Einfach weitermachen

Ich gebe zu, ich habe mich selbst dabei ertappt. Ich habe das Radio ausgemacht mit dem Gedanken „Ich kann es nicht mehr hören.“ Fernsehen gucke ich eh nicht mehr – wofür gibt es Mediatheken und DVDs? Und online fange ich an,  nur noch zu überfliegen.

Bin nur ich das oder gibt es keine guten Nachrichten mehr? Wohin man sieht nur Elend, Krieg, Tod, Inkompetenz und Dummheit. Man könnte meinen, das Gute hätte sich aus der Welt ausgeklinkt. Manchmal wünsche ich mir einen Tag nur gute Nachrichten. Ich wünsche mir, es würde PUFF machen und alles wäre gut.

Da das aber nicht passieren wird, muss man sich selbst am Riemen reissen und sich kraft seines gesunden Menschenverstandes auf dem Laufenden halten. Diskussionen über Hoaxes wie „Die Moslems haben uns Sankt Martin verboten – ich habs doch gelesen“ auch im vierten aufeinanderfolgenden Jahr führen. Das Fahrrad nehmen um Schadstoffe einzusparen, wann immer es geht und das auch noch verteidigen, obwohl man selbst damit gefühlt alleine ist. Keine Angst vor Anschlägen haben und sich tapfer und standhaft dagegen wehren, sich und die Familie einzuigeln. Sich keine Sorgen über die ständig wachsende braune Brut zu machen, denen man mit rationalen Argumenten nicht mehr kommen kann. Und sich mal nicht das Hirn über Lösungen zermartern, die niemand hat, aber zu wissen, was die Lösung nicht sein kann.

Die Liste könnte noch ewig weiter gehen. Aber als die Hoffnungslosigkeit und das Aufgeben vergeben wurden, war ich vermutlich grade auf dem Klo die Nase pudern. Ich werde nicht aufhören, mich zu informieren – denn Wissen und Bildung ist der Schlüssel zu allem. Ich werde nicht aufhören, gegen die Dummheit anzukämpfen – die anderen hören ja leider auch nicht auf. Ich werde nicht aufhören für eine bessere Welt zu kämpfen – und sei es nur in meinem kleinen Dorfuniversum.

Doch manchmal nehme ich mir einfach die Freiheit, mal nichts zu tun. Durchzuatmen Das Radio aus zu lassen. Auf Kommentare, die jeglicher Menschlichkeit und Intelligenz entbehren einfach mal nicht zu antworten. Ein Wochenende nicht da raus zu gehen, sondern heile, kleine Welt zu spielen.

Um dann mit ganzer Kraft weiter zu kämpfen. Denn das Schlechte währt oft lang, aber niemals ewig.

Übrigens, es gibt sie, die guten Nachrichten. Man muss nur so hartnäckig sein wie Frau Lostinabadbook und man findet Dinge, die Hoffnung geben.

Published in: on 6. November 2015 at 17:54  Comments (2)  

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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ich kenne den Impuls, das Radio auszuschalten gut.
    Ein Gedanke den ich irgendwo aufgelesen habe, ich weiß leider nicht mehr wo, und der mir ob seiner simplen Logik in diesen Momenten immer hilft:
    In den Nachrichten und Magazinen wird von Dingen berichtet die bemerkenswert, besonders, nicht alltäglich sind. Es ist gut, in einer Welt zu leben, in der die schlechten Dinge die außergewöhnlichen und damit berichtenswerten sind.

  2. Es hilft, gewöhnliche Nachrichten in Form von Bild/Ton-Medien durch Textmedien zu ersetzen. Text ist weniger suggestiv, weniger emotional. Informationsverlust ist damit nicht wesentlich verbunden.


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