Kulinarische Religion

Ich habe die Tage mit Kind Nummer Eins beim lokalen Griechen gesessen (Kind Nummer Zwei sass bei selbigem im Wohnzimmer und ließ sich das Essen auf die Couch servieren) und wir redeten über Gott und die Welt. Wo ich denn mal hinwolle? Nach Indien vielleicht? Keine Ahnung, wie das Kind auf Indien kommt.

Aber so erklärte ich ihr das Prinzip des Hinduismus und dass das Kastensystem gegen meine Überzeugungen läuft, aber dass das nichts hieße, weil jeder Mensch das Recht auf eine eigene Religion habe und keine besser sei als die andere – das ganze aufgeklärte Gedöns halt.

Irgendwann hob das Kind die Hand und meinte

„Mama, können wir über was anderes als Religion reden? Ich will noch essen udn das verdirbt mir immer den Appetit…“

Wir haben dann über weiße Sandstrände geredet.

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Published in: on 26. Februar 2013 at 06:07  Schreibe einen Kommentar  

Kindergeburtstag heute

Kind Nummer Eins hat in knapp drei Wochen Geburtstag, sie wird 10 und sowas will generalstabsmäßig geplant sein. Das es wieder eine Pyjama-Party wird, ist seit Wochen klar. Wer kommt auch, die Einladungen gehen heute raus. Über das Programm wird noch gebrütet, einzelne Elemente stehen aber schon.

Und das Essen – ja, da ist sie ganz Mutters Tochter.

„Mama, also, es darf nichts sein, was jeder hat. Keine Pommes, kein Schnitzel, keine Nuggets. Und Minipizzen hat jetzt auch jeder Dritte.“ Aha.

„Aha. Und was hast Du Dir so gedacht?“ Mal sehen, was das Kind von Muttern gelernt hat.

„Ach, ich dachte an ein kleines Buffet. Ich hab da schon mal eine Liste gemacht, was da drauf könnte. Geh da doch mal drüber und sag mir, was Du davon hälst. Sooooo, jetzt die Deko…“ Ich gebe zu, das Kind hat ich einigermaßen sprachlos mit der Liste in der Hand zurück gelassen.

Denn nicht nur, dass sie ihre Party wirklich annähernd selbst plant (Buuuhuuhhh, sie war doch gestern erst noch so klein), alles was sie sich ausdenkt ist realistisch und hat Hand und Fuß. Von den Spielen, über den Film bis eben hin zum Buffet. Das im übrigen (in der Reihenfolge): Rohkost, Spieße mit Obst, Hähnchenkeulen und Bulettchen beinhaltet.

Ich denke, ich sollte dem Kind mal den Beruf der Eventmanagerin mal näherbringen.

Published in: on 23. Februar 2013 at 08:12  Comments (1)  
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Alles eine Definitionssache

Die Geschichte mit dem Sieben Wochen mehr ich läuft gut an, stellt mich aber vor nie geahnte Fragen.  Ist jetzt zum Beispiel der Geburtstag bei Freunden, zu dem ich gerne gehe und der Spaß macht nun als Zeit für mich zu buchen oder gilt er als Familienzeit, weil ich die Kinder mit hatte.  Schwimmen mit Kind Nummer Zwei: Ist das meine Zeit für Bewegung oder Familienzeit, weil wir für das theoretische Seepferdchen geübt haben?

Fragen, über die man sich ja gemeinhin keinen Kopp macht. Aber wie heißt es so schön? Der Weg ist das Ziel und wenn ich über solche Sachen nachdenke, mache ich mir ja auch Gedanken über die Zeit an sich. Leider tue ich das in der Zeit, die mir dann für mich selbst fehlt.

Das nennt man dann wohl Ironie oder so.

 

Published in: on 19. Februar 2013 at 07:45  Comments (1)  

Dialog des Tages

Das Telefon klingelt. Eine sehr seltsame Nummer erscheint und ich ahne Nerviges.

„Hallo, Possum hier“ Klicken in der Leitung. Kurze Pause. Dann mit südasiatischem Akzent

„Hello? I am calling because of your computer.“ Aha.

„Aha. And now you want to tell me, that my Apple has a Windows problem.“ Klick.

Aufgelegt. Tja, wenn man so schnell aufgibt, junger Mann, dann wird das nichts mit dem Wasauchimmerklau.

Published in: on 15. Februar 2013 at 06:53  Comments (1)  

Sieben Wochen mehr

Ich will dieses Jahr eigentlich wieder bei der Aktion „Sieben Wochen ohne“ mitmachen. Aber mit „Riskier was, Mensch“ haben sie erneut ein Motto gewählt, dass, gelinde gesagt, nicht meins ist. Ja, ich bin im Grunde ein Mensch, der Sicherheit braucht – also grundsätzliche, der Autor kann ein Lied davon singen, wenn ich regelmäßig in den Hypothkenmonaten anfange zu jammern, dass wir alle unter einer Brücke enden werden. Wenn es aber um die kleinen Risiken im Leben geht – noch mehr davon einzugehen wäre weder für die Kinder noch für mich gesund.

Das Motto dann also eher nicht. Aber es geht ja darum, etwas zu tun, was man sonst nicht macht. Etwas zu tun, was einem durchaus schwer fällt. Worüber man jeden Tag nachdenken muß. Und deswegen habe ich beschlossen, ich mache mein „Sieben Wochen mehr“.

Mit mehr Zeit für mich. Das beinhaltet mehr Sport, mehr Entspannung, mehr Bewußtsein für mich oder kurz: Mehr ich. Was jetzt nicht bedeutet, dass ich mich von vorne bis hinten bedienen lassen werde – wobei, wenn meine Familie das tun würde, würde ich mich jetzt nicht mit Händen und Füßen sträuben. Aber ich bin gerade in einer Situation, in der der emotionale Stress ein normales Maß erreicht hat, der berufliche aber gerade höher ist als in den letzten 10 Jahren. Das ist nichts, was sich nicht mit einem guten Zeitmanagement in den Griff kriegen ließe.

Und dafür habe ich mir die Zeit bis Ostern ausgesucht. Denn nur wenn es mir gut geht, körperlich und seelisch, geht es auch meiner Familie gut. Aber da man ja immer eher an sich selbst knapst als an allem anderen, merkt man es oft viel zu spät, selbst wenn man drauf aufmerksam gemacht wird. Meist geht einem erst ein Licht auf, wenn die Kinder am Rad drehen und das brauche ich nicht.

Also wird jetzt sieben Wochen lang eine Stunde am Tag nur mir gehören, die ich ganz bewußt für mich verbringen werde. Ob nun mit Sport, mit bewußtem Lesen oder das zu kochen, was ich immer schon wollte aber ausser mir hier keiner ißt – es ist meine Stunde. In der wird nicht gearbeitet, nicht aufgeräumt, geputzt oder sie einfach nur so verdaddelt. Damit ich diese Stunde aber habe, muß ich sie mir freischaufeln. Und das wiederum beinhaltet zu schauen, wieviel Zeit ich für unnützes Zeug verplempere – wie gesagt, ein gutes Zeitmanagement wird von Nöten sein. Und ja, ich werde zumindest ab und an auch mal „Nein“ zu Autor und der Brut sagen müssen. Und nicht gleich hier schreien, wenn irgendeine freiwillige, ehrenamtliche Tätigkeit vergeben wird.

Ob ich das schaffe? Mal schauen, wir werden sehen.  Aber so lange ist es ja nicht bis Ostern. Das klappt schon. Irgendwie.

Published in: on 12. Februar 2013 at 20:29  Comments (3)  
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Dialog des Tages

Wir gucken gerade den ersten Lara Croft Film.

Kind Nummer Zwei:“Lara Croft ist ja schon schön.“

Kind Nummer Eins:“Ja.“ Pause. „Aber Mama ist schöner.“

Kind Nummer Zwei: „Ja.“ Kollektives Zurücklehnen und vereintes Greifen in die Chipstüte.

Manchmal sollte man einfach die Dinge genießen, solange sie dauern.

Published in: on 8. Februar 2013 at 19:57  Comments (3)  

Von Chancen im Leben

Der Berg ruft wieder und ich erinnere mich, dass ich noch eine Anekdote vom letzten Jahr vergessen hatte.

Ich machte mit Kind Nummer Eins mein erstes Wettrennen, das ich natürlich haushoch verloren habe. Im Sinne von, sie war schon unten und ich noch auf dem ersten Drittel. Ausser Atem unten angekommen, meinte ich sehr vorwurfsvoll

„Sag mal, Du kannst Deine alte Mutter auch mal gewinnen lassen!“ Echt jetzt mal. Trockene Antwort:

„Mama, Du gibt mir ja noch nicht mal die Chance, zu verlieren.“

Danke, mein Kind, genau das wollte ich hören.

 

 

Published in: on 4. Februar 2013 at 10:08  Comments (1)  

Für das Leben lernen wir

Man gibt ja mit dem Zeugnis des eigenen Kindes nicht an. Habe ich auch nicht vor. Ich habe vor, mit dem Verhalten von Kind Nummer Eins anzugeben. Meine Tochter war nämlich heute ganz aufgeregt und freut sich auf ihr Zeugnis. Da ist kein Bangen im negativen Sinne und schon gar keine Angst.Sie hat hart gearbeitet, im letzten Zeugnis waren „Scharten“ drin, die sie ausmerzen wollte. Ob sie es geschafft hat, werden wir sehen, sie hat ab Oktober hart gearbeitet daran. Und sagt

„Mama, selbst wenn ich es in Mathe nicht geschafft habe, ich bin zufrieden, ich habe wirklich alles gegeben.“Ja, das hat sie. Und ich bin sehr stolz auf sie, dass sie das zumindest seit Herbst ohne Heulen, Jammern und „Ich bin zu dumm dazu“ die Zähne zusammengebissen und gelernt hat. Meistens jedenfalls.

„Das“ ist das, was wir mit „Für das Leben lernen wir“ meinen. Manche begreifen es eben mit neun und manche mit 90 noch nicht.

 

Published in: on 1. Februar 2013 at 08:40  Comments (1)