Wochenenden damals und heute

Und wieder ein Beitrag zum Thema „Wie das Leben sich verändert“. Heute eine neue Folge aus der Reihe „Wie man seine Wochenenden verbringt“.

Es begab nämlich, dass der Autor und ich zu gleich zwei Geburtstagsparties eingeladen wurden am Samstag. Dummerweise hatte Kind Nummer Eins aber am Sonntagmorgen ein Tunier, zu dem ich mich vor Wochen als Fahrerin gemeldet hatte. 160km hin, 160km zurück – Treffpunkt an der Halle um 7:15. An einem Sonntagmorgen. Also wurde das Ganze so organisiert, dass ich mit Kind Nummer Zwei auf die Fete im Ort ging, mich dort so gut wie nüchtern um 21 Uhr verabschiedete, damit der Autor um 21:30 zu der anderen Party aufbrechen konnte (er beaufsichtige bis zu dem Zeitpunkt das schon schlafende und sich aufs Tunier vorbereitende Kind Nummer Eins), von der er aber auf jeden Fall so wieder da sein mußte, damit ich um 7 Uhr den Wagen hatte und er den wenigstens etwas länger schlafenden Zweitgeborenen hütete. Es war eine organisatorische Meisterleistung, mittlerweile aber eine unserer leichteren Übungen, wenn ich das mal so sagen darf.

Natürlich hätte man eine der beiden Parties absagen können, aber wir haben festgestellt, dass man dann zu gar nichts kommt. Man hat dann zwar mehr Ruhe im Leben, aber auch bedeutend weniger Spaß. Somit ist das nicht wirklich eine Option.

Nun habe ich letzte Woche mit einem Menschen gesprochen, der mich aus einem anderen Leben kennt. Dem versuchte ich den Plan ohne aufgemaltes Organigramm zu erklären. Er schaute mich danach lange an und meinte

„Du hast Dich wirklich verändert. Das hätte Dir vor 12 Jahren niemand geglaubt.“

Richtig, ich mir auch nicht. Und ich gebe zu, heute morgen um 6 Uhr, als ich mich aus dem Bett quälte, hielt sich die Begeisterung in sehr eng umrissenen Grenzen. Und auch, als ich durch die Öden lauschigen Alleen Brandenburgs fuhr und auf der Rückbank drei über alles giggelnde Vorpubertierende hatte, dachte ich noch daran, was andere Leute um diese Zeit an einem Sonntagmorgen machen.

Aber schon beim Einspielen hatte ich Spaß – und war erstaunt, wieviele Bälle ich noch bekommen. Spätestens ab dem ersten Spiel dann, bei dem ich nicht nur Zuschauerin war, sondern am Spielfeldrand stand, wußte ich, dass ich nirgendwo anders sein wollte, als genau da.

Was nicht bedeutet, dass ich nicht doch gerne mal wieder auf einer Party wäre, bei der nich nicht weit vor Mitternacht gehen muss, weil ich mich sonst in einen Kürbis verwandele. Oder einfach mal wieder einen Sonntag für mich ganz alleine hätte – soweit ist es dann doch noch nicht. Aber alles im Leben hat seine Zeit. Ich weiß genau, die Zeit der regelmäßigen, lauschigen Sonntage wird wieder kommen. Und ich werde sie ebenso genießen, wie in der Zeit ohne Kinder.

Genauso wie jetzt die hektischen, viel zu vollen und doch wunderbaren Wochenenden. Es hat eben alles seine Zeit. Die Kunst besteht nur darin, zu erkennen, wann welche Zeit gerade dran ist.

Published in: on 23. Februar 2014 at 19:49  Schreibe einen Kommentar  

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