Vom Dampfrad zum iPad

Man vergißt ja als Anfangsvierziegerin Sehrenddreißigerin ja gerne, wie sehr sich die Welt in den letzten 90 Jahren verändert hat. Für unsere Großeltern war ein Fernseher noch eine schier unglaubliche Erfindung. Mein Vater hält Computer noch heute für Teufelswerk.

Es scheint, sehe ich mich so in meinem Bekanntenkreis um, als ob wir die erste Generation sind, die auch in ihrem normalen, täglichen Leben mit der technischen Entwicklung Schritt hält. Da der Mensch aber immer auch ein Gewohnheitstier ist, kommt es immer wieder zu Situationen, in denen man nicht weiß, ob man Lachen oder Weinen soll.

So erzählte Frau Lostinabadbook die Tage, sie hätte, als sie die Zeit während des Klavier-Übens kontrollieren wollte nicht auf die Uhr an der Wand, sondern rechts oben aufs Notenblatt geschaut hat.

Und ich habe auf dem Boden gelegen vor Lachen, als Frau Serienjunkie letztens ihren Laptop hochgefahren hat und auf den Bildschirm statt auf die Tastatur getippt und sich gewundert hat, warum das Ding sich nicht einloggt. Sowas passiert, wenn man zuviel mit Touchscreens umgeht – selbst schuld.

Dachte ich, bis ich es nicht geschafft habe, auf meinem Kindle zu navigieren, weil das Ding nicht auf meine Antippversuche reagierte und ich erst Minuten später auf die Idee kam, die Navigation unten und seitlich am Gerät zu nutzen. Ich kam mir nur minimal dämlich vor.

Ich bin mehr als gespannt, wie dereinst unsere Kinder damit umgehen werden. Sie haben diese kleinen Erlebnisse ja schon in früher Kindheit – beide Kinder haben immerhin nur ein einziges Mal auf einen Pfeil in einem Buch getippt und waren rechtschaffen enrüstet, dass sich die Seite nicht von allein umschlug.

Schön, dass manche Dinge generationenübergreifend gleich bleiben.

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Published in: on 21. Oktober 2012 at 08:31  Comments (6)  

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6 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Meine Holde (Datenbank-Admin) beim Blick in den Kühlschrank: „Schatz, die Milch ist expired!“

    Oh, und was das Thema Sehrenddreißiger angeht, gab’s mal einen netten Spruch von unserer Tochter: „Mama, gab es eigentlich noch Dinosaurier, als Du klein warst?“

    • Ja, danke, da fühlt man sich dann richtig alt:-)

  2. Ist mir dazu sofort eingefallen:

  3. Wenn im Kino ein langer Abspann läuft, dann suche ich an der Seite immer den Scrollbalken um zu gucken, wie lange der Abspann noch dauert.

  4. Man fragt sich allerdings, wie die Generation zurecht kommt, wenn der Strom längere Zeit ausfällt und auch die Akkus nicht mehr aufgeladen werden können.

  5. Daß ich zuviel WoW gespielt habe, merke ich daran, daß ich bei normalen Fotos die Kamerasicht drehen will (z.B. hinter mich gucken). Oder glaube aus dem Augenwinkel auf meinem Navi ein gelbes Fragezeichen zu sehen… 😉


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