Der Moment

in dem man feststellt, dass man für die Hälfte aller Geschäfte im Einkaufszentrum mittlerweile zu alt ist – sehr erschreckend.

Ich hatte die Tage endlich mal Zeit und wollte meine Sommergardrobe auffrischen. Nur für den Fall, dass der Sommer sich doch noch entscheidet mal vorbei zu kommen.  Da will man ja gerüstet sein. Leider ich bin nicht der Meinung, dass irgendjemand über 22 noch Shorts tragen sollte, die so kurz sind, dass das Innenleben der Tasche vorne rausguckt. Schon gar nicht, wenn man notorisch weiße Beine hat wie ich. Man sollte sich und seiner Umwelt auch nicht irgendwelche knapp unter den Brustwarzen geknotete Bluse zumuten, wenn man schon zwei Kinder genährt hat, finde ich.

Ich mag aber auch keine rüschigen Hängerchen. Oder halterlose Wallawalla-Kleider, die nicht nur dauernd rutschen, sondern auch gleich die Brust zweiteilen beim Versuch, zu halten, was nicht mehr zu halten ist. Ich will weder T-shirts, die kaum mehr Stoff als ein Bikini haben noch welche, die als Erstberufswunsch ein Zwei-Mann-Zelt angegeben haben.

Ich mag Sommermode, die leicht und bequem ist, die aber nicht so aussieht, als ob sie für die Dame ab 60 gemacht ist. Also keine Blumenprints auf kittelschürzenartigen Gebilden? Ist das denn wirklich so schwer?

Aber ich merke schon, ich bin in einem schwierigen Alter. Es mag ja sein, dass 40 das neue 30 ist – da bin ich sehr dafür. Aber dann bitte auch gerne die Shopping-Infrastruktur für diesen nicht mehr ganz so neuen Trend . Und zwar in diesem Sommer noch. Bitte.

 

Published in: on 29. Juni 2013 at 15:19  Comments (4)  

Und es geht weiter

Vielen Dank für die vielen Genesungswünsche  hier, per Mail und via Facebook – mir geht es wieder gut, das Ganze war wohl so eine Art 24-Stunden-Virus oder so.

Leider hat der dann jetzt Kind Nummer Eins erwischt und ich warte stündlich drauf, dass Kind Nummer Zwei ähnliche Symptome zeigt.

Wunderbar. Aber auch das geht dann mal irgendwann mal vorbei. Viele Filme später.

Published in: on 26. Juni 2013 at 21:26  Schreibe einen Kommentar  

Ibuprofen am Mittag

Nicht, das man andere Dinge zu tun hätte an einem Tag, an dem die Kinder Ferien haben und ich Tonnen zu tun.

Aber schön, wenn der Körper einem sagt:

„Nee Du, heute mal nicht. Hier, ich schenk Dir eine Ladung Kopfschmerzen.“

Ich setz die Brut dann mal vor einen sprachentwicklungstechnisch wertvollen Film und leg mich mit meinem Freund Ibu und einem heißen Reiskissen ins Bett und hoffe auf die Gnade eines erholsamen Heilungsschlafes.

Man rechne also nicht mehr mit einem vernünftigen Eintrag heute.

Published in: on 24. Juni 2013 at 13:58  Comments (1)  

#Neuland für meine Kinder

Jaja, das Internet – ich gebe zu, für manche Menschen ist es wirklich Neuland. Oder besser ein unbekanntes Land, dass bitteschön andere entdecken und dann davon berichten sollen. Dass es aber auch genau umgekehrt geht, haben meine Kinder gestern sehr eindrucksvoll bewiesen.

Kurz vorab, um Missverständnisse zu vermeiden – wir sind eine Familie, die sich nicht mehr über die Farbe der Wände streitet, weil selbige sowieso früher oder später von Bücherregalen überdeckt werden. Wir haben also ein oder zwei gedruckte Schriftstücke daheim – und immer noch zuwenig Regale. Was die Kinderzimmer genauso betrifft wie den Rest des Hauses.

Allerdings scheinen wir einiges in der Erziehung verpasst zu haben. Denn obschon beide Kinder eine Menge Bücher besitzen und sogar lesen – wie sehr wir bei beiden versagt haben, zeigte sich gestern, als wir ganz unbedarft mit ihnen in einen großen, nicht genannt werden wollenden Buchladen gegangen sind. Die Kinder waren schlicht überfordert, weil sie das so nicht mehr kennen.

Während unsereins noch Stunden in diversen Bücherläden verbracht hat, ordern wir mittlerweile fast alles über das Netz. Wenn wir oder die Kinder was wollen, machen wir den Computer an und fangen online an zu stöbern. Die Möglichkeit, durch die Regale zu streifen, Bücher anzulesen, wieder wegzustellen, weiter zu gehen, wieder zu kommen, noch mal anzuschauen – das haben meine Kinder bisher zwar in der Dorfbücherei gehabt, nicht aber in einem wirklich großen Buchladen.

Schande über uns.

Auf der anderen Seite – sie können ihr Erbe auch wirklich nicht verleugnen. Nachdem sie erst ein wenig unsicher durch die Kinderabteilung gegangen sind, nicht wirklich wissend, wo man anfangen und wo aufhören sollte, verweilten sie dann dort über eine Stunde und kamen mit einem Arm voll Gedruckten wieder raus.

Also, Frau Merkel, wenn meine Kinder #Neuland entdecken und den Umgang damit sehr schnell lernen können, dann wird das diese Regierung ja wohl auch können. Und wenn sie dann noch in der Lage wären,  damit aufzuhören Deutschland digital gesehen ständig zu blamieren, dann wird fast alles gut. Ganz bestimmt.

Published in: on 20. Juni 2013 at 17:01  Comments (1)  

Kindergarten – done

Und wieder eine Ära rum. Mein Sohn geht heute zum allerletzen Mal in die Kita. Und dann sind acht Jahre irgendein Kind in die Verwahranstalt bringen vorbei. Seufz. Dem Kind geht es gut, der will jetzt nur noch in die Schule – der Mutter weniger.

Ich meine, es ist ja nicht, dass dieser Kindergarten und ich immer eine vollkommen harmonische Beziehung hatten. Es gab zwischendurch richtig Ärger mit Kita-Leiterinnenwechsel, Mediationen, vielen Gesprächen mit der Gemeinde und noch mehr mit diversen Erzieherinnen. Aber wir sind da gemeinsam durch. Und nein, weder Erzieherinnen noch Leiterin atmen auf, dass ich jetzt endlich weg bin. Jedenfalls haben sie mir das unabhängig voneinander gesagt.

Nicht nur für Kind Nummer Zwei, auch für mich beginnt eine neues Zeitalter. Beide Kinder in der Schule – das ist einfach mal was anderes als das zumindest meistens geruhsame Leben in der Kita. Und vor allem: Es zeigt, wie die Zeit rennt. Mehr, als man eigentlich will.

Ich geh dann mal ein Pöttken heulen.

 

Published in: on 17. Juni 2013 at 08:13  Comments (1)  

Zitat des Tages

Gestern war Schuljahresabschlußfeier von Kind Nummer Eins. Die Zeit in der Schule muß Kind Nummer Eins doch sehr inspiriert haben, jedenfalls kam auf dem Rückweg die Frage von hinten

„Was ist eigentlich die Quadratpflanze von 5?“

Wobei der Autor sofort und ungerührt was von

„2,2something“

sagte. Ich hab schon einen sehr klugen Autor.

 

Published in: on 13. Juni 2013 at 06:19  Schreibe einen Kommentar  

Ein Leben für den Verein

Ich sehe harte Zeiten auf unser Familienleben zukommen.

Nicht nur, dass Kind Nummer Eins dauernd zu irgendwelchen Spielen fährt und der Urlaub aufs Trainingslager abgestimmt werden möchte. Auch irgendwelche Internationalen Volleyballcamps häufen sich langsam, die so groß sind, dass wir sie lieber noch begleiten.

Dafür hat Kind Nummer Zwei ab jetzt Testspiele, Tuniere und ab Sommer dann den Ligabetrieb. Dankenswerterweise finden die statt am Sonntag (wie die Spiele von der Tochter), freitags oder samstags statt, damit man auch bestimmt so gar nichts vom Wochenende hat.

Dass wir mittlerweile insgesamt vier Tage Training die Woche haben (mit Option auf einen weiteren Tag sowie in jeder freien Minute Fußball gespielt wird), lass ich jetzt mal aussen vor.

Zu deutsch, auch hier sind wir wieder die Spießerfamilie vor dem Herrn. Nicht zum ersten Mal kann der aufmerksame Leser beobachten, dass ich sozusagen das Musterexemplar einer Soccer-Mom geworden bind.

Aber, und das habe ich wirklich nicht gedacht, es ist wirklich spannend, wenn das eigenen Kind voller Einsatzfreude mit den Teamkameraden um den Sieg kämpft, sich über jeden Punkt und jedes Tor freut. Wie Stimmungen umschlagen können, wenn man dann doch verliert und die Kinder sich durch die Enttäuschung kämpfen (ich sag nur: Bis zur Halbzeit 2:0 geführt und dann 2:4 verloren). Und sich dann durch ein kleines Eis wieder aufbauen lassen. Doch, ja – ich mag auch das am Elternsein.

Allerdings muß das nun wirklich nicht jedes Wochenende sein. Finde ich.

Published in: on 10. Juni 2013 at 19:18  Comments (2)  

Zwei Freunde sollt ihr sein

Meine Tochter spielt jetzt in der Klassenfußballmannschaft mit, die in einigen Tagen ein Schultunier hat. Und nicht nur das, sie ist auch Kapitänin – weil die Jungs sich nicht einig werden konnten und sich dann irgendwann gesagt haben, wenn sie sich wegen sowas nur streiten, dann könne es ja auch ein Mädchen werden. Vielleicht nicht die ganz richtige Intention, aber das Ergebnis stimmt schon mal.

Damit hat sich alles in diesem Hause geändert. Es gibt bei Tisch keine Querelen mehr, kaum noch andere Streits und kein

„Dürfen wir schon Shows?“.

Denn es wird in jeder Minute, die die beiden zusammen sind, Fußball gespielt.
Geht das gerade nicht, weil es dummerweise gerade Essen gibt, so werden die Eltern quasi ausgeblendet. Es werden Strategien erörtert, verworfen, neue entworfen, diskutiert. Und, Wunder über Wunder, die Große läßt sich vom Kleinen Tipps geben. Der wiederum bewundert Kind Nummer Eins ob ihrer neuen Stellung ohne Ende.

Es ist unglaublich. Ich bin sehr gespannt, wie lange das so gehen wird, aber einstweilen tue ich das, was jedes Elternteil mit einem Funken Überlebenswillen tun würde. Sie einfach nur lassen. Denn ich sehe den Tag kommen, an dem auch diese Phase vorbei sein wird.

Published in: on 6. Juni 2013 at 17:44  Schreibe einen Kommentar  
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Die Überbewertung von Authenzität

Kaum dass ich aus Spanien wieder da bin und die eine Woche dörfliches Leben aufhole, stoße ich immer wieder auf Sätze wie „Nein, das ist ja toll. Ein Häuschen in Hinterland von Spanien? Wie traumhaft! So authentisch!“

Ehm, ja. Da ein gewisser Autor das Navigationsgerät für sich beanspruchte und ich bekanntlich handytechnisch noch nicht im 21 Jahrhundert angekommen bin, haben wir dieses Mal sehr viele kleine Dörfer gesehen. Und da Spanier nicht unbedingt die gleiche Definition von „geradeaus über den Kreisverkehr“ haben (sofern es überhaupt Schilder gibt), wie der gemeine Mitteleuropäer wurden es noch mehr Dörfer als man zählen konnte.

Und, um es klar zu sagen, die allermeisten sind weit davon entfernt süss und idyllisch zu sein. Gut, sie haben auch kaum klasssische Bausünden, die stehen tatsächlich an Küste, weswegen man dort auch nicht wirklich sein möchte. Oder, wie übereinstimmend mehrere dort lebende deutsche, niederländische und englische Auswanderer festgestellt haben: Das Niveau jedweder Touristen nimmt mit zunehmender Nähe zur Küste ab. Da dieses Mal Besuch und Kinder viel an den Strand wollten, kann ich dem nur mit vollem Herzen zustimmen.

Aber zurück zu den Dörfern: Spanische, wahrhaft authentische Dörfer bestanden schon in den besten Zeiten selten die malerischen weißen kleinen Häuschen, die sich kontrastreich zum blauen Himmel abhoben und sich ein Farbenspiel mit den satten Farben von südländischen Blumen lieferten. Der Großteil der Dörfer sieht in etwa so spannend aus wie ihre deutschen, englischen, niederländischen, polnischen oder *setzehiereinebeliebigeeuropäischeNationein* Pendants.

Nicht falsch verstehen, es gibt wunderbare Landschaften, einige gnadenlos schöne Ecken, die den Traum einer Auswanderung nähren – aber das ist eben nicht das wirkliche, echte Spanien. Das wirkliche, echte Spanien unterscheidet sich genauso, wie sich Nord- und Süddeutschland entscheidet. Wie sich die schnuckeligen Kaiserbäder auf Usedom von einem halbverlassenen Dorf mitten in Mecklenburg-Vorpommern unterscheiden. Oder die Dörflein der Nordseeküste nicht wirklich viel mit den alten Industrievororten des Ruhrgebiets zu tun haben.

Nur mit dem Unterschied, dass Spanien gerade eine Arbeitslosenquote von 27%, Tendenz steigend, hat und die Menschen dort echt andere Sorgen habe, als die Dörfer aufzuhübschen. Die meisten von Ihnen sind froh, wenn sie ihre Häuser behalten dürfen.

Vielleicht wäre es also einfach mal an der Zeit, sich von Idealvorstellungen, die es eh nie gab, zu verabschieden und sich auf das einzulassen, was da ist. Denn wenn man die Umgebung einfach mal ignoriert, dann bekommt man in diesen kleinen, so gar nicht dem deutschen Tourismusgedanken entsprechenden Orten Tapas aus Dingen, von denen man noch nicht mal wußte, dass man es so zubereiten kann. Und eine Paella, die diesen Namen verdient und nicht nur geschmackloser Reis mit zwei Muscheln und einer Krabbe zum suchen ist. Und wo es einen vernünftigen Café Asiatioco gibt.

Man muss sich nur trauen.

Published in: on 3. Juni 2013 at 07:00  Schreibe einen Kommentar