Hausaufgaben im frühen 21ten Jahrhundert

Um wirklich zu verstehen, wie sich die Welt verändert hat in den letzten 30 Jahren, muss man sich nur seine Kinder und ihren Umgang mit Problemen des alltäglichen Lebens anschauen.

Kind Nummer Eins sollte in Englisch einen Buchführerschein (Dinge gibt es heute…) ausfüllen und fragte

„Mama, was heißt noch mal Inhaltsverzeichnis?“ Da ich daran glaube, dass es am besten ist, wenn Kinder sich ihr Wissen selbst erarbeiten (und mir prompt die korrekte Übersetzung entfallen war), schlug ich ihr vor, nachzuschauen.

„Ist gut, ich guck dann mal bei GoogleTranslator.“ und schickte sich an, das Chromebook zu öffnen.

„Eh….nein, schau hier nach.“ Mein gutes altes Harrap´s Concise German flog in ihre Richtung.

„Ehh…danke…glaub ich….warte mal…..schauen wir mal bei i…in….hmmm, Mama, könnte das Index heißen? Ich find hier nix Deutsches so richtig…hm, seltsam.“ Ich nahm dem Kind wortlos das Wörterbuch aus der Hand, schlug die zweite Hälfte, Abteilung Deutsch-Englisch auf und hielt es ihr hin.

„Ach, das gibt es auch so rum? In einem Buch? Das ist ja praktisch! Ah, Index, sag ich ja. Mama, die Leute damals waren ja schon clever. Die hatten immer was, wenn mal der Strom ausfällt oder das Handy nicht funktioniert.“

Ja, mein Kind. Ich weiss. Deswegen zeige ich Dir auch die alten Methoden, die schon bald soweit von Euch entfernt sind, wie für uns die Ernährungsgewohnheiten der viktorianischen Zeit. Oje.

Published in: on 27. August 2014 at 07:52  Comments (4)  

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4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Errm, sorry, nitpick, aber das echte Inhaltsverzeichnis ist in allen meinen englischsprachigen Büchern als „Table of Contents“ oder schlicht nur „Contents“ betitelt – „Index“ ist dagegen das Stichwortverzeichnis/Sachwortverzeichnis am Ende eines Buches.

    Egal ob nun Leo oder ein gedrucktes Wörterbuch „Index“ ua auch mit „Inhaltsverzeichnis“ übersetzen – in real existierenden englischsprachigen Büchern wird das einfach nicht so verwendet.

    • Meine muttersprachliche Kontrollgruppe auf der Couch links von mir sagt, er kennt es so, dass Index beides sein kann. Und da halt ich mich dann mal dran:-)

      • Hm, das überrascht micht aber wirklich sehr. *kopfkratz*
        Weil hier – in einer mit Büchern vollgestopften Wohnung wovon 90% englisch sind – ist mir noch kein einziges Buch untergekommen wo der TOC mit Index betitelt gewesen wäre. Ist das vllt nur in bestimmten Genres üblich? Weil Gedichtbände lese/besitze ich zb nicht, dh. dort kann ich die Verwendung natürlich nicht beurteilen.

  2. Ich kenne den Weg mit den gefleckten gewalzten toten Bäumen natürlich noch und habe auch noch welche. Aber ich aufstehe, um zum Bücherregal zu gehen, schaue ich doch lieber schnell bei dict.leo.org nach. (Abgesehen davon heißt es doch aber „table of contents“ und nicht „index“?)


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