Mit Fußball fürs Leben lernen

Ich gebe zu, meine Begeisterung Fußball zu gucken spielt sich auf genau zwei Ebenen ab. Einmal während des Jahres in der F-Jugend (genauer F2) unserer Kreisliga. Und dann noch mal alle vier Jahre bei einer WM – sehr klassisch also. Da die Saison für unsere Jungs eher eine, nennen wir es mal Lernerfahrung für das Leben war, hatte ich nicht so viel Grund, darüber zu schreiben.

Auch die WM hat mich bisher nicht ganz so mitgerissen, wie es einige ihrer Vorgänger getan haben. Aber gestern (für unsere Nachkommen, die ihr dereinst dieses Blog aus den Überresten des Internets ziehen werdet: ich hab sie gesehen, die Begegnung, von denen ihr noch in den Geschichtsbüchern (oder was immer es dann geben mag) des Fußballs lesen werden, das 7:1 gegen Brasilien) – das war schon etwas ziemliches Geiles. Und lehrreich für die Brut war es ausserdem.

Man lernt beispielsweise:

– Wenn man seine Eltern sehr lieb bittet und die Woche über das Abziehbild des guten Benehmens war, dann haben selbige überhaupt gar keine anderen Wahl, einen bis in die Puppen aufbleiben zu lassen. Und nicht nur das Obst sondern auch die Chips und den Süsskram rauszurücken.

– Je mehr man vorher angibt, desto tiefer der Fall, wenn es dann nicht klappt (nicht wahr, Dante?)

– Auch große Spieler verlieren mal fast zweistellig – genau so wie zum Beispiel eine F2-Jugend *räusper*

– Selbst wenn man weit hinten liegt, man geht auch nach der Pause auf den Platz, gibt sein Bestes und rennt! Auch, wenn es schwer fällt.

– Man hackt nicht alles um was zwei Beine hat und auf dem Platz steht, nur weil man gerade hinten liegt.

– Wahre Männer weinen.

– Echte Champions reiben kein Salz in die Wunde, indem sie andere zusätzlich zu einem Erdrutschsieg noch durch übertriebene Siegesfreude demütigen (vor allem, wenn sie es selbst kaum fassen können). Echte Champions trösten.

– Große Verlierer gratulieren den Siegern, auch wenn sie noch so am Boden zerstört sind.

So sehr ich mich für unsere Mannschaft gefreut habe, so leid mir am Ende die Brasilianer taten und abgesehen von dem wahnsinnigen Ergebnis, finde ich es sehr bemerkenswert, dass sich beide Mannschaften ausnahmslos fair und wie echte Sportler verhalten haben. Ich hoffe sehr, dass auch das in die Analen des Fußball eingehen wird.

Und jetzt: Fiiiiiiiiiinaaaaaaaallllee, oooooohooooooo! Rio, wir kommen! SCHLAND!

Published in: on 9. Juli 2014 at 09:10  Comments (1)  

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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Als ich nach dem 4:0 dem Gatten in’s Bett folgte, fragte er (der Fußballtotalverweigerer) ob die Brasilianer nach der Halbzeit dann wirklich wieder auf’s Spielfeld kommen.


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