Über die Schwierigkeit zu kondolieren

Abgesehen von den unentspanntesten Ferien in der Geschichte, ist letzte Woche noch ein sehr lieber Onkel gestorben. Morgen ist die Beerdigung, heute war Verwandtenkaffeetrinken und meine Kinder kamen zum ersten Mal in die Verlegenheit, kondolieren zu müssen. Mutter gibt hilfreiche Anweisungen.

„Es ist ganz einfach: Ihr umarmt die Tante und sagt: „Es tut mir leid“ oder „Mein aufrichtiges Beileid“.

Kind Nummer Zwei ist nervös und fragt vor der Tür:“Mama, was noch mal? Gutes Beileid ?“

Mutter verbessert und der Junge wiederholt lautlos. Um dann die Großtante  zu umarmen und atemlos auszustoßen:

„Liebes Mitleid!“

Und eigentlich, fanden wir alle, passt das auch sehr gut.

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Published in: on 29. Oktober 2014 at 21:52  Comments (2)  

Die S-Bahn fährt nicht

Die Tage in der S-Bahn Berlin. Die Brut und ich springen noch schnell rein ins Abteil. Kurz danach bittet eine Stimme erst um Geduld, dann um mehr Geduld und dann bitte unbegrenzt um Geduld vor der Weiterfahrt. Es wäre eine Suizidgefährdete auf den Gleisen, die erst entfernt werden müßte.

„Mama, warum macht der Mensch das da?“ Kind Nummer Zwei ist fasziniert.

„Schatz, das weiß nun wirkich niemand.“ Beifälliges Nicken der sich immer dichter drängenden Umstehenden.

Irgendwann wird es mir zu blöde und ich beschließe mit den Kindern die zwei Stadionen zu gehen und mich mit Frau Lostinabadbook nebst Tochter zu treffen. Und sie werden begrüßt mit:

„Wißt ihr was? Wir hatten einen Infizierten auf den Tracks!“

Makaber ja, aber so kann man es auch sehen.

Published in: on 22. Oktober 2014 at 19:39  Schreibe einen Kommentar  

Warum kaufen, wenn man auch leasen kann?

Kind Nummer Zwei kann gut mit kleinen Kindern. Sehr gut sogar. So gut, dass gestern die Schwester eines Fußball-Kumpels ihn und nur ihn an der Hand haben wollte und mein Siebenjähriger so umsichtig mit ihr umging, dass wir alle nur staunten. So mit warten, bis sie den Bordstein runtergekrabbelt ist und an der Ampel extra aufpassen und so. Niemand hatte ihn gezwungen, er mag das.

So fragte ich ihn:

„Kind Nummer Zwei, willst Du auch noch ein kleines Geschwisterchen?“ Nicht, dass ich noch mal anfangen wollte.

„Ach Mama, ne, lieber nicht. Wenn ich eins will, dann kann ich mir ja immer noch mal eins ausleihen.“

Das ist der rechte Geist.

Published in: on 16. Oktober 2014 at 14:13  Schreibe einen Kommentar  

12 von 12 im Oktober

Mein Tag war heute eher volleyballgeprägt. Ja, mein Kind hat ist fußlahm, aber das hindert das Kind ja nicht daran, zu richten und ansonsten das Team anzufeuern. Mußte ich dabei sein? Nein. Aber vielleicht hätte ich mich dann einfach mal früher vom Buffetdienst abmelden sollen. So also Bilder von einem Tag, dessen Spannung man wohl eher erahnt, wenn man dabei war.

Wir wurden übrigens Erster, Zweiter und Fünfter.

Mehr Schlüssellocherlebnisse bei der wunderbaren Caro, der an dieser Stelle ganz herzlich zum Geburtstag gratuliert sei.

Published in: on 12. Oktober 2014 at 17:35  Schreibe einen Kommentar  

Alt werden mit den Stars

Statt aufzuräumen, wie ich es eigentlich müßte, bin ich im Netz rein zufällig nach ewiger Zeit mal wieder auf „The Carlton“ gestossen. Und wo man schon mal dabei ist, geht man alle Videos durch, die man so findet (im Procrastinieren war ich immer schon sehr gut).

Jedenfalls, ich bin gerade hier angekommen, da kommt Kind Nummer Eins rein. Schaut und sagt

„Du Mama, ist das Will Smith? Der ist aber alt geworden.“ Findest Du?

„Findest Du? Ich bin fast genauso alt!“ So kurz nach dem Geburtstag ist man da doch sehr empfindlich.

„Doch, Mama, der sieht aber viel älter aus als Du. Mama, der ist ja GRAU!“ Sprachs, und verschwand.

Räusper. Ich hoffe, mein Kind findet niemals meine Bonuskarte vom Friseur.

Published in: on 7. Oktober 2014 at 17:32  Schreibe einen Kommentar  

Invasion der Bierseligen

Ich liebe ja NPR WW. Ich finde es spannend, mal eine sehr unaufgeregte Sicht von Dingen zu bekommen, die sonst wahlweise sehr polarisierend diskutiert werden oder aber es gar nicht erst in die Medien schaffen. Ausserdem mag ich es, wenn tagsüber tatsächlich mal länger als 5 Minuten über ein Thema geredet wird, ohne nach drei Sätzen von 4 Titeln unterbrochen wird.

Aber, liebe Macher von NPR, mir reicht es schon, dass die deutschen Medien voll von diesem Ding sind, was sich „das größte Volksfest“ der Welt schimpft, welches ich bisher erfolgreich vermieden habe und das auch hoffentlich weiterhin schaffe. Aber wenn man morgens um sieben die fußlahme Brut in die Schule bringt und einem ein „O´zapft is“ unvorbereitet entgegenbrüllt wird – dann ist das nicht das, was ich wirklich brauche. Ich sehe ja ein, dass es vor lauter ISIS, Ebola und Krim-Krise sehr erfrischend sein kann, mal was vermeintlich Fröhliches zu senden.

Aber in diesem speziellen Fall bin ich mir nicht sicher, dass die Wies´n so viel besser ist.

Published in: on 3. Oktober 2014 at 08:17  Schreibe einen Kommentar