dass Kind Nummer Zwei um viertel nach sechs in den Kindergarten und Kind Nummer Eins alleine aus dem Haus muss und vielleicht auch mal alleine ist, wenn sie heim kommt.

Während mein Sohn das als ein großes Abenteuer sieht, fängt meine Tochter an zu diskutieren.

„Mama, bedeutet dass, dass Du dann an dem Tag nicht zuhause bist, wenn ich komme?“ Große Augen.

„Jo.“ Willkommen im Leben, mein Kind.

„Mama, dann komm ich nach Hause und Du bist nicht da?“ Empörter Gesichtsausdruck.

„Jo.“ Ich zweifle an meiner bisherigen Taktik der Präsenz.

„Mamaaaa, dann ist das wie bei allen anderen auch. Ach Mama, dass ist doof. Ich will nicht so sein, wie alle anderen!“

Der Ansatz, mein Schatz, ist nicht schlecht. Allein, ich zweifele, dass er hält.

Published in: on 16. Oktober 2012 at 21:52  Comments (1)  

12 von 12 im Oktober

Meine Damen und Herren, der Monat ist schon wieder um. Hier kommen meine, heute sehr hausfixierten Bilder. Mehr wie immer bei Caro.

Lebenselexier. Morgens. Notwendig.

Arbeit vor der Arbeit.

Restbestände vom Brunch.

Wackelzahn. Der erste.

Mein Schreibtisch. Also der vom Autor. Also unserer. Irgendwie.

Unglaublich gesundes Mittessen.

KindNr.1 kann Salto.

Schwach geworden.

Schleifenlernkurs. Ausbaufähig.

Kinderzeh. Dreckig.

Kind macht Gnocci.

Mutter macht Feierabend.

Published in: on 12. Oktober 2012 at 18:32  Comments (2)  

Das eine kommt, das andere nicht – vom kosmischen Gleichgewicht

Ich habe vorhin ein Amazonpaket mit einer Fünf Freunde DVD drin bekommen. Die ich aber nicht bestellt habe. Auch wenn die Rechnung da drinnen erzählt, dass ich sie Sonntag geordert habe. Die Bestellnummer auf der Rechnung ließ sich online auch nicht finden. Aber auf der Rechnung stand, dass ich trotzdem der Besteller bin – nur falsch geschrieben. Und ein Hinweis darauf, dass es ein Geschenk sein könnte ließ sich auch nicht finden. Und noch unheimlicher – der zweite Teil der Lieferung würde noch kommen.

Da nicht nur ich, sondern auch der Autor das seltsam fand (und wir spontan auch nicht wissen, wer diese und die dann anscheinend noch kommende Rechnung bezahlt), habe ich den sehr freundlichen Amazon-Kundendienst in Anspruch genommen, indem ich dort anrief.

Nach zwei Mal Warteschleife kam heraus: Es ist ein Geschenk von jemandem, der im gleichen Ort wohnt wie ich, aber der aus irgendeinem Grunde mich als Besteller und Empfänger angegeben hat. Hm. Bezahlt ist es auch schon von diesem Gönner. Noch mehr hmmmm. Aber den Namen durften die Kundendienstdame mir natürlich aus Datenschutzgründen nicht verraten. Creepy das alles.. Ich warte dann mal auf die Lieferung Teil II, in der es hoffentlich einen Hinweis auf den oder die Gönner/in gibt

Dafür sollte ich aber am Samstag einen Blumenstrauss per Fleurop bekommen, der bis heute nicht angekommen ist. Die Schenkerin wunderte sich etwas, dass ich so gar kein Wort drüber verloren habe, was ich ja sonst immer sofort tue. Keiner weiss, wo der Auftrag, respektive die Blumen geblieben sind. Irgendwo auf dem Weg zwischen alter und neuer Heimat muss was passiert sein, was wir wahrscheinlich gar nicht wissen wollen.

Langsam finde ich das alles sehr, sehr merkwürdig. Wahrscheinlich sind das alles schon Vorboten auf das diesjährige Ende der Welt und ich bin nur wieder zu ignorant, das zu sehen.

Published in: on 10. Oktober 2012 at 14:57  Comments (3)  
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Zitat des Tages

Heute von Kind Nummer Eins

„Mann, Kind Nummer Zwei, pass auf, mein Fuß ist eingeschlafen, lass den doch schlafen!“

„Ist das gut, dass der schläft?“

„Ja.“

Ohne weitere Worte.

Published in: on 8. Oktober 2012 at 07:29  Comments (1)  

Coolness now and then

Kind Nummer Eins wird langsam vorpubertär und bekommt die richtigen Instinkte. Die Natur nimmt da ihren Lauf. Leider scheinen diese Instinkte bei ihr in die falsche Richtung zu gehen.

Wir sind ja am Tag der deutschen Einheit den Mauerweg im Naturschutzgebiet Lübars entlanggelaufen, was ja so nicht geplant war, weswegen ich nicht unbedingt das richtige Schuhwerk mit hatte. Also klackerten meine Absätze munter vor sich hin.

„Mama, kannst Du mal ein bißchen leiser klackern? Du bist hier die Einzige in solchen Schuhen. Mama, dass ist so peinlich!“ Here it comes, welcome to the next stage of parenthood.

„Kind, ich kann es jetzt gerade nicht ändern, ich kann ja schließlich nicht barfuß laufen. Und so schlimm ist es auch nicht!“ Es waren Docker´s und keine HighHeels, nur so zur Einordnung.

„Doch Mama, ist es. Das sieht so aus, als ob wir aus der Stadt kommen. Das ist so peeeeeiiiiinlich!“

Was genau zwei Schlüsse zuläßt: Entweder ich züchte mir hier eine überzeugte, stolze Dorfbewohnerin heran. Oder aber eine stilsichere Trendsetterin die den Land-Living-Trend bis zur Perfektion lebt.

Published in: on 5. Oktober 2012 at 07:18  Comments (1)  

In der Moschee zur deutschen Einheit

Feiertag und beide Elternteile müssen nicht arbeiten. Eine Rarität im Hause Possum. Da will die Aktivität gut geplant sein.

Nach einigem Hin und Her und Abwägen hatten wir uns entschlossen, erst den kulturellen Bildungsauftrag als Eltern zu erfüllen und am Tag der offenen Moschee eine islamische Gebetsstätte zu besuchen. Und da wir ja eher in der spirituellen Diaspora jedweder Religion leben, entschieden wir uns für die Khadija-Moschee – einmal weil sie bei uns in relativer Nähe ist und dann, weil wir die schnell gegoogelte Geschichte hinter ihrer Entstehung sehr interessant fanden.  Tatsächlich fanden nicht nur wir es interessant, sondern auch die Kinder (was unter anderem an dem wunderschönen Teppich und dem moschee-eigenen Spielplatz lag – man muss die Brut eben abholen, wo sie steht). Wir selbst hatten sehr informative Gespräche mit dem Imam sowie anderen Gläubigen und fühlten uns insgesamt sehr willkommen. Doch, das war sehr schön.

Danach wollten wir eigentlich zum Gaucklerfest nach Oranienburg, das sich mir auf Plakaten angekündigt hatte – leider hatte Mutter falsch geguckt und sich im Datum vertan. Dummerweise haben wir das erst gemerkt, als wir schon in Oranienburg standen. Aber wir sind ja nix, wenn nicht flexibel und wir hatten gehört, dass das Naturschutzgebiet Lübars wirklich schön sein soll um diese Jahreszeit. War er auch – mit ungewöhnlichen all den Krakendrachen, die dort umherflogen. Und nachdem wir ja mit der Moschee die Kultur abgearbeitet hatten gingen wir im Naturpark ein Stück des Mauerwegs  nebst elterlicher Erklärung entlang und taten somit auch der Politik und der Geschichte genüge.
Doch ja, ich finde, ich hab mir meinen Crémant ob der bildungspolitischen Arbeit heute durchaus verdient. Und sobald die Kinder im Bett sind, kann ich dann endlich wieder mein geliebtes Trash-Fanfic lesen. Zuviel Bildung ist schließlich auch nicht gut.

Published in: on 3. Oktober 2012 at 19:33  Schreibe einen Kommentar  
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